Katzen-Goldstück

Tierheim freut sich über neu eingerichteten Quarantäneraum

Eine Investition im fünfstelligen Bereich war nötig, um wenigestens einen Raum der Quarantänestation so umzurüsten, dass er den aktuellen Hygienestandards entspricht. Viele Spenden waren dazu nötig, unter anderem von der Kreissparkasse Verden, hier vertreten durch Sylke List und Dr. Beate Patolla, sowie Malermeister Andreas Wulf und Elektromeister Andreas Jähn (v.l.), der selber eine Katze aus dem Verdener Tierheim hat. Rechts Elke Dyckhoff aus dem Vorstand des Tierschutzvereins, dem Träger des Tierheims. Fotos: Preuss
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Eine Investition im fünfstelligen Bereich war nötig, um wenigestens einen Raum der Quarantänestation so umzurüsten, dass er den aktuellen Hygienestandards entspricht. Viele Spenden waren dazu nötig, unter anderem von der Kreissparkasse Verden, hier vertreten durch Sylke List und Dr. Beate Patolla, sowie Malermeister Andreas Wulf und Elektromeister Andreas Jähn (v.l.), der selber eine Katze aus dem Verdener Tierheim hat. Rechts Elke Dyckhoff aus dem Vorstand des Tierschutzvereins, dem Träger des Tierheims. 

Verden – „Unser Goldstück“, freut sich Janina Grube, stellvertretende Leiterin, und tritt in den neuen Quarantäneraum für Katzen im Tierheim Verden-Walle. 21 Jahre nach der Eröffnung des Hauses, das Tiere aus dem gesamten Landkreis aufnimmt, muss die Ausstattung dringend erneuert werden. Auch baulich ist einiges zu tun. Nun ist ein erster Schritt gemacht.

Eine Investition im fünfstelligen Bereich war nötig. Dafür konnten zumindest in einem der Räume die alten Holz- gegen moderne Boxen aus Fiberglas ersetzt werden. Denn was 1998, bei der Eröffnung des Tierheims, noch gängig war, sei mit den heutigen Hygienestandards nicht mehr vereinbar, so Leiterin Heidi Seekamp.

Im fünfstelligen Bereich

Jede Katze, die als Fund- oder Abgabetier nach Walle kommt, muss zunächst in die Quarantäne. Häufig leiden die Tiere unter ansteckenden Krankheiten. Deren Erreger sind trotz intensiver Desinfektion anschließend kaum aus dem Holz herauszubekommen. Die neuen Boxen hingegen sind Maßarbeiten aus einem Guss, der Kunststoff hält auch scharfen Reinigungsmitteln stand, die Gittertüren können ausgehängt und separat gereinigt werden.

Nicht nur deshalb sind die Mitarbeiter des Heims froh. Der Raum mit Platz für bis zu 14 Tiere wird dringend benötigt, denn jetzt ist wieder die Zeit der Katzenschwemme. Rund 90 Stubentiger, vor allem tragende Katzen und Kitten, leben derzeit in der Einrichtung. „Tendenz steigend“, sagt Janina Grube.

Erschwerend hinzu komme, dass Fundkatzen nur in den seltensten Fällen von ihren Besitzern wieder abgeholt würden, berichtet Elke Dyckhoff vom Vorstand des Tierschutzvereins. Hunde hingegen würden zu 99 Prozent wieder den Weg nach Hause antreten,

Mehr als ein Jahr gespart

Über Jahre hatte das Team der Einrichtung gespart. Viele Spenden von Firmen, von Jubiläen, Geburtstagen und Trauerfeiern, kleinere Erbschaften, Zuwendungen aus Stiftungen, aus der Stadttombola und vor allem von tierliebenden Privatpersonen waren erforderlich, um das nötige Geld zusammenzubringen. Das alles neben dem laufenden Betrieb, der sich ebenfalls zum größten Teil aus Spenden finanziert.

