Kernige Sprüche mit den Kabarettisten Gretel Schulze und Andreas Zieger

Keine Rose von Putin für die Kanzlerin

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Gretel Schulze und Andreas Zieger waren in Höchstform.

Verden-Walle - Wenn Putin zum Bachelor wird, jedoch für die Kanzlerin keine Rose hat, dafür aber die Queen als Gurkenkönigin im Yellow Submarine die Havel entlang schippert und Berlusconi als Lustsklave ins Altenheim geht, dann ist das Potsdamer Kabarett „Obelisk“ in Höchstform. Im Waller Dörpshus sorgten Gretel Schulze und Andreas Zieger mit ihren sächsisch-preußischen Streitgesprächen für schallendes Gelächter.

Während einem Uli Hoeneß bei der Hauptversammlung des FC Bayern München nicht die Tränen, sondern unversteuertes Wurstwasser aus den Augen gelaufen sei, dürfte es sich bei den Zuschauern um echte Lachtränen gehandelt haben. Umgerechnet verbüße der prominente Steuersünder 100 Euro in sieben Minuten. „Wenn Frau Schulze keine Steuern zahlt, muss sie 40 Minuten ins Gefängnis“, rechnete Zieger hoch. Lieber jedoch mache sie als „Topfmodel“ Karriere, statt bei Heidi Klum nur den halben Busen zeigen zu dürfen.

Die beiden Vollblut-Kabarettisten waren bereits zum dritten Mal zu Gast in Walle, wo sie offenbar eine feste Fangemeinde haben. Jedes Mal sorgen sie mit ihrem „politischen Scharmützeln“ für Begeisterung. Inhaltlich scheint es für sie kaum Tabus zu geben. Wenn im nächsten Jahr vielleicht 20 Millionen Flüchtlinge Deutschland erreichen, würden hier amerikanische Verhältnisse herschen. Potsdam werde Hollywood und Angelina Jolie die neue Mutter Beimer. Und wenn „Angela ist doof“ in den Schnee gepinkelt würde, habe Wolfgang Joop mit Klaus Wowereit gemeinsame Sache gemacht, „aber der Wowereit hat geschrieben“.

Bestens kamen auch die Gesangseinlagen der Preußin Gretel Schulze an, die vom sächsischen Andreas Zieger musikalisch begleitet wurde. „Wenn in Pritzwalk, die rote Sonne hinterm Block versinkt“, treffen sich am Ende der Bundespräsident und Erwin, der Kleinkriminelle, an Alis Dönerparadies zum Frühstück.

Sachsen oder Preußen – das unterhaltsame Streitgespräch mündete in der Erkenntnis, dass es für das neue gemeinsame Sachsen-Preußen-Land einen neuen Führer brauche. Im Saal fand sich kein geeignetes Staatsoberhaupt. „Kleine Wahlkorrekturen sind doch für uns Sachsen kein Problem“, merkte Zieger süffisant an.

Seine Partnerin zog sich derweil die blonde Perücke über, machte die Kanzlerinnenraute und bildete mit ihrem Lied „Ich sag nicht, ich sag nichts, ich mach mein supercooles Pokerface“ einen krönenden Abschluss. „Nach der Wende bekam ich eine Banane und was habe ich daraus gemacht? Eine ganze Republik“, setzte sie dann doch noch einen kernigen Spruch oben druff.

wb

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