Karina Silberweg spricht in der Stadtbibliothek über Begegnungen mit ihrem Schutzengel

Gegen Nacktschnecken sind auch Engel machtlos

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Karina Silberweg spricht mit ihrem Schutzengel.

Verden - Einen Engel, der seinen Menschen immer begleitet, ihn vor Gefahren bewahrt und seine schützende Hand über ihn hält – eine schöne Vorstellung, die für viele jedoch zu den Märchen der Kinderzeit gehört. Ganz anders sieht das Karina Siberweg. Die Autorin aus Lübbecke sagt, sie stehe in regem Kontakt mit ihrem Schutzengel, könne ihn hören und führe richtige Gespräche mit ihm. Viele ihrer Erlebnisse mit dem Engel hat sie aufgeschrieben und mittlerweile in vier Büchern veröffentlicht. Einige Passagen daraus las sie in der Stadtbibliothek vor.

Die Veranstaltung war recht gut besucht. „Ich gehe davon aus, dass sie alle glauben, dass es Engel gibt, sonst wären sie nicht hier“, so Silberweg. In ihrer Kinderzeit sei sie sich ständig der Gegenwart ihres Engels bewusst gewesen, war aber durchaus nicht immer mit ihm zufrieden. „Dämlicher Schutzengel“, habe sie oft geschimpft, wenn sie wieder einmal zu wild war und der Himmelsbote sie nicht vor einem Sturz bewahrt hat.

Doch genauso wie Osterhase und Weihnachtsmann verschwand mit dem Erwachsenwerden auch der Schutzengel aus ihrem Leben. Selbst, als er sie davor bewahrt habe, von einer Eisenbahnbrücke zu springen, habe sie nicht gemerkt, dass ihr Schutzengel hinter diesem Sinneswandel gesteckt habe, erzählte sie. Erst die Beschäftigung mit der transzendentalen Meditation brachte die Wende. Plötzlich war sie da, die Stimme im Kopf, die sich schnell als ihr Schutzengel entpuppt habe. „Es hat 35 Jahre gedauert, bis ich mit ihm reden und seine Aufmerksamkeit spüren konnte. Jetzt kann ich mit ihm reden, ihn fragen und mich von ihm trösten lassen“, berichtete Karina Silberweg. „Mein Engel hat viel Humor“, hat sie zudem festgestellt. Er sei es auch, der sie gedrängt habe, alles aufzuschreiben.

Als sanftes Himmelswesen darf man sich den Engel von Karina Silberweg allerdings nicht vorstellen. Wenn sie mal wieder zu viel jammert oder auf ihre Mitmenschen schimpft, sagt er ihr schon gern einmal gehörig die Meinung. Aber ihr Engel sei immer für sie da, sogar zu Freunden senden könne sie ihn, wenn diese Unterstützung bräuchten, so Silberweg.

Sie selbst müsse dabei dennoch nicht auf den Schutz ihres Engels verzichten. „Ein Engel kann an mehreren Orten zugleich sein“, berichtete sie. Überhaupt, so ein Engel habe kein leichtes Leben, ständig müsse er das Gute gegen die Abgesandten Luzifers verteidigen. Karina Silberweg meint, auch das zu spüren: „Das ist manchmal eine Keilerei, wie bei Bud Spencer und Terence Hill.“

Doch auch bei den kleinen Dingen des Alltags kann Silberweg sich auf ihren Schutzengel verlassen. So habe er dafür gesorgt, dass die Ameisen aus ihrer Küche verschwanden. Dank seiner Intervention erwiesen sich auch die Wespen im Garten als äußerst friedliebend. Nur bei den Nacktschnecken sei auch der Engel machtlos. „Mit denen kann man nicht reden, die glauben nicht an Gott“, so Karina Silberweg augenzwinkernd.

Auch wenn sie mit ihrem Engel auf „Du und Du“ steht, sehen kann Karina Silberweg ihn dennoch nicht. Über diese Fähigkeit verfüge allerdings eine Freundin. Sie beschreibt ihn so: „Groß und leuchtend mit einem goldenen Helm und einem goldenen Schwert.“

ahk

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