70-jährige Mitgliedschaft: Ruderer ehren den Verdener beim Tag der offenen Tür

Keiner ist länger im Verein als Bodo Witte

Auf ein Foto mit dem Jubilar gesellten sich die Ruderer gern. - Fotos (2): Bruns

Verden - Nicht nur Probesitzen war beim Tag der offenen Tür des Verdener Rudervereins erlaubt. Wer sich traute, durfte gleich auch mal eine Runde auf der Aller drehen. An Land blieb einer, der dem Verdener Ruderverein solange angehört wie kein anderer: Bodo Witte. Am Sonntag wurde er für seine 70-jährige Mitgliedschaft geehrt.

„Mein Vater war schon Mitglied im Verdener Ruderverein“, berichtete der Verdener. Selbst sei er dann im Mai 1946 „eingestiegen“. Damals wurde der Verein gerade wieder aufgebaut, nachdem er mit dem Ende des zweiten Weltkriegs aufgelöst worden war. Als „Verdener Rowing Club/Verdener Ruderclub“ starteten die Sportler neu. Doch dafür musste ein Tischler damals zunächst die verbliebenen Boote reparieren. „Die Engländer hatten einige Boote ins Wasser geschmissen und die sind an der gesprengten Allerbrücke zerschellt“, erinnert sich Jubilar. In der Folgezeit hätten englische Truppenangehörige aber auch öfter mal selbst gerudert.

Wer wollte, konnte gleichmal eine Runde auf der Aller drehen.

Bodo Witte übernahm 1967 den Vorsitz des Vereins. Mittlerweile durfte er sich wieder „Verdener Ruderverein“ nennen, und das sollte bis 1976 so bleiben. In diesen Jahren wuchs die Mitgliederzahl, das alte Bootshaus wurde abgerissen und mit dem Neubau begonnen. 1975 feierten die Ruderer Einweihung. Der Jubilar engagierte sich zudem im „VRV“ als Trainer und hat mindestens 65 Jahre aktiv gerudert. Als Steuermann steigt er immer noch ins Boot.

Der Tag der offenen Tür bot einen schönen Rahmen für diese außergewöhnliche Ehrung. Letztes Jahr war der Tag den Ruderern im wahrsten Sinne des Wortes verhagelt worden. Dieses Mal hatten sie mehr Glück. Dank des schönen Wetters wurde der Tag der offenen Tür ein Familientag für Mitglieder und Interessierte, erklärte der Vorsitzende Eckhard Raake.

Drei Boote hatten die Mitglieder zum Schnupper-Rudern auf dem Wasser, denn auszuprobieren ist immer noch besser, als jede theoretische Erklärung. Rudern ist sehr entspannend, weiß Raake. „Ein mieser Tag im Büro ist dabei nach zehn Minuten vergessen“, nannte er einen Vorteil. „Und 80 Prozent der Muskulatur wird beim Rudern betätigt“, warf eine Sportlerin ein. „Nur der Po, der muss was aushalten“, ergänzte sie.

Alle Kontaktdaten finden sich auf der Internetseite des Vereins und wer es ausprobieren möchte, kann einfach mal vorbeikommen. Mittwochs ab 17.30 Uhr, freitags ab 16.30 Uhr und sonnabends ab 10 Uhr sei allgemeiner Ruderbetrieb.

wb

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