Eigenbetrieb baut neue Schlammentsorgung / Beginn im September / Weitere Investitionen

Kläranlage: Start des Millionenprojektes

Seit Jahrzehnten ein unverändertes Bild: Die Silhouette der Verdener Kläranlage wird sich in den kommenden Jahren grundlegend verändern.
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Seit Jahrzehnten ein unverändertes Bild: Die Silhouette der Verdener Kläranlage wird sich in den kommenden Jahren grundlegend verändern.

Verden – Sanierung, Neubauten und damit verbundene Umstrukturierungen auf dem Gelände der Verdener Kläranlage nehmen Formen an – und kosten Geld. Circa 9,5 Millionen Euro steckt der Eigenbetrieb Abwasser in den kommenden eineinhalb Jahren in die weitere und vor allem notwendige Modernisierung der Anlage. Baubeginn soll im September 2021 sein.

Nicht alles, aber vieles wird sich in den kommenden Jahren auf der Verdener Anlage um Ablauf und Organisierung der Entsorgung des Klärschlamms drehen. Mit dem Plan, den Schlamm – in einer noch zu bauenden Anlage in Hildesheim – zu entsorgen, müssen zudem etliche Anforderungen auf dem Gelände in Verden gelöst werden. Dazu gehören auch Sanierung und Abriss von Altanlagen.

Ganz oben auf der Liste steht der Ersatz der abgängigen Schlammstapelbehälter. Die beiden alten Behälter, Fassungsvermögen circa 1 000 Kubikmeter, machen Platz für zwei mal 2 000 Kubikmeter große Türme, Höhe circa 15 Meter. Die doppelte Menge an Lagerkapazitäten mache Sinn, so Betriebsleiter Uwe Gerdes. „Neben den bisherigen Behältern gibt es weitere kleine Sammeleinheiten, die wir mit dem Neubau auflösen können.“ Zentral und übersichtlich, so die künftige Idee. Der getrocknete Schlamm, so ein Puzzleteil der Anlage, wird in einem weiteren Speicher, circa 600 Kubikmeter Fassungsvermögen, gelagert. Und auch da blicken die Planer bereits in die Zukunft: Der Silo ermöglicht eine direkte Beladung der für den Abtransport anreisenden Lkw. Nach dem Motto: Ranfahren, per Fördertechnik aufladen, abfahren. „Derzeit müssen wir den Schlamm mit dem Frontlader auf die Lkw laden. Sehr umständlich und damit zeitaufwendig“, erklärt Gerdes. Mehr Schwerlastverkehr auf der Anlage heißt zugleich auch, Zuwegungen auf dem Gelände müssen belastbarer sein und dementsprechend ausgebaut werden.

An Neubau und Sanierung der Faulung sowie der Energiezentrale führt kein Weg vorbei. Die Havarie im Jahr 2017 und die anschließenden Untersuchungen setzen den Verantwortlichen ein klares Zeitfenster. „Die Restbetriebsdauer der damals havarierten Faulstufe läuft in Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde im Jahr 2023 aus“, hatte Projektleiterin Kerstin Selig in einer vorangegangenen Sitzung des städtischen Betriebsausschusses deutlich gemacht.

Mit der Planung des Um- und Neubaus hat der Eigenbetrieb das Achimer Unternehmen Dr. Born – Dr. Emel beauftragt. Das Projekt laufe nach einem klar gesteckten Zeitplan ab, wie Betriebsleiter Uwe Gerdes ankündigte. Geben Betriebsausschuss in der Sitzung am Mittwoch, sowie der Stadtrat grünes Licht, soll noch im September mit Abriss und Bau begonnen werden.

Der geplante Ablauf des Projektes:

• Abbruch der Altanlagen

• Erneuerung der Brauchwasserversorgungsanlage.

• Errichtung Schlammspeicher – Stahlbetonhochbehälter von 2 000 Kubikmeter.

• Errichtung Multifunktionsspeicher – Stahlbetonhochbehälter von 2 000 Kubikmeter.

• Bau des Schubbodenbehälter als Schlammspeicher – Stahlhochbehälter, 605 Kubikmeter.

• Herstellung Rohrförderanlage für entwässerten Klärschlamm.

• Neubau Fällmitteldosieranlage biologische Stufe.

• Bau Verkehrsanlagen.

• Herstellung automatisierte Schlammverladung für Lkw.

• Hinzukommen der Neuaufbau der für die Prozessabläufe notwendigen Stromversorgung mit Leitungs- und Computertechnik.

Neben dem Umbau und Neubau der Anlage in Verden treibt der Eigenbetrieb die zuverlässige Entsorgung des Klärschlamms weiter voran. Die Ausbringung des Reststoffes durch die Landwirtschaft ist aufgrund verschärfter Rahmenbedingungen ab 2029 begrenzt. Der Weg des Verdener Klärschlamms führt nach Hildesheim. Der Beitritt zur Kommunalen Nährstoffrückgewinnung Niedersachsen (KNRN) ist beschlossen, das Konsortium aus insgesamt 24 Mitgliedern will in der Nähe des dortigen Hafens eine Entsorgungsanlage zur Schlammverbrennung bauen.

Auch in den kommenden Jahren soll im Bereich des Eigenbetriebs kräftig investiert werden, wie der langfristige Wirtschaftsplan ausweist. Für das umfangreiche Projekt „Klärwerk 2030“ stehen insgesamt circa 45 Millionen Euro in den Büchern.

Von Markus Wienken

Das Klärwerk 2030: So soll die Anlage nach Fertigstellung aussehen.

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