Ein kleiner Eichkater ist bei den Gehrmanns ein vierbeiniges Familienmitglied auf Zeit

Waisenkind von der Artilleriestraße

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Noch hat „Eichi“ die Augen fest geschlossen. Sind sie erst einmal geöffnet, wird die Pflege des Kleinen leichter.

Verden - „Eichi“ muss einen Schutzengel gehabt haben: Das Eichhörnchen-Baby war mit seiner Mutter unterwegs, als sie an der Artilleriestraße von einem Auto überfahren wurde. Das Muttertier war sofort tot, doch der auf vier bis fünf Wochen geschätzte Nachwuchs hat den Unfall, an den Körper der Mutter geklammert, unbeschadet überlebt.

Petra Gehrmann, die zufällig an Ort und Stelle war, nahm sich daraufhin des Zwerges an und päppelt ihn gemäß den Empfehlungen eines in Etelsen praktizierenden Tierarztes auf.

Als der kleine „Eichi“ Mitte der vergangenen Woche in die Familie kam, wog er gerade mal 40 Gramm, vier Tage später ist die Gewichtsangabe der digitalen Küchenwaage bereits auf 60 Gramm vorgerückt. „Wir sind auf einem guten Weg. Ich hoffe, dass ,Eichi‘ überlebt und groß und stark wird“, so seine Retterin.

Alle drei bis vier Stunden – rund um die Uhr – reicht Petra Gehrmann dem kleinen Waisen eine spezielle, ursprünglich für Katzenjungen gedachte Aufzugsmilch als Nahrung aus einer Spritze. Außerdem wechselt sie die wärmenden Einlagen in seinem Kuschelkästchen aus, damit der winzige Pensionsgast es auch schön warm hat und es mit der Verdauung klappt. „Ja, ein bisschen anstrengend ist das schon, aber man kann das Kleine ja nicht einfach so seinem Schicksal überlassen“, sagt die Erzieherin. Mit „Eichi“, der vielleicht sogar noch Geschwister hatte, die nach dem Verlust des Muttertiers wahrscheinlich im Bau verhungert sind, hat es das Schicksal gut gemeint. Das Familienleben der Gehrmanns ist zurzeit natürlich stark auf die Bedürfnisse des Tierchens fokussiert, das Petra Gehrmann auch täglich mit zur Arbeit nimmt. „Anders“, so sagt sie, „kann ich die Fütterung des Kleinen nicht leisten.“

Inzwischen ist das Tierbaby bereits deutlich auf seine Ziehmutter fixiert, andere Personen sind nicht so gefragt. In den nächsten Tagen wird „Eichi“ seine bislang noch fest geschlossenen Augen öffnen und die Abstände seiner Fütterungszeiten können vergrößert werden.

Und wenn er im Alter von etwa zehn Wochen nicht mehr gesäugt werden muss, muss eine Haltungsalternative für den kleinen Wicht gefunden werden. Er soll sich schließlich mit Artgenossen umgeben, in der Wildnis und nicht bei den Menschen. Das ist das Ziel, und so ist „Eichi“ nur ein Familienmitglied auf Zeit.

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