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Keine weiteren Parkplätze am Sachsenhain

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Von: Markus Wienken

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Blick auf die Autoschlange vor der Grundschule am Sachsenhain
Dicht an dicht: Wenn Schule und Kita beginnen oder enden, herrscht am Sachsenhain in Dauelsen Hochbetrieb. Mehr Parkfläche lehnt die Verwaltung aber ab. © Katrin Preuss

Regelmäßig Chaos herrscht in Dauelsen am Sachsenhain vor der Grundschule und Kita. Elterntaxi, Lehrer, Erzieher, Anwohner....Alle sind mit dem Auto unterwegs und genervt. Mehr Parkplätze? Bringt nichts, sagt die Verwaltung. Ein Verkehrskonzept?

Verden-Dauelsen – Stoßstange an Stoßstange, immer wieder Verkehrs-Chaos vor Grundschule und Kita am Sachsenhain. Absolut kein Durchkommen. Doch zusätzlichen Parkraum, vom Ortsrat Dauelsen wiederholt ins Gespräch gebracht, um den Verkehrsknotenpunkt möglicherweise zu entzerren, dürfte es nicht geben. Die Verwaltung hat entsprechenden Forderungen eine Absage erteilt. „Keine weiteren Stellplätze auf dem Schulgrundstück“, so der Tenor einer Vorlage. Aber: „Es soll einen Workshop geben, um nach Lösungen zu suchen.“

Grundschule am Sachsenhain: Getrennte Parkplätze für Eltern und Lehrer

Immer wieder war in den vergangenen Jahren das Verkehrsproblem vor Grundschule und Kita Thema im Ortsrat. Anträge wurden geschrieben, zuletzt von Bärbel Rater, Ratsfrau der Grünen und – in diesem Falle – vor allem auch als Mitglied des Ortsrates in Dauelsen. Rater hatte im Auftrag des Gremiums den Antrag an die Verwaltung aufgesetzt. Ein Teil des Inhalts: An der Grundschule sei eine neue Parkfläche ausschließlich für Lehrkräfte, Erzieher und weiteres Personal der Grundschule, Hort, Kita und Krippe zu schaffen. Die etwa 50 Stellplätze könnten im Bereich der Zufahrt zwischen Grundschule und der rückwärtigen Häuserreihe in Richtung Sporthalle hergestellt, die Zufahrt könnte über eine Schrankenlösung reguliert werden. „Nicht, um Lehrer oder anderes Personal zu bevorzugen, sondern um die Verkehrsströme vor Ort zu trennen. Auf der einen Seite parken die Eltern, die ihre Kinder bringen, auf der anderen Lehrer und Erzieher“, erklärt Bärbel Rater.

Schulgrundstück liegt im Landschaftsschutzgebiet Sachsenhain

Die Verwaltung hat Bedenken. Die Herstellung einer Reihe von Stellplätzen entlang der Straße Am Sportplatz auf dem Schulgrundstück, nahe des Ballfangzaunes erfordere eine Baugenehmigung, heißt es. Nördlich der Sporthalle gebe es sogar eine Fläche für maximal zwölf Stellplätze. Geparkt werden konnte dort in früheren Jahren, allerdings wurde das Angebot nach Beschwerden wegen des Lärms zurückgebaut. Und: Das Schulgrundstück liege im Landschaftsschutzgebiet Sachsenhain und Umgebung, sodass auf eine nicht zwingend erforderliche Versiegelung verzichtet werden sollte, heißt es in der Vorlage.

Ein- oder aussteigen: An der Bushaltestelle am Schülerweg, erreichbar von der B 215 (gegenüber der Bäckerei Wöbse), gibt es einen Haltepunkt für Eltern-Taxis.
Ein- oder aussteigen: An der Bushaltestelle am Schülerweg, erreichbar von der B 215 (gegenüber der Bäckerei Wöbse), gibt es einen Haltepunkt für Eltern-Taxis. © Katrin Preuß

Parkplatz am Sachsenhain: Rein rechnerisch gibt es kein Parkplatzproblem

Und eigentlich, so die Verwaltung, gebe es rein rechnerisch kein Parkplatzproblem. Ganz im Gegenteil. Das Bauordnungsrecht schreibe für die Grundschule und die Kita 18 Parkplätze vor. Derzeit gebe es sogar 48 Stellplätze, davon 44 auf der Fläche entlang der Bahngleise. Macht insgesamt gegenüber der vorgeschriebenen Anzahl ein Überschuss von 30 Stellplätzen, so lautet die Rechnung. An der Grundschule und der Kita arbeiten insgesamt 55 Personen, davon einige in Teilzeit. Es sei also davon auszugehen, dass die vorhandenen Stellplätze für den Stellplatzbedarf des vor Ort tätigen Personals ausreichen.

Die Verwaltung räumt allerdings die bekannten Probleme im Bereich von Schule und Kita ein, sieht hingegen nicht mangelenden Parkraum als Ursache, sondern individuelles Fehlverhalten. Bei Kontrollen vor Ort sei durch den städtischen Außendienst wiederholt festgestellt worden, dass durch sogenannte Elterntaxis auch bei freien Parkplätzen wiederholt Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung begangen wurden.

Grundschule am Sachsenhain: Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung

Eine radikale Lösung dem zu begegnen wäre die Sperrung des Straßenabschnitts während der üblichen Bring- und Abholzeiten der Kinder. Elektrische Poller, je nach Bedarf, hoch- oder runterfahren, so eine Idee. Die Verwaltung warnt hingegen: Elterntaxis könnten dann zwar nicht mehr bis an das Schul- und Kita-Grundstück heranfahren, sondern auf einen anzulegenden Elternkurzzeitparkplatz am Busbahnhof ausweichen. Leidtragende wären hingegen die Anlieger sowie die Beschäftigten in Schule, Kita und Krippe, die bei ausgefahrenen Pollern ebenfalls nicht durchkommen. Zudem wäre eine Verschärfung der Verkehrssituation in den Kreuzungsbereichen Eisseler Straße/Mühlenweg sowie Am Sachsenhain/ Mühlenweg zu befürchten.

Ortsrat Dauelsen sieht die Verwaltung in der Pflicht

Wie auch immer eine Lösung aussieht, Bärbel Rater und mit ihr der Ortsrat sehen die Verwaltung in der Pflicht. „Wir kämpfen nicht erst seit gestern um eine Lösung, es gibt die Situation seit Jahren, und wir kommen da nicht weiter. Dabei geht es uns nicht nur um Parkplätze, sondern um ein sinnvolles Konzept, das für Entzerrung sorgt“, betont Bärbel Rater. „Schule und Kita werden immer größer, der zunehmende Verkehr sorgt für zusätzliche Gefahren.“ Gespräche mit Eltern, auch die Erfahrung musste Rater kürzlich erneut machen, führen nur selten zum Erfolg. „Wo nicht kontrolliert wird, ändert sich nichts.“

Stadtverwaltung Verden will Verkehrsplanungsbüro

Die Verwaltung schlägt einen Kompromiss vor: Denkbar wäre, ein Verkehrsplanungsbüro zu beauftragen, das sich mit der Problematik befasst und nach Optimierungsmöglichkeiten in einem gemeinsamen Arbeitstreffen sucht. An dem Workshop, möglichst noch im ersten Halbjahr und damit vor dem Schuljahreswechsel 2022/23, sollten Mitglieder des Ortsrates, Vertreter von Schule und Kita sowie betroffene Anlieger teilnehmen.

Im Ortsrat Dauelsen steht das Thema am Mittwoch, 18 Uhr, Rathaus Verden, auf der Tagesordnung.

Von Markus Wienken

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