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Knotenpunkt in Verden: Oval-Kosten steigen auf mehr als das Dopppelte

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Von: Markus Wienken

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Blick auf den Verkehrsknotenpunkt Eitzer Straße/Andreaswall vor der Aller-Weser-Klinik Verden.
Wird umgebaut: der Knotenpunkt Eitzer Straße/Andreaswall vor der Aller-Weser-Klinik. Ein Grundstück wurde für den Bau einer Stichstraße zur Klinik bereits freigeräumt (Bildmitte). © Markus Wienken

Immer mehr Verkehr auf der Eitzer Straße und Andreaswall. Ein Oval soll für Entspannung sorgen....ein kompletter Umbau...doch die Kosten steigen auf bis zu 1,7 Millionen Euro...

Verden – Immer mehr Verkehr muss der Knotenpunkt Eitzer Straße/Andreaswall aufnehmen. Tendenz steigend, weil auch die angrenzende Aller-Weser-Klinik (AWK) wächst und mehr Autoverkehr anzieht. Ein Kreisel, besser noch ein Oval soll das Problem lösen. Und auch eine neue Stichstraße zur Klinik ist geplant. Im Ausschuss Straßen und Stadtgrün gab’s dafür einhellige Zustimmung. Der Baubeginn steht allerdings noch nicht fest. Ursache dafür sind die enormen Kostensteigerungen, bedingt durch Corona- und Ukrainekrise.

Dass gebaut werden muss, daran besteht keinen Zweifel. Dirk Rother, beim Unternehmen Heidt und Peters für die Planung des Bauwerks zuständig, hatte sich mit seinem Team an den Knotenpunkt gestellt, den täglichen Ablauf und die Verkehrsströme beobachtet. „Qualitätsstufe E“, lautet das aktuelle Urteil, im Schuldeutsch die Note mangelhaft.

Nachfolgend spielten die Experten mehrere Varianten durch, prüften verschiedene Abläufe und kamen zu dem Schluss, kreisrund passt nicht, oval wäre besser. Rother: „Der Außendurchmesser des künftigen Knotenpunktes beträgt damit in Ost-West-Ausdehnung 23 Meter, in Nord-Süd-Ausdehnung 31,90 Meter.“ Ausschussmitglied Karin Hanschmann (SPD) hatte denn auch gleich einen Namen für das Bauwerk. „Sieht aus wie eine Rennbahn.“ Als Kritik wollte sie ihren Beitrag allerdings nicht verstanden wissen. „Eine für den Bereich optimale Lösung“, fand sie. Das bestätigte auch Planer Dirk Rother: „Qualitätsstufe B, die Note zwei, so die Prognosen der Verkehrstechnischen Untersuchungen.“

In vier Abschnitten soll gebaut, müssen dafür nachfolgend Andreaswall, Eitzer Straße und die Grüne Straße gesperrt werden. „Die Autos kommen aber durch. Eine Fahrbahn bleibt immer offen“, versicherte Rother. Ist das Oval komplett, führt aus dem Bauwerk eine neue Stichstraße direkt auf das Gelände der Aller-Weser-Klinik. Das dafür notwendige Baufeld ist mit dem Abriss des Hauses Eitzer Straße 8 bereits geschaffen.

Alle müssen durch das Bauwerk. Neben Autos und Lastwagen auch Radfahrer und Fußgänger, die – vorfahrtsberechtigt – in beiden Richtungen über breite Furten geführt werden. Da, wo es eng wird, halten Schleppkurven Lkw und Radfahrer auf Distanz. Sven Ommen (Grüne) hegte Bedenken gegen die schmale Ausfahrt aus der Grünen Straße. „Wir gucken da noch mal drauf“, versprach Rother. Eine Sonderlösung wird es für die Lkw geben, die von der Aller-Weser-Klink durch das Oval auf die Eitzer Straße wollen. Weil die Ausfahrt schmal ist, die Fahrzeuge die Kurve nicht kriegen, müssen sie einmal durch das Oval, um dann in Richtung Eitze zu fahren. Für Carsten Hauschild (SPD) zwar machbar, aber auch ein Grund mit dafür, über den Schwerlastverkehr grundsätzlich nachzudenken. „Wir sollten ihn möglicherweise ganz außen vor lassen, den Wall dafür in dem Bereich sperren. Es gibt weiträumig Ausweichmöglichkeiten, zum Beispiel über den Berliner Ring.“

Egal ob kreisrund oder oval, elf Bäume müssen für den Umbau des Knotenpunktes fallen. 25 junge Exemplare sollen dafür gesetzt werden. Sven Sottorff hatte nichts dagegen, vermisste aber den Standort der Anpflanzungen in der Verwaltungsvorlage. „So kann ich dem nicht zustimmen“, kritisierte er den Vorgang. „Es gibt Möglichkeiten im Umfeld“, versicherte Bürgermeister Lutz Brockmann. Auch das war Sottorff noch zu vage und er hakte weiter nach, bis Brockmann präziser wurde: „Wir sind mit der Domgemeinde im Gespräch, auf dem angrenzenden Friedhof ist viel Platz für Bäume.“

Und wann wird gebaut? Die Präzisionsarbeit auf engstem Raum hat mittlerweile ihren Preis. Statt ursprünglich 700.000 Euro gehen die Planer, neben weiteren Unwägbarkeiten, nun von circa 1,7 Millionen Euro aus. „Der ursprünglich für das kommende Frühjahr angesetzte Termin dürfte auch deshalb nicht einzuhalten sein“, sagte Fachbereichsleiter Rainer Kamermann. Konkreter könne er noch nicht werden.

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