Keine Grenzen der Kreativität

Ausstellung der Tischlergesellenstücke in Verden

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Es darf musiziert werden: Lukas Voigts mit seinem Gesellenstück, ein Notenpult aus Nussbaum und Ahorn.

Verden - Liebhaber der Inneneinrichtung kommen in der Hauptgeschäftsstelle der Kreissparkasse Verden derzeit auf ihre Kosten. Die 17 fast fertigen Tischler und Tischlerinnen der Tischler-Innung Verden stellen bis zum 11. August ihre Gesellenstücke aus. Vom Notenständer bis zum Fernsehtisch haben sich die Absolventen dabei einiges einfallen lassen.

Dass in den Ausstellungsexemplaren sehr viel Kreativität und Herz steckt, lässt sich selbst als Laie erkennen. Das ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass die 15 Männer und zwei Frauen für die Fertigstellung lediglich acht Arbeitstage zur Verfügung hatten. In der Schule konnten sie sich in dieser Zeit in neutraler Umgebung frei entfalten und eigene Akzente setzen. Die Vorgabe, an der sich die zukünftigen Tischler und Tischlerinnen orientieren mussten, beinhaltete ein Bewegungselement. Dazu gehören der Schubkasten mit klassischer Führung sowie eine angeschlagene Tür oder Klappe.

Mindestanforderungen von allen Gesellen übertroffen

Während der Arbeitsphase hatten die Nachwuchskräfte die Möglichkeit, sich bei Thorsten Harre, Lehrer für Praxis, fachliche Beratung einzuholen. „Die Mindestanforderungen haben alle übertroffen und dabei die Materialvielfalt voll ausgeschöpft“, berichtet Harre und hebt damit hervor, dass der Beruf des Tischlers nicht mehr nur die Arbeit mit Holz beinhaltet. Kunststoff, Glas, Metalle und Harz wurden von den Gesellen und Gesellinnen verwendet.

Nicht ausschließlich Tische: Die Vielfalt der Ausstellungsstücke kennzeichnet die Arbeiten der Gesellen. Lehrer Thorsten Harre (links) und der Prüfungsauschuss um Obermeister Fredy Böschen (4. v. l.) sind zufrieden.

Oftmals konnte man auch den direkten Bezug zum Privatleben erkennen. Lukas Voigts, vom Betrieb Bormann in Schweringen, hat ein verstellbares Notenpult angefertigt, um seinem Hobby Musik noch besser frönen zu können. Der Tuba- und E-Bass-Musiker hat sich sogar die Mühe gemacht, das Exemplar im Vorfeld einmal komplett privat vorzubauen, um eventuell auftretende Schwierigkeiten zu antizipieren. Das sei zwar hilfreich gewesen, dennoch seien während des Prozesses immer wieder kleinere Malheure aufgetreten, zeigt sich Voigts kritisch mit seinem Werk. Wie die meisten seiner Mitstreiter, darf er seine Arbeit nach dem Ende der Ausstellung behalten, auch wenn der jeweilige Ausbildungsbetrieb offiziell das Anrecht darauf hätte.

Mehr Kreativität, weniger Knochenarbeit

Milena Zeug von der Tischlerei Bernd Roseland hat einen Couchtisch mit eingebautem Tablett-Halter gebaut und dabei den Bequemlichkeitsfaktor berechnet. Das Tablett kann aufgeladen werden, ohne es aus der Halterung zu entfernen. Das Kabel verläuft direkt durch eine Aushöhlung im Tisch. Während der Projektfindungsphase hat sich Zeug in Möbelhäusern umgesehen, um dort nach Trends und Ideen Ausschau zu halten. Die junge Frau ist in der Berufssparte klar in der Unterzahl, was ihr Lehrer Thorsten Harre gerne ändern würde.

„Tischler ist ein toller Beruf, auch für Frauen, weil eben viel Kreativität benötigt wird. Es ist inzwischen kein Knochenjob mehr“, so der engagierte Lehrer. Wer die Ausstellung gesehen hat, wird dieser Einschätzung nicht unbedingt widersprechen.

ntr

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