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Startschuss zum etwas anderen Feuerwehrhaus in Verden

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Von: Heinrich Kracke

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Kurzer Augenblick, dauerhafte Wirkung: Mit dem ersten Spatenstich läuteten Brandschützer, Politik und Architekt den Aufbau eines nachhaltigen Feuerwehrgebäudes ein.
Kurzer Augenblick, dauerhafte Wirkung: Mit dem ersten Spatenstich läuteten Brandschützer, Politik und Architekt den Aufbau eines nachhaltigen Feuerwehrgebäudes ein. © Kracke

Viel Holz, Wärmepumpe, Gründach: Die Brandschützer in Verden-Walle dürfen sich auf ein nachhaltig konzipiertes Gebäude freuen.

Verden – „Gut Ding will Weile haben.“ Sollten alte Sprichworte noch eine Bedeutung genießen, dann dürfte es um das Waller Feuerwehrhaus nicht schlecht bestellt sein, für das gestern der offizielle erste Spatenstich erfolgte. Ein Gebäude, das eine neue Generation unter den brandschutztechnischen Zweckbauten einläutet. Nachhaltig wird es gebaut, eine Wärmepumpe sorgt für angenehme Innentemperaturen, ein Gründach liegt oben drauf, viel Holz kommt zum Einsatz, und ein Zufall wollte es, das eine in aktueller Zeit immer wichtiger werdende Komponente ebenfalls umgesetzt wird. Die Bauarbeiter müssen keine langen Strecken zurücklegen. Die Waller Firma Oelkers-Bau hatte die Ausschreibung gewonnen.

Und hätte es noch eines Beweises bedurft, dann wäre er gestern angetreten: Das neue Haus wird nicht nur für ein paar wenige Einsatzkräfte erschaffen. An die 80 Brandschützer mögen es gewesen sein, von der Kindergruppe bis zu den Feuerwehr-Senioren, die sich den feierlichen Moment nicht entgehen ließen. Vergessen in diesem für Walle wohl historischen Moment die Begleitumstände, die vor mehr als zwei Jahren in der öffentlichen Klage des Waller Ortsbürgermeisters Peterson gipfelte, die Ortschaft jenseits der Autobahn werde leicht mal vergessen.

Ortsbrandmeister Henning Paul ging in seiner Ansprache zunächst auf den aktuellen Bestand ein. Das Gerätehaus sei über 50 Jahre alt, es biete einem einzigen Fahrzeug Platz, ein zweites stehe in einer Scheune nebenan, und von akzeptablen Umkleidemöglichkeiten könne schon gar nicht Rede sein. Künftig werde ein Schwarz-Weiß-Bereich geschaffen, die Kontaminierungsgefahr würde damit beendet, und es stehe endlich ausreichend Raum zur Verfügung. Sein besonderer Dank galt allen ehrenamtlichen Helfern, die sich in zahllosen Stunden mit der Planung des Hauses beschäftigt haben.

Bürgermeister Lutz Brockmann hob besonders auf die Lage der kommenden Stützpunktfeuerwehr ab. „Ideal, dass am Ende ein Grundstück erworben werden konnte, das mitten in der Waller Vereinswelt liegt. Ideal auch, weil Feuerwehr kurze Wege braucht.“ Wichtig sei ihm ebenfalls, und das sagte er mit Blick auf die Kinderfeuerwehr, dass hier ein nachhaltiges Gebäude geschaffen werde. „Es mag ein bisschen teurer ausfallen, aber es dient dem Klimaschutz und damit den kommenden Generationen.“

Ortsbürgermeister Detlef Peterson erklärte, hier entwickele sich ein weiterer Mosaikstein des Feuerwehrbedarfsplanes Verden. Er wolle mit Argusaugen das Tempo des Baufortschritts verfolgen.

Den Feuerwehrbedarfsplan griff auch Kreisbrandmeister Dennis Körte in einem seiner ersten öffentlichen Auftritte auf. „Die Stadt Verden setzt ihn vorbildlich um“, stellte er fest. Stadtbrandmeister Peter Schmidt bezeichnete das Projekt als Meilenstein, er warne aber davor, angesichts der Kostenexplosion am Bau auf den letzten Euro zu schauen und womöglich am falschen Ende zu sparen.

Tatsächlich hatte Verdens Politik den Etat für das Gebäude vor einem Jahr noch auf drei Millionen Euro gedeckelt. Inzwischen ist für die Holzbinderkonstruktion, auf die Architekt Jens Focken verwies, für eine Fassade aus klaren Polycarbonatplatten, für Klinker am Sozialgebäude und für einiges mehr ein Betrag von 3,2 Millionen Euro kalkuliert. Dafür erhalten die Waller rund 1000 Quadratmeter, auf denen unter anderem vier Fahrzeuge einzuparken wären. Die Inbetriebnahme gibt die Stadt Verden mit dem kommenden November an.

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