Stellvertretend für die zahlreichen Unterstützer besuchten Dr. Beate Patolla und Sylke List von der Kreissparkasse sowie Malermeister Andreas Wulf aus Thedinghausen und der Langwedeler Elektromeister Andreas Jähn die Einrichtung. Die Kreissparkasse hat erheblichen finanziellen Anteil an dem Projekt. Die beiden Handwerker hatten nicht nur gespendet, sondern ihre Rechnungen zugunsten des Tierschutzvereins noch „mit einem großzügigen Tierschutzrabatt versehen“, wie Heidi Seekamp es formuliert.

Vorstandsmitglied Elke Dyckhoff zeigt die neuen Boxen aus robustem Fiberglas.

Gemeinsam mit Elke Dyckhoff nahmen die Gäste den neuen Quarantäneraum unter die Lupe. In den zurückliegenden Monaten hatte die Ehrenamtliche zahlreiche Tierasyle und Veterinärpraxen im norddeutschen Raum besucht, um sich die dortigen Isolierstationen anzusehen. Mit dem Ergebnis, dass die meisten ebenfalls auf den bayrischen Hersteller zurückgegriffen haben, der jetzt auch die Verdener beliefert hat.

Erleichterung, als alles passte

Um Geld zu sparen, hatte Dyckhoff gemeinsam mit anderen die notwendigen Vorarbeiten erledigt. Angefangen beim Herausreißen der alten Boxen über das Verspachteln der Bohrlöcher bis hin zum Ausmessen des Raumes. Anschließend, gibt Elke Dyckhoff zu, habe sie aus Angst vor Fehlern beim Aufmaß Blut und Wasser geschwitzt. Und groß sei die Erleichterung gewesen, als schließlich alles passte.

Drei weitere Räume gilt es noch, umzurüsten von Holz- auf Kunststoffboxen. Ob sie nach dem aktuellen Vorbild ausgestattet werden, lässt das Tierheim-Team noch offen. In der Hoffnung, dass sich eine ebenso gute, aber preisgünstigere Lösung findet.

Bevor es auf der Katzenstation weitergeht, muss aber bei den Hunden investiert werden. Dort ist der Fußboden rissig. Spenden sind daher weiterhin sehr willkommen.  

Infos für die, die unterstützen möchten

„Ohne Spenden geht’s nicht. Sonst könnten wir den Laden dichtmachen“, stellt Leiterin Heidi Seekamp klar, wie sehr das Tierheim in Verden-Walle auf Zuwendungen angewiesen ist. Geldspenden können auf eines der beiden Konten Trägervereins „Der Tierschutz in Verden und Umgebung“ eingezahlt werden: Kreissparkasse Verden, IBAN DE78 2915 2670 0010 2121 32, BIC BRLADE21VER;

Volksbank Aller-Weser, IBAN DE04 2566 3584 0000 1210 00, BIC GENODEF1HOY. Dabei sollte beim Verwendungszweck das Kennwort „Spende“ angegeben werden. Wer möchte, kann gegen einen monatlichen Obolus Pate werden oder dem Tierschutzverein beitreten. Der jährliche Mindestbeitrag liegt bei nur 30 Euro.

Doch nicht nur Geld hilft. Für den laufenden Betrieb werden immer Bettwäsche, Handtücher, Katzenstreu, Allzweckreiniger und Putzutensilien benötigt. Geöffnet hat das Tierheim an der Waller Heerstraße 11 montags und mittwochs, 15 bis 17 Uhr, freitags, sonnabends und sonntags, 14 bis 17 Uhr. Das Telefon unter 04230/942020 ist täglich von 11 bis 13 Uhr und von15 bis 17 Uhr besetzt. Weitere Informationen per E-Mail an info@tierheim-verden.de oder unter tierheim-verden.de. Auf der Internetseite gibt es auch Anträge auf Patenschaften und Beitrittserklärungen als Download.

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