Hoffen auf Nachricht aus dem Kultusministerium

Strengere Lockdown-Regeln zu ungenau: Kitas müssen die Füße stillhalten

Ungenaue Kriterien: Nur 50 Prozent der Kinder, die sonst wochentags in den Kindertagesstätten sind, dürfen ab dem 11. Januar betreut werden. Wonach diese ausgesucht werden, steht aber noch nicht fest.
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Ungenaue Kriterien: Nur 50 Prozent der Kinder, die sonst wochentags in den Kindertagesstätten sind, dürfen ab dem 11. Januar betreut werden. Wonach diese ausgesucht werden, steht aber noch nicht fest.

Verden – Eines steht fest: Die neuen Corona-Regeln, die am kommenden Montag, 11. Januar, in Kraft treten, sind streng. Für einige werfen die beschlossenen Beschränkungen jedoch viele Fragen auf. So ist zwar in den Schulen geklärt, wie und in welchem Rahmen der Unterricht in den nächsten Wochen ablaufen soll. Der Rahmen der Notbetreuung in den Kindertagesstätten ist aber noch nicht gesteckt.

„Es ist sehr unbefriedigend“, kritisiert Hilde Zimmermann, Fachberatung für städtische Kindertagesstätten in Verden, die aktuelle Lage. Lediglich einen Satz gibt das Niedersächsische Kultusministerium den Kitas an die Hand: „Die Kindertageseinrichtungen wechseln in das Szenario C und sind damit im Grundsatz geschlossen. Notbetreuung wird bis zu 50 Prozent der Gruppengröße angeboten“, hat es das Ministerium unter www.mk.niedersachsen.de formuliert.

„Das bedeutet, dass die Gruppen auf keinen Fall voll besetzt werden dürfen, sondern nur noch die Hälfte der Kinder betreut werden kann“, sagt Zimmermann. Nun bestehe eine Kita-Gruppe in Verden allerdings meistens aus 25 Kindern. Ob in so einem Falle auf- oder abgerundet werden soll und dementsprechend 12 oder 13 Kinder Plätze bekommen, wisse niemand.

Verdener Kitas stehen vor vielen offenen Corona-Fragen

Ebenfalls überhaupt nicht klargestellt sei, wer sich für die Notbetreuung qualifiziere. „Für die Schulen gibt es da einen Leitsatz, aber die Kriterien können wir ja nicht einfach so übertragen“, erklärt Zimmermann. Laut dem Niedersächsischen Kultusministerium diene die Notbetreuung in Schulen dazu, „Kinder aufzunehmen, bei denen mindestens eine Erziehungsberechtigte oder ein Erziehungsberechtigter in betriebsnotwendiger Stellung in einem Berufszweig von allgemeinem öffentlichem Interesse tätig ist“. Aber wann wird ein Beruf betriebsrelevant? Und welche Rolle spielt das allgemeine öffentliche Interesse dabei? „Ich glaube, bei Ärzten sind wir uns da alle einig, aber was ist mit Journalisten?“, nennt Zimmermann nur eines von vielen Beispielen.

Sie hoffe inständig, dass das Ministerium diesbezüglich noch weitere Kriterien veröffentliche. „Wir haben uns schon bei Kollegen umgehört, ob jemand noch etwas genaueres weiß.“ Doch jeder tappe genauso im Dunkeln wie sie. „Wir versuchen jetzt, jemanden bis Freitag beim Kultusministerium zu erreichen. Schließlich müssen wir uns auch dementsprechend vorbereiten“, erklärt die Fachberaterin. „Leider ist diese ganze Situation nichts Neues. Wir und die Kitas kämpfen seit dem Beginn der Pandemie mit einer mangelnden Informationslage“, stellt Zimmermann rückblickend erschöpft fest.

„Wir müssen immer am Fallbeispiel entscheiden“

„Ich habe erstmal allen Kitas gesagt, dass sie vorerst noch die Füße stillhalten müssen, und hoffe, dass wir bis Freitag weitere Informationen bekommen“, so Zimmermann. „Jeder Lockdown wird in jeder einzelnen Kita anders aussehen, da alle Gruppen individuell sind. Wir müssen immer am Fallbeispiel entscheiden, ob ein Kind noch einen Platz bekommt oder nicht. Und da hilft es enorm, wenn man den Eltern erklären kann, wieso – und das anhand von festgesetzen Kriterien.“

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