Ausschuss für Straßen und Stadtgrün stärkt Hundehaltern den Rücken

Kein „Verden an der Leine“

Die Stadt fordert Ausnahmen von der ganzjährigen Anleinpflicht in der Maulohe. - Foto: Bruns

Verden - Gegen eine ganzjährige Anleinpflicht für Hunde hat sich der Ausschuss für Straßen und Stadtgrün ausgesprochen. Bei der Sitzung am Mittwochabend im Rathaus ging es um eine Stellungnahme der Stadt Verden zu den Plänen der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Verden für das Natur- und Landschaftsschutzgebiet „Untere Allerniederung“.

Lob gab es für die von der Verwaltung ausgearbeitete Stellungnahme, Kritik dagegen an der Unteren Naturschutzbehörde. Diese will die Schutzgebietsverordnung dem Kreistag in seiner letzten Sitzung im Oktober zur Entscheidung vorlegen. „Zehn Jahre hat der Landkreis gewartet und jetzt versuchen sie das kurz nach der Kommunalwahl durch den alten Kreistag durchzupeitschen“, kritisierte Frank Medenwald (CDU).

„Da hat der Landkreis hundsmiserabel gearbeitet“, fand Johanna König (Bündnis 90/Die Grünen). Sie war der Meinung, dass bis Ende dieses Jahres alles entschieden seien müsse, weil sonst Strafgelder drohen. Die Frist für die landesweiten Unterschutzstellungen läuft jedoch bis 2018 und wurde im Juli 2014 zwischen dem Niedersächsischen Landkreistag und dem Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz vereinbart. Die Zeit drängt in Verden vielmehr, weil sich ansonsten die Planungen für den Neubau der Nordbrücke verzögern. Dafür brauche es erst die Umsetzung in nationales Recht, erklärte Bernd Kiefer vom Fachbereich Straßen und Stadtgrün.

Die Pläne für das Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet und die Verordnung mit ihren zahlreichen Verboten sei ein Thema, dass viele bewege, betonte der Ausschussvorsitzende Carsten Hauschild (SPD). Schnell einig war man sich, dass die Stellungnahme keine Anregung sein solle, sondern eine Forderung der Stadt.

Sichergestellt haben möchte der Ausschuss, dass beispielsweise das Überfliegen der Altstadt mit Drohnen (verboten in einer 300-Meter-Zone), eine an die Aller führende Treppe im dritten Bauabschnitt des Allerparks, das Befahren von Naturschutzflächen bei Rettungseinsätzen und Wartungsarbeiten an Regenwasserleitungen weiterhin möglich sind.

Die meisten Diskussionen gab es bezüglich der geplanten ganzjährigen Anleinpflicht und des Badeverbots für Hunde. Die Stadt fordere Ausnahmen innerhalb einer Erholungszone, zu der die Maulohe jedoch nicht gehöre, erklärte Kiefer.

„Wir sind in Verden an der Aller und nicht in Verden an der Leine“, so Medenwald. Karin Hanschmann (SPD) sprach sich auch deutlich gegen die Verbote aus: „Das läuft doch gut so wie es ist. Alleruferweg und Maulohe sind beliebt bei Hundebesitzern.“ Carsten Hauschild meinte: „Es muss doch ein gesundes Miteinander geben“ und zog einen Vergleich mit dem Truppenübungsplatz in der Lüneburger Heide, wo es Panzer und Salamander gebe. Der Ausschuss forderte, dass die Stadt sich klar gegen eine Anleinpflicht vom Hafen Höltenwerder bis nach Eitze aussprechen soll. Ein entsprechender Antrag wurde bei einer Enthaltung von Anja Döhle (SPD) beschlossen. 

wb

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