Erhebliche Einsparungen

Kirchenkreis Verden: Jede fünfte Pfarrstelle vor dem Aus

Kirchenschiff mit kunstvoll gearbeitetem Altar.
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Auch die Gebäude, hier der Verdener Dom, stehen vor Einschränkungen. Archiv

Der Kirchenkreis Verden steht vor erheblichen finanziellen Einschnitten. Ursachen sind die Kirchenaustritte und der demografische Wandel.

Verden/Achim – Der Kirchenkreis Verden stellt sich auf schwere Einschnitte ein. Innerhalb der nächsten acht Jahre müsse ein Betrag von 700 000 Euro jährlich eingespart werden. Das erklärt Superintendent Fulko Steinhausen in einer Pressemitteilung. Etwa jede fünfte Pfarrstelle drohe gestrichen zu werden.

Aktuell beschäftigten sich Kirchenkreis-Synode und andere Gremien des Kirchenkreises Verden intensiv mit der Zukunft, genauer gesagt mit den Jahren 2023 bis 2028, schreibt Steinhausen. Für diesen Zeitraum müssen bis zum Sommer 2022 die Planungen für Finanzen und Personal abgeschlossen sein.

Welche Pfarrstellen wird es zukünftig im Kirchenkreis noch geben können? Welche Arbeitsbereiche müssen unbedingt erhalten bleiben? Wie sieht das kirchliche Leben in zehn Jahren aus? Das seien die Fragen, die dabei im Mittelpunkt stünden. Eines sei klar: Es werde nicht so bleiben können wie es ist, denn die Einnahmen würden weiter sinken. Kirchenaustritte und insgesamt weniger junge Menschen, der so genannte demografische Wandel, machten sich in den Gemeinden deutlich bemerkbar. Im gesamten Kirchenkreis seien in den letzten acht Jahren 10 000 Christen weniger gezählt worden, die zur evangelischen Kirche gehörten, das entspreche drei großer Kirchengemeinden. Und das habe deutliche finanzielle Auswirkungen.

„Im Kirchenkreis Verden müssen wir in den kommenden sechs Jahren zweieinhalb Millionen Euro sparen“, sagt der Superintendent. „Wir werden im Jahr 2029 jährlich 700 000 Euro weniger zur Verfügung haben als jetzt.“ Das seien in der „Währung Pfarrstelle“ umgerechnet etwa sechs bis sieben Stellen, bei insgesamt etwa 30 Pfarrstellen im Kirchenkreis wäre das ein erheblicher Faktor. Die Einsparungen würden jedoch nicht allein im Bereich der Personalkosten für Pastoren und andere Mitarbeitende erfolgen, auch Gebäude und andere Sachkosten stünden auf dem Prüfstand.

„Zurzeit planen wir, zwei volle und eine Viertel Pfarrstelle nicht mehr zu besetzen“, berichtet der leitende Geistliche, „und es wird niemand entlassen, die Kürzungen werden bei Ruheständen und Wechseln vorgenommen.“

„Die Kirche wird sich in den kommenden Jahren verändern – genauso wie andere Einrichtungen auch. Das Nachwuchs-Thema kennen wir ja auch aus Sportvereinen, der Feuerwehr oder Berufen im Pflegebereich und Handwerk“, beschreibt Steinhausen die Situation. „Wir sind im Kirchenkreis Verden jetzt dabei, uns dieser Veränderung zu stellen und die kirchliche Arbeit umzustellen. Dazu haben wir uns ein Motto gegeben: ,gemeinsam.stärker".“

Die Idee sei, in den einzelnen Regionen intensiver als bisher zusammenzuarbeiten. Es sollen gemeinsame attraktive Angebote gemacht und Ideen umgesetzt werden. Die jeweiligen Kirchenvorstände treffen sich in den Regionen, um die Zukunftsplanung anzugehen und sich besser kennen zu lernen. Superintendent Steinhausen sieht da bereits konkrete Projekte: „In welchem Bereich der Gemeindearbeit es zukünftig solche Kooperationen geben wird, das kann vor Ort sehr unterschiedlich aussehen: Es entstehen Konfirmandenprojekte oder gemeinsame Gottesdienste, ein Gemeindebüro für mehrere Orte oder Ähnliches. In den nächsten sechs Jahren haben wir Zeit, hier konkret zu werden und dabei auch einfach mal was Neues auszuprobieren.“

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