Kolping-Familie Verden feiert 60-jähriges Bestehen mit Festgottesdienst in der St. Josef Kirche

Dem Motto immer treu geblieben

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Die Kolping-Familie in Verden, hier mit Verdens Bürgermeister bei der Einweihung des Kolpingwegs im Herbst 2013, ist eine eingeschworene Gemeinschaft.

Verden - Die Gaststätte Domschänke war am 8. September 1955 Schauplatz der Gründung der Kolpinggemeinschaft in Verden. Doch wer war dieser Adolph Kolping?

Sozialreformer, Publizist, Seelsorger, Priester und Gesellenvater — all diese Tätigkeiten kennzeichneten den Menschen Adolph Kolping. 1813 in Kerpen bei Köln geboren, wuchs er in ärmlichen Verhältnissen auf. Nach einer einfachen Schulbildung musste Kolping aus finanziellen Gründen eine Schuhmacherlehre beginnen. Zehn Jahre arbeitete er in diesem Beruf und wanderte wie andere Gesellen von Ort zu Ort. Im Alter von 23 Jahren entschied er sich Priester zu werden und besuchte das Marzellengymnasium in Köln. Nach einem Studium der Theologie in München und Bonn wurde Kolping 1845 in der Kölner Minoritenkirche zum Priester geweiht. Anschließend ging er als Kaplan nach Elberfeld, einem heutigen Ortsteil von Wuppertal.

Das Elend der Arbeiter im Zeitalter der Industrialisierung, speziell das der Handwerksburschen (denn das hatte er am eigenen Leib erfahren) ohne festen Wohnsitz, schockierte ihn. In Elberfeld lernte er den kurz zuvor von dem dortigen Lehrer gegründeten Gesellenverein kennen und wurde später dessen Präses und geistlicher Leiter. In diesem Zusammenschluss von Gleichgesinnten, die sich in ähnlichen Lebenssituationen befanden, erkannte er ein geeignetes Mittel zur Bewältigung sozialer Probleme.

Nach seiner Versetzung 1849 nach Köln gründete er mit sieben Gesellen den Katholischen Gesellenverein. Innerhalb weniger Jahre folgten viele Neugründungen. Die Idee und Praxis von Kolpings Gemeinschaft verbreitete sich bis an die Grenzen Europas und nach Übersee. Heute setzt sich sein Lebenswerk in über 30 Ländern mit mehr als 335000 Mitgliedern fort.

Die Kolping-Familie erwarb durch ihre religiöse und soziale Bindung innerhalb der Kirchengemeinde St. Josef immer mehr Ansehen, so dass sie rasch dank der wachsenden Mitgliederzahl zu einer der aktivsten Gemeinschaften der Pfarrgemeinde wurde und noch ist.

Als Beispiel in der Gegenwart soll die jährlich stattfindende Altkleidersammlung der Kolpingsfamilien, nach dem Motto „Not in der Welt lindern“ dienen. Mit dem Erlös dieser Sammlungen wird die Entwicklungshilfe des Internationalen Kolpingwerkes, insbesondere in Brasilien unterstützt.

Aus diesem Grund findet am Freitag und Sonnabend, 11. und 12. September, die Diözesanhauptausschuss-Konferenz in Verden statt. Am Samstag, um 15 Uhr, wird in der Propsteikirche St. Josef mit Diözesanpräses Heinz-Peter Miebach ein Festgottesdienst gefeiert, bei dem in einem Festakt zwei Gründungsmitglieder der Kolping-Familie, Christoph Gürlich und Heinz Renke und mit Horst Demel von der KF Freiburg ein zugezogenes Mitglied, für ihre 60-jährige Treue zum Kolpingwerk geehrt werden.

Papst Johannes Paul II. war es, der Adolph Kolping im Oktober 1991 in Rom selig sprach. Mitglieder der Kolping-Familie Verden erlebten diesen Augenblick mit. „Anfangen ist oft das Schwerste, aber treu bleiben das Beste“, ist der Leitspruch der Kolpingsfamilie.

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