Wenn der Bauch Alarm schlägt

Kindeswohlgefährdung: Fachkraft unterstützt Tagesmütter im Verdachtsfall

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Petra Wieckhorst informiert über das Angebot des Vereins für Kindertagespflege.

Landkreis - Blaue Flecken und ein ungutes Bauchgefühl: Tagesmütter oder -väter, die um das Wohlergehen eines ihrer Schützlinge besorgt sind, brauchen mit ihrem Problem nicht allein zu bleiben. Der Verein für Kindertagespflege im Landkreis Verden bietet bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung seine Unterstützung an.

„Wenn Tagesmütter ein schlechtes Gefühl haben, blaue Flecken beim Kind entdecken oder feststellen, dass es schlecht ernährt ist, beraten wir und helfen weiter, den richtigen Weg zu finden“, berichtet Petra Wieckhorst vom Verein für Kindertagespflege.

Es ist noch nicht lange her, dass Wieckhorst und ihre Kollegin Bianka Reichardt eine Fortbildung zur zertifizierten Kinderschutzfachkraft absolviert haben. Die Tätigkeit der „Insoweit erfahrenen Fachkraft“ (Insofa), wie die offizielle Bezeichnung lautet, ist in den Paragrafen 8a und 8b des Sozialgesetzbuchs VIII geregelt. Alle Tagespflegepersonen haben Anspruch auf diese Beratung. 

Feines Gespür für das Befinden des Tageskindes

„Die Insofa guckt als neutrale Person von außen und hilft der Tagesmutter bei der Entscheidung, ob das Jugendamt eingeschaltet werden muss oder nicht“, erklärt Wieckhorst. Gemeinsam führen sie ein erstes Einschätzungsgespräch zum Verdacht auf Kindeswohlgefährdung und besprechen weitere Schritte. Für die Beratung braucht der Name des Kindes nicht genannt zu werden.

Petra Wieckhorst weiß, dass Tagesmütter oder -väter als Bezugspersonen ein feines Gespür dafür haben, wenn es „ihrem“ Tageskind nicht gut geht. Sie rät ihnen daher, dem Bauchgefühl zu vertrauen. „Viele haben gefragt, was sie machen sollen, wenn sie ein schlechtes Gefühl haben. Wichtig ist, alles im Ganzen zu betrachten. Wir sind dazu da, dass sie ihre Gefühle sortieren können“, so Wieckhorst. Hilfreich sei, wenn sie alles notieren, was ihnen aufgefallen ist, was sie gehört oder gesehen haben. Auch Aussagen des Kindes sollten sie ernst nehmen. 

„Wir brauchen dringend Tagesmütter und -väter“

Die Kinderschutzfachkraft rät allerdings von überstürzten Aktionen ab. Besser sei es, zunächst mit dem Verein Kontakt aufzunehmen. Wenn das Leben des Kindes akut bedroht sei, müsse die Tagesmutter selbstverständlich sofort handeln und den Rettungsdienst oder die Polizei alarmieren.

Petra Wieckhorst weist außerdem darauf hin, dass in diesem Jahr zwei neue Qualifikationen zur Kindertagespflegeperson durchgeführt werden. „Wir brauchen dringend Tagesmütter und -väter, auch für Kinder ab drei Jahren.“ Die Vermittlung sei nicht immer leicht. „Die Eltern haben ganz verschiedene Bedürfnisse und auch die Tagesmütter haben unterschiedliche Profile. Außerdem muss die Chemie zwischen Eltern und Tagespflegeperson stimmen“, weiß sie.

Zwei Kurse starten bald

Der Kurs bei der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) beginnt am Mittwoch, 18. April, in der Feuerwehr in Langwedel und endet im Dezember. Unterricht ist montags und mittwochs, jeweils von 9 bis 11.30 Uhr, und gelegentlich sonnabends, von 9 bis 16 Uhr. Die Kosten betragen 160 Euro, Anmeldeschluss ist der 4. April.

Bei der Kreisvolkshochschule Verden startet ein solcher Kurs am Donnerstag, 6. September, und endet im Juni 2019. Unterricht ist immer donnerstags, von 18.30 bis 21.30 Uhr, und je einen Freitag im Monat, von 16 bis 21 Uhr. Die Kosten betragen auch hier 160 Euro. Anmeldeschluss ist der 27. August.

Information und Rat dazu gibt es beim Verein für Kindertagespflege, Telefon 04202/910311, E-Mailinfo@kindertagespflegeverein.de. - ahk

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