Auf Backstage-Tour: 20 Gewinner erleben die Domweih von einer ganz anderen Seite

Die kleinen Geheimnisse

Siegbert Friedt, Chef vom Betrieb „Zum Schinderhannes“, bereitet Spießbraten für die Tour-Teilnehmer zu. - Fotos: Schumacher

Verden - Auf der Domweih klappt alles wie am Schnürchen – so wirkt es zumindest für Gäste. Was sich tagtäglich hinter den Kulissen der Schaustellerbetriebe abspielt, durften 20 Teilnehmer auf der rund zweistündigen Domweih-Backstage-Tour erfahren.

Die startete mit den Domweih-Lebkuchenherzen, die Angelika Revermann, Leiterin der Verdener Tourist-Info, allen überreichte. Revermann organisierte die diesjährige Tour zusammen mit Torsten Morawe, Lebensmittelkontrolleur beim Landkreis, Albert Coldewey, Chef vom „Eis wie Sahne“, Marktmeister Rüdiger Nodorp sowie der Verdener Stadtführerin Sabine Lühning.

Michael Burghard (links) erklärt interessierten Gästen das Besondere seines Riesenrads „Roue Parisienne“.

153 Geschäfte sind in diesem Jahr auf der Domweih vertreten. Einige von ihnen gaben den Teilnehmern exklusive Einblicke in das Jahrmarkt-Geschäft. Siegbert Friedt, Chef vom „Schinderhannes“, erklärte, dass sein Imbissbetrieb in stolze neun Lkw verladen wird. Friedt und seine Angestellten sind bereits seit 25 Jahren in Verden. Ihr Können bewiesen sie den Domweih-Touristen mit einer Spießbraten-Kostprobe. 22 Wochen pro Jahr verbringt der Gastronomie-Chef im Wohnwagen, während er deutschlandweit über Jahrmärkte tourt. „Wie schrecklich“, waren sich die Tour-Gewinner einig.

An der nächsten Station ging es hoch hinaus: Das Riesenrad „Roue Parisienne“ von Michael Burghard ist 48 Meter hoch und kann 216 Personen in luftige Höhen bewegen. „Das Riesenrad ist ganze 200 Tonnen schwer. Für Rollstuhlfahrer haben wir eine spezielle Gondel“, betonte Burghard. Wer sich wunderte, warum das Riesenrad dieses Jahr an einer ungewohnten Stelle steht: Ursprünglich sollte das „Columbia“-Riesenrad von Burghard auf die Domweih kommen. Allerdings wurde dies spontan für die EM-Fanmeile in Berlin gebucht – das „Roue Parisienne musste einspringen. Da es wesentlich größer ist, musste platztechnisch improvisiert werden.

Ein paar mutige Teilnehmer wagten eine Runde im Riesenrad – das sei bei den sommerlichen Temperaturen allerdings trotzdem keine Abkühlung gewesen, lachten die Teilnehmer.

Claudia Vespermann und Albert Coldewey hinter dem „Breakdancer No.1“.

Der nächste Stopp stand bei „Thilo’s Vesperhaus“ an. Dort erklärte Co-Chefin Rosi Ahrend, wie die Lebensmittelkontrolle abläuft: „Herr Morawe kommt spontan vorbei und prüft genau nach, ob wir alle Hygiene-Vorschriften einhalten. Er kann theoretisch einfordern, dass ich für seine Prüfung die ganze Bude auseinander baue“, lachte die Imbiss-Betreiberin. Morawe musste während seiner Zeit als Lebensmittel-Kontrolleur zum Glück noch keinen einzigen Betrieb auf der Domweih schließen. Mit Schutzkittel bekleidet, bekamen die „Backstager“ im Vesperhaus die einmalige Gelegenheit, Torsten Morawe über die Schulter zu schauen. In „Thilo’s Vesperhaus“ arbeiten 13 Leute, auch vegetarische Spezialitäten hat der Imbissbetrieb im Angebot.

Danach ging es weiter zum „Eis wie Sahne“. Das Eisgeschäft wird von Albert Coldewey und Britta Manke betrieben. Das Besondere? Die Eiswaffeln werden direkt im Wagen mit einem speziellen Karussell-Backofen gebacken. Vom Geschmack durften sich die Teilnehmer direkt überzeugen und das passte gut: Nach der Lebensmittelkontrolle inmitten von heißen Pfannen, Pommes und Bratwurst wurde es doch ganz schön warm.

Zum Schluss ging es noch beim „Breakdancer No.1“ von Claudia Vespermann vorbei. Sie zeigte die aufwendige Technik, die hinter dem Karussell steckt: „Allein vom Motor könnte man sich einen ganzen Kleinwagen kaufen.“ Den Breakdancer gibt es bereits seit 30 Jahren, doch seine Bauteile sind alle jünger. Die TÜV-Auflagen fordern ständige Erneuerungen von Einzelteilen. Um einen Standplatz auf der Domweih muss sich das Team um Claudia Vespermann jedes Jahr erneut bewerben. Beim abschließenden Resümee in der Almhütte von Familie Renoldi zeigten sich alle Teilnehmer beeindruckt von der Backstage-Tour. - mas

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