Kirchenkreistag beschließt Finanzplan / Zahl der Gemeindeglieder sinkt

Neue Stellen trotz Schwund

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Dr. Irmgard Günther, Sonja Bohl-Denker und Dr. Viva Volkmann vom KKT-Vorstand, hier mit Superintendentin Elke Schölper (v.l.), wurden wie Joachim Bruns in ihren Ämtern bestätigt.

Verden - Der Kirchenkreis Verden ist – im Gegensatz zu anderen – finanziell gut aufgestellt. Der Kirchenkreistag (KKT) nahm es bei seiner Sitzung am Donnerstag in Verden zufrieden zur Kenntnis. Gleichwohl muss sich auch die Region um Aller, Weser und Wümme aufgrund sinkender Mitgliederzahlen in Zukunft auf schmalere Budgets einstellen.

„Planungen sind eine Daueraufgabe ohne Dauerlösung – über einen Zeitraum von sechs Jahren gibt es viele Unwägbarkeiten, das heißt, die Planungen müssen immer wieder angepasst werden“, machte denn auch Wolfgang Thies deutlich. Der Westener stellte dem KKT gemeinsam mit dem Achimer Gerd Lepczynski die Finanzplanungen vor. Sie sind erstmals auf sechs statt bisher vier Jahre angelegt.

In den kommenden vier Hauhaltsjahren, ab 2017, stehen dem Kirchenkreis beziehungsweise seinen 23 Mitgliedsgemeinden insgesamt pro Jahr rund 6,54 Millionen Euro zur Verfügung, um die Grundstandards in sieben Handlungsfeldern zu erfüllen. Das sind Verkündigung und Seelsorge, Diakonie, Kirchenmusik und Kulturarbeit, Bildungsarbeit, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Leitung und Verwaltung.

Für 2021 und 2022, so die Ankündigung der Landeskirche in Hannover, würden die Pro-Kopf-Zuweisungen jeweils um 1,5 Prozent gekürzt. Geschuldet ist dies in erster Linie dem demografischen Wandel. Soll heißen: Es werden mehr Menschen beerdigt als getauft.

Hier macht auch der Kirchenkreis Verden keine Ausnahme. Rund 67000 Gemeindeglieder hat er aktuell, 4000 weniger als 2011. Aber: „Am Geld muss nichts Gutes scheitern“, gab Superintendentin Elke Schölper für die nächsten sechs Jahre als Parole aus.

Schließlich regierte der KKT bereits in der Vergangenheit auf den Mitgliederschwund und die damit verbundenen sinkenden Finanzmittel, indem er sechs Regionaldiakonen-Stellen schuf. Kooperationen, auch über Kirchengemeinde- und -kreisgrenzen hinweg, werden in Zukunft noch weiter ausgebaut.

Ein Beispiel dafür ist die Festanstellung von Kai Oevermann. Der Architekt ist zuständig für das Gebäudemanagement nicht nur im Kirchenkreis Verden, sondern auch in Rotenburg und Osterholz.

Und es gibt noch weitere, mittelfristig greifende Sparmaßnahmen: Zwei Pastoren, Dietrich Hoffmann aus Achim und Markus Wendebourg aus Verden, steuern auf den Ruhestand zu. Ihre Stellen werden nach dem Ausscheiden der beiden nicht wieder besetzt.

Grundsätzlich sollen alle Kirchengemeinden über ein eigenes Domizil verfügen. Dort, wo sie, beispielsweise aufgrund ihrer Größe oder ihres Zustandes, nicht mehr den heutigen Ansprüchen entsprechen, wird über den Verkauf und einen Ersatzbau nachgedacht. In Westen und Blender wird das bereits diskutiert. Bassen könnte ebenfalls ein Kandidat für einen Neubau sein, hieß es im KKT.

Das vorausschauende Wirtschaften in der Vergangenheit versetzt den Kirchenkirchenkreis auch in die Lage, neue Posten einzurichten. So wird im Bereich der Kirchenmusik eine halbe Stelle für Popularmusik, unter anderem zur Förderung von Bands, geschaffen. Einstimmig beschloss der KKT außerdem eine zweite Sozialpädagogen-Stelle im Bereich der Flüchtlingshilfe. Eine genaue Stellenbeschreibung soll in Absprache mit dem Landkreis und der Caritas erfolgen.

kp

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