Fachausschuss will keine Einschränkungen / Zuschuss von 5,5 Millionen in 2017

Kita-Kosten steigen rasant

Verden - Von Volkmar Koy. Dr. Christiane Morré propagierte recht offensiv die neuen Kennzahlen im Produktbereich „Tageseinrichtungen für Kinder“. Der Ausschuss für Jugend, Sport und Soziales staunte in der jünsgten Sitzung und winkte dann bei einer Gegenstimme die haushaltsrelevanten Zahlen ab. Fest steht, der städtische Zuschuss für 2017 hat Rekordniveau erreicht.

Die Steigerungsraten haben schon bemerkenswerte Ziffern erreicht. Musste die Stadt Verden im Jahre 2015 noch rund 3,5 Millionen Euro für die Tageseinrichtungen aufbringen, sollen es zwei Jahre später 5,5 Millionen werden. Dazu kommen ferner Zuschüsse von Land und Landkreis, außerdem die von den Eltern zu entrichtenden Gebühren.

Die Produktverantwortliche Morré nannte in der Sitzung im Rathaus unter der Leitung von Jutta Sodys weitere hoch interessante Zahlen. Vor acht Jahren seien 60 Erzieherinnen in den Kitas tätig gewesen, jetzt sind es sage und schreibe 130. Insofern seien die Personalkosten der größte Batzen in der Haushaltsvorlage. Morré weiter: „Wir brauchen Betreuer, um gute Erziehungsarbeit zu leisten.“ Die Familienstrukturen hätten sich total geändert, Ganztagsbetreuung werde immer wichtiger. Ihre Prognose: „Kitas werden zu Familienzentren umgewandelt.“ Die Lebensmittelkosten würden im übrigen von der Stadt weiterhin stark subventioniert. Das Ende der Fahnenstange scheint offenbar bislang nicht erreicht. Die städtische Expertin kündigte eine weitere Kita im Stadtgebiet für das Jahr 2019 an.

In der Diskussion errechnete Jürgen Weidemann (FDP) jetzt acht Millionen Euro an Aufwendungen. Immer mehr Eltern nähmen das Angebot wahr. Deshalb plädierte der Liberale für eine maßvolle Anhebung der Gebühren, je nach Elterneinkommen.

Schnell wurde klar, dass Weidemann mit dieser Meinung allein auf weiter Flur stand. CDU-Ratsherr Lars Brennecke betonte, das Angebot für Tageseinrichtungen unbedingt erhalten zu wollen: „Dann lieber woanders sparen.“ Auch Fachbereichsleiter Hans-Jürgen Bohling warnte vor einer Gebührenanhebung: „Das hatten wir vor einem Jahr schon einmal. Von der Mehrheit des Rates wird das nicht gewünscht.“

Die anderen Produkte wie Sportförderung sowie Integration und Inklusion passierten ohne Gegenstimmen den Ausschuss. Lediglich bei der Gemeinwesenarbeit „entfachte“ Antje Engel (SPD) eine kurze Debatte: „Gut, dass es die Ferienpassprogramme gibt.“ Ausschussvorsitzende Sodys (SPD) warnte eindringlich davor, auch die Weihnachtsferien einzubinden. „Die Anspruchshaltung einiger Eltern wird immer größer. Folglich auch die Forderungen. Dabei brauchen Kinder doch ein Zuhause“, sagte die Sozialdemokratin.

In einer weiteren Vorlage ging es noch einmal um die Kinderbetreuung, diesmal um zusätzliche Investitionen in den Tageseinrichtungen. Große Sonnenschirme zählen ebenso dazu wie eine Wasserbahn in der Kita Carl-Hesse-Straße oder Neuausstattungen in der Kita Dauelsen und eine neue Sandspielanlage in der Kita St. Josef. „Das ist nachhaltige Politik“, lobte Jürgen Weidemann, was Antje Engel kommentierte: „Da stimme ich ihm vorbehaltlos zu.“ Der Ausschuss war einstimmig der Meinung, dem Beschlussentwurf zuzustimmen.

Kommentar zum Thema von Volkmar Koy

Rubriklistenbild: © dpa

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