Autohof eine Lösung?

Menschenunwürdig: Kein Essen, kein Klo für Fernfahrer in Verden

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Im Gewerbegebiet am Finkenberg haben auf dem künftigen Gelände des Logistikzentrums von Panattoni Europe das Sagen.

Kein Essen, kein Klo und viel zu viel Müll. In den Gewerbegebieten Verdens könnte es bald eng werden. Hilft da nur ein Autohof weiter?

  • Rastplatz für Fernfahrer in Verden: Antrag abgelehnt
  • Autohof bei Verden-Nord eine Lösung?
  • Panattoni Europe plant in Verden neue Lkw-Stellplätze

Verden – Ratsherr Kai Rosebrock von den Freien Wählern wollte per Antrag eine Rastmöglichkeit für Fernfahrer im Gewerbegebiet Ost Finkenberg in Verden schaffen. Daraus wird zunächst nichts. Der Ausschuss für Stadtentwicklung folgte mit großer Mehrheit der Empfehlung der Verwaltung, die den Vorschlag abgelehnt hatte. Dennoch zeigte die Diskussion im Ausschuss, dass das Ganze noch längst nicht in der Schublade verschwinden wird.

Verden: Einzelne Sanitäranlagen reichen für Fernfahrer nicht

Aufgrund der Größe des Gewerbegebietes könnten die vorhandenen Parkbuchten nicht durch die Errichtung einer einzelnen Sanitäranlage versorgt werden, so die Begründung der Verwaltung für ihre Ablehnung des Antrages. An den Raststätten Goldbach in Langwedel und Krelinger Heide in Walsrode an der A27 bestünden zudem entsprechende Angebote. Fachbereichsleiterin Birgit Koröde zu der Thematik: „Uns liegen auch keine aktuellen Beschwerden vor.“ Da ja auch der Autohof bei Verden-Nord vor Jahren gescheitert sei, ginge es nun in erster Linie um die Müllentsorgung, die aber gewährleistet sei.

Panattoni Europe will auf seiner 60.000 Quadratmeter großen Logistikfläche auch 28 Lkw-Stellplätze einrichten.

Mit dieser Aussage wollte sich der Ausschuss nicht zufriedengeben. An den Raststätten an der A27 gebe es für Lkw-Fahrer nicht genügend Platz, befand Carsten Hauschild (SPD). Deshalb bereiteten einige auf den Fußwegen an der Max-Planck-Straße ihr Essen zu. Seine Fraktion möchte daher, dass die Verwaltung ein Grundstück für Essen, Toilette und Müll zur Verfügung stelle, so Hauschild. Woher aber nehmen? Die Verwaltung sei verpflichtet, dafür eine Lösung anzubieten, sagte Lars Brennecke (CDU). Letztendlich laufe es dann allerdings auf einen Autohof hinaus.

Autohof in Verden bringe zusätzliche Lkw-Parkplätze

Der Vorteil eines Autohofs in Verden sei überdies, dann auch über andere Energiequellen nachdenken zu können, sagte Sven Sottorff (CDU). Zielgerecht sei es nicht, die Lastwagen stattdessen über das gesamte Gewerbegebiet zu verteilen. Sie könne aber auch nicht alle parkenden Lkw aus dem Gebiet verbannen, so Birgit Koröde dazu. Außerdem koste das Parken auf Autohöfen Gebühren. Das sei für die Fernfahrer ein hoher Kostenfaktor. Rasmus Grobe (Grüne) gab zudem zu bedenken, dass derjenige, der ein Angebot schaffe, auch die geänderte Nachfrage im Griff haben müsse.

Bei allen diesen Debattenbeiträgen platzte dem Ausschuss-Vorsitzenden Frank Medenwald ein wenig der Kragen: „Wir reden um den heißen Brei herum.“ Das ganze Gewerbegebiet könne schließlich nicht mit Dixies „vollgekleistert“ werden. Das sei aber nicht menschenwürdig, wie in Verden mit den Fernfahrern umgegangen werde, setzte Hauschild noch eins drauf. Der Ablehnung des Antrages der Freien Wählers wollte der Ausschuss den Zusatz „Die Verwaltung wird beauftragt, perspektivisch nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen“ hinzusetzen. Bei fünf Ja-Stimmen und einer Enthaltung passierte die Vorlage dementsprechend den Ausschuss für Stadtentwicklung.

Panattoni Europe in Verden schafft zusätzliche Lkw-Parkplätze

Durchaus möglich, dass das Gewerbegebiet Nord in Verden in punkto Fernverkehr und die Versorgung der Fahrer und der Fahrerinnen demnächst um eine weitere Variante reicher wird. Panattoni Europe, der führende Projektentwickler für Industrie und Logistikimmobilien in Europa, entwickelt derzeit in Verden ein Logistikzentrum. Dieses Zentrum entsteht derzeit in der Karoline-Herschel-Straße und ist direkt an der Autobahnauffahrt Verden-Ost zur A27 gelegen.

Interessanterweise will Panattoni Europe auf seiner 60.000 Quadratmeter großen Logistikfläche auch 28 Lkw-Stellplätze einrichten. Es wird sich dann zeigen, ob das Konzept zur Errichtung einer Rastmöglichkeit für Fernfahrer neu aufgerollt wird.

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