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iPads am Dog in Verden: Eltern sollen Kauf bezahlen

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Von: Heinrich Laue

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Unterricht mit dem iPad ist der Normalfall. Am Domgymnasium sollen Eltern die Anschaffung der Geräte bezahlen. Das wiederum stößt auf Kritik .
Unterricht mit dem iPad ist der Normalfall. Am Domgymnasium sollen Eltern die Anschaffung der Geräte bezahlen. Das wiederum stößt auf Kritik . © dpa/Julian Stratenschulte

Eltern sind aufgebracht. Sie sollen für ein iPad ihres Nachwuchses am Verdener Domgymnasium hunderte Euro zahlen. Das sei für viele nicht zu bewältigen.

Verden – Pro iPad 532 Euro beziehungsweise 787 Euro für Geräte mit größerem Speichervolumen sind zu bezahlen. Mit diesen Geräten soll jetzt im Herbst zunächst der achte und zehnte Jahrgang des Verdener Domgymnasiums (Dog) ausgestattet werden. Die Idee sei toll und natürlich „auch voll im Sinne der Digitalisierung“, heißt es dazu zunächst anerkennend in einer kritischen Stellungnahme. Alles habe aber den Haken, dass Eltern die iPads für ihre Kinder selber finanzieren sollen.

Darüber sei auch auf dem jüngsten Elternabend am Dog Unmut laut geworden. Andere Schulen im Landkreis nämlich bekämen ihre iPads von der Schule geliehen.

„Wie kann es sein, dass es Familien mit ohnehin schon geringem Einkommen, die es mit Ach und Krach schaffen, ihren Kindern einen Besuch des Gymnasiums bis zum Abitur zu ermöglichen, nun auch noch verpflichtet werden, ihrem Kind mal eben ein teures digitales Endgerät zu kaufen?“ lautet daher eine Frage in dem besagten Schreiben an diese Zeitung.

Es stammt von der Lehrkraft einer anderen Schule. Die betreffende Person möchte ungenannt blieben, um ihrem Kind „Unannehmlichkeiten im Schulalltag“ zu ersparen. Ihr Name ist der Redaktion bekannt. „Und wo sind denn eigentlich die Gelder des Digitalpaktes gelandet?“ lautet eine weitere vorwurfsvolle Frage.

„Wir haben aus diesem Topf rund 25 000 Euro pro Schule zur Verfügung, und damit kommen Sie nicht allzuweit.“. Ausbau des WLan-Netzes und andere Aufgaben hätten zudem Vorrang. Das machte auf Nachfrage Gesa Goetjes fest. Sie leitet die Abteilung Schule und Sport bei der Kreisverwaltung. Das Modell der Elternfinanzierung gelte zum Beispiel schon für i-Pad-Schüler und -schülerinnen am Achimer Gymnasium Am Markt, so ein Beschluss der Gesamtkonferenz.

„Der Landkreis hat zugesagt, dass er die Kreditraten für Sozialleistungsempfänger übernimmt, solange diese im Leistungsbezug sind“, ist auf der Webseite des Dog zu erfahren, und weiter: „Für Schüler, deren Familien durch die Maschen dieses Netzes fallen, hat die Schule die Möglichkeit, über eine schuleigene Stiftung einen Zuschuss zu gewähren. Die Familie muss einen begründeten Antrag stellen.“

Gesa Goetjes weist zudem auf das Prinzip der Gleichbehandlung aller Schulen in Trägerschaft des Landkreises hin. Wenn der Kreis in Verdener Gymnasialklassen die Finanzierung der iPads übernehme, würden sich schnell andere Schulen zu Wort melden, die sich benachteiligt fühlen und ebenfalls Kostenübernahme fordern.

Nicht zuletzt sei zu bedenken, dass durch den Einsatz der iPads mit elektronischen Wörterbüchern auch Kosten für andere Lernmittel eingespart werden könnten. Was nun Möglichkeiten des Leasings von Geräten angehe, habe die Oberschule Langwedel entsprechende Angebote eingeholt und feststellen müssen, dass Anmieten deutlich teurer als Kaufen sei.

Für die Oberschulen allerdings seien nicht der Landkreis, sondern die jeweiligen Kommunen zuständig, betont die Kreis-Schulabteilungsleiterin. Die Stadt Verden habe sich ihrer Kenntnis nach dafür entschieden, angeschaffte iPads den Schülerinnen und Schülern leihweise zur Verfügung zu stellen, bestätigt sie.

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