Kreis bundesweit nur im Mittelfeld

Klassenziel bei Müll nicht erreicht

Die Pro-Kopf-Produktion von Müll hat zugenommen.

Landkreis - Menschen machen Müll, manche mehr, manche weniger: Im Kreis Verden 164,3 Kilo Haus- und Sperrmüll pro Kopf für die Tonne. Das hat das statistische Landesamt für 2014 ermittelt. Bürger und Betriebe haben so das einstmals formulierte Ziel, abfallärmster Kreis zu werden, nicht erreicht. Meister der Müllsparer ist der Kreis Aschaffenburg mit 55 Kilogramm Haus- und Sperrmüll pro Kopf. Der Kreis Verden liegt mit 109 Kilo mehr nicht mal unter den Top zehn.

Platz 173 hat der Landkreis Verden unter den 393 Müllmachern bundesweit, deren Daten die Statistischen Landesämter ausgewertet haben. Die rote Laterne hat Bremerhaven: 358,7 Kilo Haus- und Sperrmüll pro Kopf.

Aber eigentlich macht der Mensch im Kreis Verden deutlich mehr Müll. Denn Haus- und Sperrmüll ist nur ein Teil des Müllbergs, den das Leben so mit sich bringt: Der Pro-Kopf-Wert summierte sich 2014 auf 21 884 Tonnen Haus- und Sperrmüll. Aber die Gesamttonnage der Haushaltsabfälle lag bei 59 780 Tonnen.

Der Trick liegt in der Deklaration. Denn Abfall ist nicht gleich Abfall. Wird Abfall als Wertstoff deklariert, kommt er raus aus der Müllmenge und das wirkt sich auf die Statistik aus: Das komplette Aufkommen an Haushaltsabfällen im Landkreis Verden lag 2014 bei 448,7 Kilo pro Kopf. Dieser Wert betrug zehn Jahre zuvor 404,7 Kilogramm: Also eindeutig mehr Müll pro Nase.

Beim Versuch zu erklären, warum die Menschen im Kreis Verden dreimal soviel Müll pro Nase produzieren wie im bayerischen Kreis Aschaffenburg spielt die föderale Struktur eine Rolle. Gelbe Tonnen, Gelbe Säcke, Blaue Tonnen, Grüne Tonnen, Braune Tonnen, Heimkomposter, Glascontainer, Wertstoffhöfe, die zuständigen Stadt- und Landkreise entsorgen überall anders. Und in der Villa Kunterbunt der Müllentsorgung reitet der eine oder andere auch noch sein Steckenpferd. Propagiert flach und rund oder Altkleider in die Papiertonne.

Vergleichen lässt sich aber, wie Spitzenreiter, Schlusslicht und der Landkreis Verden bei den anderen Müllarten aufgestellt sind: So liegt das Pro-Kopf-Aufkommen organischer Abfälle im Kreis Aschaffenburg bei 178,4 Kilogramm. Im Kreis Verden sind es 121,2 Kilogramm und Haushaltsabfallschlusslicht Bremerhaven kommt auf 58,5 Kilogramm. Dazu sortieren die bayerischen Mülltrenner pro Nase 191,9 Kilo Wertstoffe aus und stopfen sie nicht in die graue Tonne. In Bremerhaven sind es dagegen 102,1 Kilogramm pro Kopf. Und im Kreis Verden? 163,1 Kilogramm Wertstoff pro Mensch.

Die Deutsche Meisterschaft beim Müllsparen ist eng mit der Weltmeisterschaft beim Mülltrennen verbunden, die die Deutschen gerne für sich reklamieren. Aber der Haushaltsabfall an sich ist immer noch da. Er ist bundesweit in den letzten zehn Jahren auch nicht weniger geworden, sondern sogar um 10,6 Kilo pro Kopf gestiegen (im Kreis Verden um 44,1 Kilo). Nur ein Teil (vor allem Verpackungen) heißt jetzt Wertstoff. Rosenheim liegt mit 281,1 Kilo in der Wertstoff-Bundesliga sogar noch besser als der Kreis Aschaffenburg. Da gibt’s für die Menschen im Kreis Verden noch einiges aufzuholen.

zds

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