Sitzverluste bei SPD und CDU

Kleine und größere Verschiebungen

Ein Saal mit Tischen und Stühlen. Darauf liegen Papierstapel
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Bleibt es bei der Suche nach gemeinsam getragenen Entscheidungen im Verdener Stadtrat oder kommt es zur Gruppenbildung: Noch ist alles offen.

Verden – Die CDU ist mit 33,08 Prozent stärkste Fraktion im Verdener Stadtrat. Zu verdanken hat sie es unter anderem Zugpferd Jens Richter, der allein 1 991 Stimmen für sich verbuchen konnte. Ein ebenso deutliches Ergebnis gibt es bei der SPD (29,69  % ) nicht. Allein Karin Hanschmann konnte sich mit 913 Stimmen deutlich vom Rest der Fraktion absetzen.

  • Stärkste Fraktion im Verdener Stadtrat wird die CDU.
  • SPD verliert drei Sitze.
  • Die Grünen gewinnen drei Sitze dazu.

Bei den Grünen (19,23 %) punkteten Johanna König (578) , Sven Ommen (436) und Alina Ludas (357). Erfahrene Lokalpolitiker wie Henning Wittbold-Müller (964) und Jürgen Weidemann (495) haben weiterhin das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler, die der FDP (11,25 %) mit ihrer Zustimmung einen vierten Sitz im Stadtrat bescherten. Die Linke (2,72 %) ist weiterhin mit einem Sitz vertreten. Ebenfalls einen Sitz haben sich die Freien Wähler (4,03 %) gesichert.

Sitzverteilung: CDU und SPD büßen ein, Grüne und FDP legen zu. Grafik: Votemanager

Die Sitzverteilung im Überblick: CDU 12, SPD 11, Grüne 7, FDP 4, Die Linke 1, Freie Wähler 1. Für die CDU ziehen folgende Bewerber in den Stadtrat ein: Jens Richter (direkt), Sven Sottorff (direkt), Detlef Peterson (direkt), Lars Brennecke (direkt), Anja König (direkt), Frank Medenwald (direkt), Lukas Reipert (direkt), Wolf Hertz-Kleptow (direkt), Barbara Duprée (direkt), Andrea Wacker (Listenplatz 2), Imke Burhop (Listenplatz 4) und Jürgen Moje (Listenplatz 9).

In der SPD-Fraktion werden Karin Hanschmann (direkt), Claudia Schlosser (direkt), Carsten Hauschild (direkt), Özge Kadah (direkt), Umut Ünlü (direkt), Heinz Möller (direkt), Michael Otten (Listenplatz 4), Angela Günther-Sogorski (Listenplatz 5), Leon Baier (Listenplatz 6), Antje Engel (Listenplatz 7) und Claudia Wehrstedt (Listenplatz 9) vertreten sein.

Die Fraktion der Grünen setzt sich aus Johanna König (direkt), Sven Ommen (direkt), Alina Ludas (direkt), Rasmus Grobe (Listenplatz 2), Janina Tessloff (Listenplatz 3), Bärbel Rater (Listenplatz 5) und Werner Reichmann (Listenplatz 6) zusammen, die der FDP aus Henning Wittboldt-Müller (direkt), Jürgen Weidemann (direkt), Annika Listner (direkt) und Stefan Kleinichen (Listenplatz 3). Sonja Toaspern (Die Linke, Listenplatz 1) und Kai Rosebrock (Freie Wähler, direkt) vertreten ihre Parteien im Rat mit jeweils einem Sitz.

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Zugelegt haben neben der FDP die Grünen, die statt mit vier jetzt mit sieben Sitzen im Stadtrat vertreten sind. Die CDU verliert einen Sitz, die SPD zwei Sitze (siehe Übersicht links).

Henning Wittboldt-Müller, Fraktionvorsitz FDP.

