Kinder besuchen Polizeiinspektion / Beamte beantworten Fragen

Julianer schlüpfen in die Rolle von Ermittlern

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Die Julianer in einer der vier Gewahrsamszellen.

Verden - Viele Mädchen und Jungen träumen davon, nach Beendigung der Schule den Beruf des Polizisten zu erlernen. Einen Einblick in den Alltag der Beamten bekamen gestern Vormittag neun Kinder. Sie besuchten im Rahmen des Julius-Clubs der Stadtbibliothek Verden die Polizeiinspektion Verden/Osterholz.

„Ich war noch nie hier und wollte mir das unbedingt mal angucken“, erklärte die elfjährige Antonia, die von ihrer Freundin Cora begleitet wurde. Interessiert hörten die beiden Polizeioberkommissar Andreas Kruse zu, der die Gruppe zusammen mit Polizeikommissarin Sarah Humbach durch das Gebäude führte.

Zuerst ging es in die Wache, das sogenannte „Herz der Polizei“. In dieser sitzen rund um die Uhr mindestens zwei Beamte.

Anschließend begutachteten die Kinder eine der insgesamt vier Gewahrsams-zellen. „Hat schon einmal jemand versucht, hier auszubrechen“, fragte der zwölfjährige Michael. Kruse bejahte. Allerdings habe dies in seiner bisherigen Dienstzeit noch nie jemand geschafft. Er informierte die Julianer darüber, dass die Personen, die in den Räumen eingeschlossen werden, aus Sicherheitsgründen Schuhe, Schmuck, Haargummis und Gürtel abgeben müssen. „Außerdem bekommen die Inhaftierten keinen Lesestoff und Handys sind auch nicht erlaubt“, erklärte Humbach. Der Aufenthalt sei dann aber ganz schön langweilig, stellte Michael fest.

In der Regel schließen die Beamten in den Räumen Randalierer und Betrunkene ein, die für sich oder andere eine Gefährung darstellen. „Hier haben aber auch schon schwere Jungs gesessen“, sagte Kruse.

Anschließend erfuhren die Kinder auf dem Hof der Polizeiinspektion, dass der Kugelschreiber das wichtigste Arbeitsgerät der Ermittler sei. „Wir machen uns bei jedem Einsatz Notizen“, berichtete Humbach. Sie informierte, dass zur Ausrüstung zudem Waffe, Schlagstock, Reservemagazin, Handschellen, Schutzweste, Taschenlampe, Funkgerät und Handschuhe gehören. Wer wollte, durfte in die Ausrüstung eines Bereitschaftspolizisten schlüpfen. „Die ist ganz schön schwer und der Helm drückt“, stöhnte die elfjährige Cara.

as

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