Geschäftstüren wieder offen / Geregeltes Shopping kleiner Schritt Richtung Normalität

„Kommen Sie doch herein!“

Eine Verkäuferin steht zwischen Kleiderständern, auf denen die Frühjahrsmode aufgehängt ist.
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Für Birgit Luttmann ist „click and meet“ ein kleiner Schritt Richtung Normalität.

Unter strengen Auflagen haben die Geschäfte in der Verdener Fußgängerzone wieder geöffnet. Die Anzahl der Kunden, die sich darin aufhalten dürfen, hängt von der Größe des Geschäftes ab. Vorherige Anmeldungen sind spontan an der Eingangstür möglich.

  • Angucken, Aussuchen und Anprobieren ist wieder möglich
  • Geschäfte freuen sich auf ihre Kunden
  • Ein kleines Stück Richtung Normalität

Verden – „Kommen Sie doch rein.“ Das sind ganz neue Töne an der Tür zum Schuhgeschäft Rose in der Verdener Fußgängerzone. Petra Warnke darf seit Montag die Eingangstür wieder aufschließen und höchstens fünf Personen hineinlassen. Termine für einen geplanten Schuhkauf vergibt sie spontan an der Tür, wenn noch Kapazitäten frei sind hat. „Am Montag lief es schleppend an und heute ist das Wetter schlecht“, ist Warnke ein wenig enttäuscht.

Gleichzeitig aber froh, dass die Geschäfte für sogenannte Terminshopping-Angebote (click and meet) öffnen dürfen.

Outlet im Obergeschoss bei Reuter Fashion and Shoes wiederbelebt

Christa Reuter, Inhaberin von Reuter Fashion & Shoes, möchte mehr, ist aber vom ersten Öffnungstag ganz angetan. „Wir hatten viel zu tun. Man merkt, wie gerne die Leute in das Geschäft kommen, sich die Frühjahrsmode ansehen und etwas Neues haben möchten.“ Am zweiten Öffnungstag ist weniger los, aber das ist Christa Reuter für den Moment ganz recht. Sie hat im Obergeschoss des Hauses ein Outlet eingerichtet, um dort alles, was im Lockdown nicht verkauft werden konnte, zu Rabattpreisen anzubieten.

Christa Reuter (l.) hat lange darauf warten müssen, ihre Tür wieder aufschließen zu dürfen.

Wie sehr sich die Kundinnen und Kunden freuen, wieder in die Bekleidungsgeschäfte gehen und das Angebot im Original anschauen zu können, hat auch Birgit Luttmann im das Lille bemerkt. „Sie freuen sich darüber, selber stöbern und die Sachen anprobieren zu können.“ Für Luttmann ist es ein kleiner Schritt Richtung Normalität. „Hoffentlich bleibt das so!“ Zwei Personen dürfen bei ihr gleichzeitig stöbern. Am Dienstagvormittag waren Spontanbesuche möglich, am Nachmittag war sie schon ausgebucht.

„Es ist gut, dass wir wieder reindürfen“, sagt Horst Bobrink, steht aber draußen. „Meine Frau sucht aus und zeigt mit das eine oder andere an der Glastür.“ Kurze Zeit später tauschen die beiden, denn er bezahlt und Helma Bobrink kommt heraus. Ihr ist das alles ein wenig zu kompliziert und übergeregelt. „Könnte man nicht ein Schild in die Tür hängen mit ,Bitte eintreten’ darauf? Oder ein grünes beziehungsweise rotes Licht aufleuchten lassen? Das fände ich schöner, als vor der Tür zu stehen, bis man mich sieht.“

In der Filiale des Modeunternehmens Gerry Weber gab es am Montag gut zu tun, spontane Besuche sind möglich, ansonsten vergibt die Zentrale Termine. Maximal fünf Personen dürfen in dem großzügigen Geschäft gleichzeitig einkaufen. Desinfektionsmittel stehen, wie in den anderen Läden auch, am Eingang bereit. Eine Mitarbeiterin im Geschäft ist ganz angetan vom Verhalten der Kunden, die sie seit Mitte Dezember vermisst hat. „Wir beraten mit gebührendem Abstand und auch für Kunden gibt es genügend Platz, einander auszuweichen.“

Buchhandlungen dürfen öffnen, denn Bücher sind Produkte des täglichen Bedarfs

Maria Mahnke kann aufatmen: Bücher gehören jetzt zu den Produkten des täglichen Bedarfs.

Seit Montag haben auch die Buchhandlungen wieder geöffnet. Maximal zwölf Kunden darf Maria Mahnke ohne vorherige Anmeldung in ihr Geschäft lassen. „Bücher gehören jetzt zu den Produkten des täglichen Bedarfs. Wir sind damit gleichgestellt mit Bäckereien oder Drogeriemärkten.“ Im Augenblick tüftelt Mahnke an einem System, das hilft, den Überblick zu behalten. „Vielleicht vergeben wir Karten, die beim Verlassen der Buchhandlung wieder abgegeben werden.“

Wer genau wissen möchte, welche Regelungen gerade gelten, kann das auf der Homepage der Niedersächsischen Staatskanzlei nachlesen. Dort gibt es auch Infos zu den Themen Kita, Schule und Sport. Unter dem Titel „Konkretisierung der Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz für Niedersachsen“ heißt es zum Thema Einzelhandel: „Der sonstige Einzelhandel kann für sogenannte Terminshopping-Angebote öffnen (click and meet). Dies wird jedoch begrenzt auf eine Kundin/einen Kunden pro 40 qm Verkaufsfläche. Vorherige Terminbuchung und Kontaktnachverfolgung sind notwendig. Die Landesregierung wird im Übrigen prüfen, ob weitere Öffnungen möglich sind, wenn einzelne Landkreise oder kreisfreie Städte stabil bei einer Inzidenz unter 35 pro 100 000 in sieben Tagen liegen.“

Von Erika Wennhold

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