Maßnahme zur Sicherung des Bestandes

800 Kilogramm Jungaale in die Weser entlassen

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Die von der Aalfarm frisch angelieferten Fische werden auf die Weser gefahren.

Verden-Eissel - Mehr als 800 Kilogramm Jungaale wurden jetzt an der Panzerstraße in Eissel und an der Brücke in Uesen von Sportfischern in der Weser ausgesetzt. Allein in Eissel wurde fast eine halbe Tonne kleiner Aale in ihren neuen Lebensraum entlassen. Mit über 300 Kilo den Löwenanteil übernahmen dabei die Verdener Sportfischer.

Die Jungaale sind circa ein bis zwei Jahre alt und stammen von der Aalfarm Götting in Cloppenburg. „Gefangen wurden sie im März in Südfrankreich bei ihrem Aufstieg in die Flussniederungen“, erzählt Dr. Rainer Becker, zweiter Vorsitzender des Vereins Verdener Sportfischer. Nachdem die Fische dort einige Wochen aufgepäppelt wurden, sind sie nun etwa 15 Zentimeter lang, sechs bis acht Gramm schwer und somit fit für ihr neues Leben.

Die Gesamtkosten für diese Aktion belaufen sich auf rund 65 000 Euro. Das Land Niedersachsen fördert den Aalbesatz aus Landes- und EU-Mitteln mit einem Zuschuss von 60 Prozent. Nötig ist dieser ganze Aufwand, um den Bestand der Aale in den heimischen Gewässern aufrecht zu erhalten.

Die Jungaale sind quicklebendig.

„Die Aalbestände sind schon seit Jahren rückläufig. Würden wir den Besatz nicht durchführen, hätten wir hier schon längst keine Aale mehr“, weiß Becker. Nach langer Durststrecke seien in Aller und Weser nun wieder mehr dieser Fische zu finden. „Auch viele kleine Aale sind darunter, das zeigt, dass die Maßnahme Erfolg hat“, so Becker.

Für circa zehn Jahre bleiben die Tiere in den Flüssen, dann begeben sie sich auf die Wanderschaft in den Atlantik, um dort abzulaichen. Allerdings schaffen es nur um die 40 Prozent bis dahin. „Die Bedingungen für Wanderfische sind generell schlecht“, erklärt Becker. Gerade die Turbinen der Wasserkraftwerke seien eine tödliche Gefahr für die Tiere.

„Wir Angler sorgen dafür, dass es hier überhaupt noch Aale gibt“, macht der zweite Vorsitzende der Sportfischer deutlich. Um so weniger Verständnis hat er dafür, dass die Berufsfischer sich kaum am Besatz beteiligen, obwohl sie die weitaus meisten Aale fangen. Dieses sei durch das Fischereigesetz gedeckt, was Becker als „Anachronismus“ bezeichnet. „Ein Berufsfischer fängt so viel, wie alle Angler zusammen“, ärgert sich der Sportfischer.

ahk

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