Landkreis nicht die richtige Adresse: Diskussion im Fachausschuss läuft ins Leere

Keine Handhabe gegen Tontaubenschießerei

Der Fischerhuder Tontaubenschießstand beschäftigt Kreistagsabgeordnete. 
Foto: Freese
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Der Fischerhuder Tontaubenschießstand beschäftigt Kreistagsabgeordnete. Foto: Freese

Verden/Fischerhude – Die Querelen um den Tontaubenschießstand in Fischerhude hätten wohl kaum ihren Weg in die Beratung eines Kreistagsgremiums gefunden. „Das ist Sache des Fleckens Ottersberg“, machte Landrat Peter Bohlmann deutlich, als der Fachausschuss des Kreistages sich in seiner Sitzung dennoch ausgiebig mit der Angelegenheit befasste. Dass sie ihren Weg in das Gremium gefunden hat, bewirkte die Grünenfraktion mit einem Fragenkatalog.

Aufgabe des Landkreises sei die Prüfung gewesen, ob die Baugenehmigung für die Schießanlage Bestand hat, erklärte der Landrat auch den Bürgern, die sich in der Fragestunde zur Sitzung zu Wort gemeldet hatten. Ergebnis sei gewesen, dass Genehmigung und Betriebserlaubnis aus dem Jahr 1969 Bestand haben, bestätigte auch Fachbereichsleiter Volker Lück dem Planungs-, Wirtschafts-, Verkehrs- und Bauausschuss.

Jürgen Masuch, der auch Sprecher einer Bürgerinitiative in Fischerhude ist, hatte bereits in der Fragestunde vor der Sitzung auf die ökologische Problematik des bleiverseuchten Bodens im Landschaftsschutzgebiet hingewiesen. Die Ausweisung allerdings, so hatte Lück erläutert, war ebenso später erfolgt als die Genehmigung der Anlage wie die Bauleitplanung für das angrenzende Wohngebiet. Vor allem die Bewohner der angrenzenden Straßen hatten sich angesichts der drohenden Tontaubenschießerei in der Initiative zusammengeschlossen. Nachbarn der Anlage wie Jürgen Masuch behagt die Aussicht nicht, dass der Schießbetrieb wieder aufgenommen wird. Die Hoffnungen aber, die Prüfung der Genehmigungen im Kreishaus werde die Pläne der Tontaubenschützen durchkreuzen, mussten Lück und Bohlmann enttäuschen.

Masuchs Vorwurf, dass die Gemeinde bei der Aufstellung des Bebauungsplans die potenziellen Bauherren und -damen falsch informiert habe, war im Kreistagssaal ebenfalls nicht an der richtigen Adresse. „B-Pläne müssen uns nicht vorgelegt werden“, klärte Verwaltungschef Bohlmann.

Erich von Hofes Fragenliste klärte dann Details über das Sanierungskonzept des bleiverseuchten Geländes und dessen Finanzierung. Einen Ansatz für die Stilllegung der Anlage zum Schutz der Natur oder im Sinne der Bürgerinitiative etwas zu erreichen, ergab sich nicht. Der Grüne blieb aber dabei, dass man auf der Bodensanierung unbedingt beharren müsse: „Aber eine Reaktivierung des Schießbetriebs kann nicht angehen.“  kle

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