Wenn Aller und Weser über die Ufer kommen

Schutz vor Hochwasser: Kleiner Deich für
Verdener Kläranlage

Ein extremes Hochwasser könnte das Klärwerk Verden lahm legen.
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Ein extremes Hochwasser könnte das Klärwerk Verden lahm legen.

Verden – Wer auf der Verdener Kläranlage steht, auf einer leichten Anhöhe, der kann das Wasser der Aller in der Ferne schimmern sehen. Kaum denkbar, dass es da nicht bleibt und näher kommt. Doch was, wenn der Fluss über die Ufer steigt? Klimawandel und extreme Wetterereignisse, unwahrscheinlich ist das nicht, sagen Experten. Bei 13,80 Meter über Normal Null, dann droht auf dem Gelände des Eigenbetriebs Landunter. Soweit soll es nicht kommen.

Um- und neu gebaut wird auf der Kläranlage. Bis 2030 soll alles fertig sein. Dazu gehört auch der Hochwasserschutz. Das Team um Betriebsleiter Uwe Gerdes hat sich den Rat von Experten eingeholt, mehre Modelle wurden durchgespielt und von einer Fachfirma vorgestellt. Und: „Bei einem extremen Ereignis treten die höchsten Wasserstände an der südlichen Grenze der Kläranlage auf“, so Gerdes in der Sitzung des städtischen Betriebsausschusses.

Kläranlage Verden: Landunter bei 13,80 Meter über NN

Es ist das Zusammenspiel von Aller und der Weser, dass im Rahmen des Gutachtens beobachtet und bewertet wurde. Wenn es brenzelig wird, dann sprechen die Experten von einem HQextrem. Die Weser würde in dem Fall bei 14,01 Meter, die Aller bei 14,14 über Normal Null stehen. Die Wälle, mit denen die Kläranlage bislang geschützt ist, liegen zwischen 13,80 und 13,90 Meter. „Das Wasser würde rüber und in die Anlage laufen“, schildert Gerdes.

HQextrem: Die Weser würde in dem Fall bei 14,01 Meter, die Aller bei 14,14 über Normal Null stehen.

Das Hochwasser sucht sich aber nicht nur den Weg über den Wall. Gefahr würde auch mit einem sogenannten Rückstau drohen. Gereinigtes Klärwasser, das aus den Auslaufbecken aus der Anlage fließt, werde bei dem Extremereignis durch den Druck der ankommende Flut zurückgedrängt. Das Rohrsystem ist zudem der Türöffner, nachfolgend das Wasser von Aller und Weser ungebremst auf das Gelände strömen zu lassen.

Gefahr auf der Kläranlage durch Rückstau

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, wollen die Planer ausloten, das mögliche Extremereignis beherrschbar zu machen. „Eine Lösung wäre die Erhöhung der Wallanlagen“, sagt Gerdes. Aber mal eben Erde oben drauf zu schütten, ist zu einfach gedacht. „Wir sprechen dann schon über umfangreichere Baumaßnahmen auch im Fundament“, erkärt der Betriebsleiter. Ein kleiner Deich, sozusagen. Der Rückstau in den Auslaufbecken ließe sich mit dem Einbau einer Rückschlagklappe regeln. Die Flut kommt und drückt die Klappe zu. Das geklärte Wasser in den Becken müsste dann über ein Pumpwerk entsorgt werden, so Gerdes. Wie die Pläne umzusetzen sind, soll im Ausschuss vorgestellt werden.

Entsorgung des Verdener Klärschlamms: Weitere Diskussion in den Fraktionen

Noch zu keiner endgültigen Entscheidung konnten sich die Mitglieder des Betriebsauschusses durchringen, wohin künftig der Klärschlamm des Eigenbetriebs gehen soll. Verwaltung und Eigenbetrieb hatten vorgeschlagen, den Schlamm, jährlich 5000 Tonnen, ab dem Jahr 2022 über die Gesellschaft „Klärschlammverwertungsanlage der kommunalen Nährstoffrückgewinnung Niedersachsen“ (KNRN) zu entsorgen. Verden ist neben weiteren fünf Kommunen Gründungsmitglied der KNRN. Gemeinsam wollen die sechs Mitglieder mit weiteren Städten und Gemeinde in Hildesheim eine Anlage bauen, um dort ab 2025 den Schlamm zu verbrennen. Bis die Anlage steht, so der Plan des Eigenbetriebs, solle die KNRN schon mal ab dem kommenden Jahr den Schlamm abfahren und entsorgen. Dem Ausschuss, der dem Bau der Anlage in Hildesheim noch nicht zugestimmt hat, ging das zu schnell. Es gebe noch Beratungsbedarf in den Fraktionen, hieß es. Die Vorlage wurde bis zur nächsten Sitzung vertagt.

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