Landkreis-Agentur „kleVer“ stellt Förderantrag

Energiesparprojekt in Kindergärten: Klimaschutz von klein auf an

Im Diensthoper Waldkindergarten probierten die Mädchen und Jungen schon einmal aus, wie viel Kraft die Sonne hat und brachten Schokolade zum Schmelzen.
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Im Diensthoper Waldkindergarten probierten die Mädchen und Jungen schon einmal aus, wie viel Kraft die Sonne hat und brachten Schokolade zum Schmelzen.

Ressourcen zu schonen und Energie zu sparen, das kann man gar nicht früh genug lernen. 35 Kitas im gesamten Landkreis Verden beteiligen sich daher am Projekt „klever Kids“. Die Klimaschutz- und Energieagentur des Landkreis Verden stellte dafür jetzt die nötigen Förderanträge.

Verden/Landkreis – Früh übt sich, wer ein Klimaschützer sein will. Das findet auch die Klimaschutz- und Energieagentur des Landkreis Verden („kleVer“). Gemeinsam mit Lisa Pischke hat „kleVer“ daher Fördermittel für ein Energiesparprojekt in Kindergärten beantragt. Ausgelegt auf vier Jahre, zielt „klever Kids“ darauf ab, die Energieverbrauche in den teilnehmenden Kindertagesstätten zu senken. Und das sind immerhin 35 Stück aus allen sieben Kommunen des Kreises.

„Im Fokus des Energiesparprojekts stehen neben der Beratung für technische und organisatorische Optimierungen insbesondere pädagogische Ansätze, die Kindern den bewussten und nachhaltigen Umgang mit begrenzten natürlichen Ressourcen nahebringen“, erklärt Annika Gerstenberg. Die Geografin ist bei „kleVer“ für den Bildungsbereich verantwortlich. „Dadurch werden Treibhausgasemissionen und Energiekosten gesenkt. Das ist gut fürs Klima sowie für die kommunalen Kassen.“

Bereits im vergangenen Jahr organisierte „kleVer“ einen Workshop für Mitarbeitende in Kitas, um diese mit den Inhalten des Projektes vertraut zu machen. Denn der pädagogische Bereich ist der eigentliche Schwerpunkt bei „klever Kids“.

Was ist Energie? Wo kommt sie her? Wofür nutzen wir sie im Alltag? Und wie können wir unseren Energieverbrauch reduzieren? Mit Fragen wie diesen sollen sich die Kleinen spielerisch in ihrem Kita-Alltag auseinandersetzen. Das nötige Werkzeug dazu erhält das pädagogische Personal über entsprechende Weiterbildungen. Außerdem werden den Einrichtungen Materialien zur Verfügung gestellt.

Erste Projekte rund ums Thema Energie fanden bereits im vergangenen Sommer statt. 16 Erzieherinnen aus dem gesamten Kreisgebiet informierten sich im Rahmen einer „kleVer“-Fortbildung über das geplante Projekt und setzten das frisch erworbene Wissen auch gleich in ihren Einrichtungen um. „Da sind schöne Sachen entstanden“, berichtet Annika Gerstenberg und nennt den Waldkindergarten Diensthop als Beispiel. Dort experimentierten die Mädchen und Jungen mit der Solarenergie. Sie brachten Schokolade per mit Lupe und der Kraft Sonne zum Schmelzen oder testeten, welche Materialien sich schnell aufheizen und welche nicht.

Von der pädagogischen Arbeit in den Kitas erwartet das „kleVer“-Team eine hohe Multiplikatorenwirkung. „Kinder können Umwelt- und Klimaschutzgedanken ganz selbstverständlich in ihre Familie und ihren Freundeskreis hineintragen und sie zur Nachahmung der neu erlernten Verhaltensweisen anregen“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Agentur. „Klimaschutz wird so behutsam in den Alltag integriert und vor Ort erlebbar.“

Ein zweites Standbein des „klever Kids“-Projektes ist ein Energiecontrolling der teilnehmenden Einrichtungen. Nach einer Bestandsaufnahme durch Energieberater gibt es Tipps von den Experten, wie schon durch kleine Veränderungen beim eigenen Verhalten Strom, Wasser oder Wärme gespart werden können. Ergänzt wird dies durch geringe investive Maßnahmen, beispielsweise neue Fensterdichtungen, Spülstopp-Tasten für WCs oder Sparstrahlregler für die Waschbeckenarmaturen.

Finanzielle Anreize sollen – neben dem Klimaschutzgedanken – zum Energieeinsparen motivieren. „Die Kitas werden für ihre Einsparungen entlohnt“, erklärt Annika Gerstenberg. „Sie erhalten die Hälfte ihrer verhaltensbedingt eingesparten Energiekosten direkt und zur freien Verwendung ausgezahlt. Die andere Hälfte der Einsparungen bleibt beim Träger.“

„Dieses Projekt bedeutet somit eine Win-Win-Win-Situation für die Kitas, die Kommunen und fürs Klima“, fasst Janine Schmidt-Curreli, die Geschäftsführerin von „kleVer“, zusammen. „Es freut uns besonders, dass alle acht Kommunen sowie sieben freie Träger mitmachen und sich mit 35 Kitas fast jede zweite Einrichtung im Landkreis für die Teilnahme am Projekt angemeldet hat. Somit können die Projektinhalte breitenwirksam und nachhaltig in alle Winkel unseres Landkreises ausstrahlen.“

Die pädagogische Arbeit in den Kitas bildet den Schwerpunkt des „kleVer Kids“-Projektes. Dafür erhalten die Einrichtungen auch das nötige Material, das Lisa Pischke (l.) und Annika Gerstenberg hier beispielhaft präsentieren.

In benachbarten Regionen, zum Beispiel in Bremen, Oldenburg, Hannover, Lüneburg oder auch dem Landkreis Schaumburg werden seit etlichen Jahren erfolgreich Energiesparprojekte an Schulen und Kitas durchgeführt. Die Erfahrungen aus den Regionen zeigen, dass durch ein energiesparendes Nutzerverhalten und kleine kostengünstige Maßnahmen in den Einrichtungen zwischen 5 und 15 Prozent an Wasser, Strom und Wärme eingespart werden können. 173 000 Euro an Energiekosten sparten beispielsweise die Schulen des städtischen Energiesparprojekts in Oldenburg innerhalb eines Jahres. Die Umwelt entlasteten sie dadurch um 500 Tonnen Kohlendioxid.

Projektstart voraussichtlich im zweten Quartal 2022

Auch die Klimaschutzmanagerin der Stadt Verden, Lisa Pischke, ist von der „kleVer Kids“-Idee überzeugt: „Das Projekt ergänzt wunderbar unsere Bemühungen, die Energieverbrauche in öffentlichen Liegenschaften und dadurch auch kommunale Ausgaben zu senken. Wir sind daher federführend an der Projektplanung beteiligt und konnten zehn Kitas im Stadtgebiet Verden für die Teilnahme am Projekt gewinnen.“

Für das Energiesparprojekt ist eine 75-prozentige Förderung bei der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) beantragt. „Besonders erfreulich ist, dass durch das Corona-Konjunkturpaket eine erhöhte Förderquote für Klimaschutzprojekte gewährt wird“, so Annika Gerstenberg.

Das „klever Kids“-Energiesparprojekt startet voraussichtlich im zweiten Quartal dieses Jahres.

Weitere Informationen Über die Aktivitäten der Klimaagentur „kleVer“ im Bildungsbereich, unter anderem für die Zielgruppe Schülerinnen und Schüler oder Auszubildende, können sich Interessierte jederzeit auf der Homepage www.klever-klima.de informieren.

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