Klimaneutraler Lückenschluss

Neumühlen III: 15 Reihenhäuser nach KfW-Standard 40plus

Ein Mann und eine Frau stehen auf einer freien, mit Raureif bedeckten Fläche und schauen gemeinsam in ihre Unterlagen. Im Hintergrund sind einige neugebaute Einfamilienhäuser zu sehen.
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Im Baugebiet Neumühlen III, zwischen Trensen- und Striegelweg, gibt es knapp 5 000 Quadratmeter freie Fläche. Hier will das „EnergieNetzwerk Bauen und Sanieren“ 15 Reihenhäuser errichten, wie Netzwerk-Sprecher Ulrich Steinmeyer Klimaschutzmanagerin Lisa Pischke berichtet.

Freien Baugrund gibt es nicht mehr in Neumühlen III, wohl aber die Option auf ein Eigenheim in dem Neubaugebiet. Denn ein Zusammenschluss mehrerer Handwerksfirmen im Landkreis Verden, das „EnergieNetzwerk“, hat vor, dort ab dem kommenden Frühjahr 15 besonders energieeffiziente Reihenhäuser zu errichten.

Verden-Dauelsen – Kein freier Bauplatz mehr in Neumühlen III in Dauelsen. „Pickepackevoll“, sagt Ulrich Steinmeyer über das Neubaugebiet und lächelt. Denn der Geschäftsführer des Verdener Naturbaustoffhandels Biber hat noch ein Ass im Ärmel: 5 000 Quadratmeter am Trensenweg. Hier will das „EnergieNetzwerk“, ein Zusammenschluss verschiedener Handwerksfirmen aus dem Landkreis Verden, ab Frühjahr 2022 insgesamt 15 Reihenhäuser in ökologischer Bauweise errichten. Und die sind noch nicht alle veräußert.

Als Diplom-Ökonom ist Steinmeyer eigentlich ein Mann der nüchternen Zahlen. Angesichts des Projektes gerät er allerdings in Schwärmen. Vor allem lobt er beim Ortstermin mit der städtischen Klimaschutzmanagerin Lisa Pischke „den extrem guten energetischen Standard“ der drei Komplexe mit sechs, fünf und vier Scheiben, die als sogenannte KfW Effizienzhäuser 40plus errichtet werden. Drei Bauabschnitte seien geplant, bereits zum Spätherbst 2022 sollen die ersten neuen Bewohner einziehen können.

Ein Beispiel dafür, wie die Reihenhäuser im Trensenweg aussehen werden. Hier ein Gebäude mit zwei Wohneinheiten. Größere Glasfronten nach Süden hin sollen im Winter Licht und Wärme einfangen, Dachüberstände und Balkone wiederum sorgen für Schatten an heißen Tagen.

Gekennzeichnet sind die Gebäude durch ihre ökologische Holzbauweise, die gute Dämmung mit dreifach verglasten Fenstern und den Einsatz vieler Naturbaustoffe von Massivholzdielen bis zum Lehmputz. Das „plus-Paket“ beinhaltet zudem eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, die genügend Strom erzeugt für den eigenen Verbrauch, für Wärmepumpe und Komfort-Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Und je nach Größe der PV-Anlage reicht die erzeugte Energie auch noch für eine „Tankstelle“ fürs Elektro-Auto.

Den Kaufpreis für die 150 Quadratmeter Wohnfläche, verteilt auf wahlweise fünf bis acht Räume, beziffert Steinmeyer bei einem Mittelteilhaus auf einem 210-Quadratmeter-Grundstück auf 410 000 Euro. Vielleicht kein Schnäppchen. Aber „das ist schon extrem gut, was wir hier bauen“, sagt der Netzwerk-Sprecher selbstbewusst.

Seinen Ausführungen ist zu entnehmen, dass im Gebiet Neumühlen in mehrfacher Hinsicht für die Zukunft gebaut werden soll. So sei bereits die Herstellung der Häuser klimaneutral. Wo beim Bau eines herkömmlichen Einfamilienhauses in gleicher Größe rund 50 Tonnen CO2 freigesetzt würden, lagerten die Effizienz-Reihenhäuser aus Holz jeweils 15 Tonnen ein, rechnet der Fachmann vor.

Beim Innenausbau hatten die Planer die Zukunft der Bewohner im Blick. Breite Türen und stufenlose Eingänge beispielsweise machen die Gebäude möglichst barrierearm. Außerdem seien die Häuser so geplant, dass sich das Erdgeschoss später einmal abtrennen und die obere Etage sich zu einer Einliegerwohnung umbauen lasse.

Ulrich Steinmeyer ist erstaunt, dass es bundesweit bislang nur wenig Vergleichbares gibt. Klimamanagerin Lisa Pischke rechnet daher mit einer gewissen „Strahlungswirkung“, die das Verdener Projekt haben könnte. Steinmeyer gibt ihr Recht. „Es wird keine fünf Jahre dauern, dann werden auch andere Kommunen nach solchen Lösungen suchen.“ Verden hat sie dann schon.

Kontakt

Wer sich für eines der effizienten Reihenhäuser im Trensenweg interessiert, kann unter energienetzwerk-gmbh.de Näheres über das Projekt erfahren.

Von Katrin Preuß

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