Vermutlich bleibt alles so, wie es bisher gelaufen ist

Die Verschiebungen werden nach Ansicht von Henning Wittboldt-Müller kaum Einfluss auf die Arbeit im Stadtrat haben. Er freut sich, dass es schon in jüngster Zeit mehr Zusammenarbeit über die Parteien hinweg gegeben hat. „Dass blockiert wird, nur weil ein Vorschlag nicht aus der eigenen Partei kommt, macht doch keinen Sinn.“

Jens Richter, Vorsitzender der CDU-Fraktion.

Ähnlich sieht es Jens Richter, Fraktionsvorsitzender der CDU, der mit dem Ergebnis der Stadtratswahl zufrieden ist, obwohl es einen Sitzverlust gab. „Aber wir sind stärkste Fraktion und haben das Ergebnis der vorangegangenen Wahl halten können.“ Rückenwind aus Berlin habe es ja leider nicht gegeben. Auch mit den Ergebnissen in den Ortsräten ist Richter zufrieden. „Bis auf Scharnhorst und Dauelsen haben wir überall die Mehrheit.“

Wie sich die künftige Ratsarbeit gestalten wird, lässt er noch offen. „Man muss sich fragen, ob man Gruppen bilden möchte und Mehrheiten festlegt oder, ob man weiter mit einer offenen Ratsmehrheit arbeiten möchte.“ Damit habe man gute Erfahrungen gemacht. „Es ist Demokratie, sich auf kommunaler Ebene einig zu werden und nicht auf Ideologien zu pochen.“ Es werde aber auch Sondierungsgespräche geben. „Aber meistens haben wir die großen Vorhaben auch mit großer Mehrheit im Stadtrat beschlossen.“ Konstruktiver Streit gehöre jedoch ebenso dazu, um am Ende die beste Lösung zu finden.

Carsten Hauschild, Vorsitzender SPD-Fraktion.

Zwei Sitze hat die SPD-Fraktion einbüßen müssen. Grund könnte sein, dass sich Jutta Sodys und Gunda Schmidtke nicht mehr aufstellen lassen haben. Auch der Wechsel des Fraktionsvorsitzes sei nicht eben förderlich gewesen, fasst Fraktionsvorsitzender Carsten Hauschild zusammen. „Wir haben uns strukturell neu aufstellen müssen.“ Für die zukünftige Arbeit im Stadtrat wollte er keine Prognosen abgeben. „Erst muss es ein Gespräch mit der Fraktion geben.“ Es seien die gleichen Sachen, für die man kämpfen müsse. Gemeinsam habe man große Projekte umgesetzt.

Johanna König, Spitzenkandidatin Die Grünen.

Die Grünen haben nur ganz knapp die 20 Prozent-Marke verpasst

Gute Stimmung auch bei den Grünen: Spitzenkandidatin Johann König hat am Sonntagabend mit ihren Parteikollegen das gute Ergebnis gefeiert. Immerhin hat es der Fraktion drei Sitze mehr im Stadtrat beschert. Johanna König: „Wir haben nur ganz knapp die 20 Prozent-Marke verpasst. Das haben wir uns gewünscht, und auch die Stimmung bei unseren Veranstaltungen ist sehr gut gewesen. Wir haben viel positives Feedback bekommen. Aber es ist immer schwierig, im Vorfeld abzusehen, wie sich die Dinge entwickeln.“ Eine Aussage darüber zu machen, wie die Arbeit im Stadtrat zukünftig aussehen werde, dafür sei es noch zu früh. Da stünden noch interne Gespräche aus.

Weil es bisher und auch für die nächsten fünf Jahre keine klaren Mehrheiten gibt, sagt Johanna König: „Die guten Themen sollten sich durchsetzen. Was wir in der Vergangenheit besetzt haben, ist von den Wählerinnen und Wählern honoriert worden.“ Dafür bedanke sie sich im Namen der Fraktion und freue sich auf die Zusammenarbeit mit den Neuen.

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