Vier junge Falken werden im St. Andreas-Kirchturm großgezogen

Klein, aber flauschig

Ein kleines flauschiges Falkenbaby sitzt in seinem warmen Nest und schaut noch etwas schüchtern in die Kamera. - Fotos: Bruns

Verden - Wer Turmfalken sucht, der findet sie, na klar, oft in Türmen. Die St. Andreas-Kirche ist offenbar besonders beliebt bei den Greifvögeln. Die erste Brut wird gerade flügge, während auf der gegenüberliegenden Seite des gleichen Turmes eine zweite Brut großgezogen wird. Ungewöhnlich waren zudem die Szenen, die sich diese Woche außerhalb des Gotteshauses abgespielt haben.

Passanten hatten einen Falken entdeckt, der unten auf dem Straßenpflaster saß. Als sie sich ihm näherten, sei er einen Baum am Stamm hinaufgelaufen, berichtete eine Frau. Ob es sich um einen jungen Falken handelte, vermochte niemand zu beurteilen.

Sieht aus wie ein Angriff – doch die beiden Falken kämpfen nicht, sie kabbeln sich nur.

Mindestens drei junge Falken saßen derweil hoch oben in ihrem Nest und schienen die warme Abendsonne auf ihrem Federkleid zu genießen. Dort hatte der Nabu Verden im Frühjahr eine Nisthöhle angebracht. „Im letzten Jahr hatten wir die Kuriosität, dass die Falken auf Taubenschutznägeln gebrütet haben“, erklärte Christian Dibbern aus der ornithologischen Arbeitsgruppe des Nabu Verden. Und es freute ihn sehr zu hören, dass der Kasten von den Vögeln angenommen worden ist. Was sich einige Meter tiefer am Mauerwerk abspielte, wirkte – laienhaft betrachtet – wie ein Angriff. Der Falke aus dem Baum war bis zu einem Eisen geflattert und saß gut getarnt ganz eng an den Steinen. Dann tauchte ein zweiter Falke auf und es schien zumindest so, als wenn er den Vogel am Mauerwerk angreifen würde. Dibbern wertete das Ganze an Hand der Fotos als eine Art Spiel. „Die kabbeln sich“, erklärte der Naturschützer, der sich dann selbst ein Bild vor Ort machte. „Die Falken entwickeln sich großartig und sind flügge“, berichtete er später.

Von all dem unberührt saßen vier ganz junge Falken auf der gegenüberliegenden Seite des Turms zu dem Pastor Michael Speer Zutritt gewährt hatte. Dieses zweite Turmfalkengelege mit den vier Jungvögeln ist laut Dibbern eine Besonderheit für Mitte Juli. „Sie sind noch im Dunenkleid, also spät geschlüpft, was eigentlich sehr selten ist“, erklärte er. Es müssten somit zwei Turmfalkenpaare im Turm der St. Andreas-Kirche sein, denn diese würden immer nur eine Brut im Jahr machen. 

wb

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