Verdachtsfall wegen möglicher Blindgänger

Neue Nordbrücken-Trasse: Kampfmittelspezialisten angefordert

Erste Ansätze der kommenden Trasse sind bereits erkennbar. Auf der Hönischer Seite wurde mit dem Aufbau eines Damms begonnen, der das darunter liegende Erdreich verdichten soll.
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Erste Ansätze der kommenden Trasse sind bereits erkennbar. Auf der Hönischer Seite wurde mit dem Aufbau eines Damms begonnen, der das darunter liegende Erdreich verdichten soll.

Nicht nur Bauarbeiter sind tätig, um den Grund zu bereiten für eine neue Nordbrücke. Auch Vertreter einer Firma für Kampfmittelsondierung und -bergung werfen immer wieder prüfende Blicke auf die Flächen. Man weiß ja nicht, welche explosiven Überbleibsel aus Weltkriegstagen sich im Boden verstecken.

Verden – Im Sommer trampeln Pferde darüber, aktuell ruhen still und starr Ufer und Wasser, aber irgendetwas ist da. Ganz tief unten. Irgendetwas, das jetzt die Straßenbaubehörde auf den Plan ruft. Es geht um die Arbeiten an der neuen Nordbrücke in Verden, und hier um womöglich explosive Materialien, die seit fast 80 Jahren im Boden liegen, seit Weltkriegstagen, im Boden der Insel zwischen Alter Aller und Hauptstrom.

„Die Gründungsarbeiten werden durch eine Firma für Kampfmittelsondierung und -bergung begleitet“, sagt Bau-Fachbereichsleiter Adrian Andritzki auf Nachfrage.

Einfache Sondierungen förderten den Verdacht auf die Gefährdungslage zu Tage. In Meter-Abständen wurden Löcher in den Weidenboden gebohrt, wurden Messinstrumente ins Erdreich gelassen, und irgendwann schlugen sie an. Irgendwas Metallisches ruhe unter der Grasnarbe. „Das kann natürlich alles Mögliche sein, vom Fahrrad über tatsächlich eine Bombe bis hin zu einer Erzader“, sagt Andritzki. Meistens handele es sich in solchen Fällen um Gegenstände, die nicht weiter beunruhigen müssten, vielleicht um einen Teil eines Ackergerätes oder um irgendeinen Müll, aber man könne halt nichts ausschließen.

Gründung von drei schweren Pfeilern

Und das ist erst das Ergebnis der kleinen Sondierung. Könne die Insel mit schwerem Gerät befahren werden, erfolgten weitere Prüfungen. Der jetzige Verdachtsfall werde dann ebenfalls geborgen. Anschließend kann mit der Gründung von insgesamt drei schweren Pfeilern in diesem Bereich begonnen werden, zwei davon in besonders empfindlicher Umgebung in Ufernähe.

Zunächst würden in diesem Bereich Arbeitsebenen aufgeschüttet, ehe anschließend Spundwände einzurütteln seien, in deren Schutz dann die Bohrpfähle mit 1,20 Metern Durchmesser für die Tiefgründung und die Fundamentplatte hergestellt werden können. Gleichzeitig sind erste Korrekturen bei der Verkehrsführung notwendig. Im Brennpunkt vor allem der Klusdamm, die Strecke über die Südbrücke also, von wo aus die Zufahrt auf die Allerinsel erfolgt, und wo Lichtzeichen den Begegnungsverkehr regeln. Andritzki: „Die Ampel wurde verlegt, um Konflikte zwischen aus Hönisch kommenden und vor der Ampel haltenden Verkehrsteilnehmern und dem von der Allerinsel kommenden Baustellenverkehr, der teilweise die gesamte Fahrbahn zum Abbiegen benötigt, zu vermeiden.“

Auch auf dem Abschnitt zwischen Nordertorkreisel und Fluss gehen die Arbeiten voran. Die Straße Am Allerufer kann während der gesamten Bauzeit nur von Radlern und Fußgängern passiert werden, Autofahrer gehen dennoch nicht ganz leer aus. „An der Ziegeleistraße wurden provisorische Parkplätze freigegeben, um zumindest einen Teil der gesperrten Parkplätze am Allerufer zu kompensieren“, heißt es aus der Straßenbaubehörde. Gleichzeitig entsteht ein neuer Sandfang für Regenwasser mit bemerkenswerten Dimensionen. Das Vorklärbecken bietet Platz für 200 Kubikmeter, die Auslaufleitung verfügt über einen hüfthohen Querschnitt von 80 Zentimetern.

Ungewöhnliche Maßnahmen auch auf Hönischer Seite des etwa 450 Meter langen Bauwerks. Um den Untergrund der kommenden Trasse zu verdichten, wurde nicht etwa schweres Gerät aufgefahren, sondern Sand selbst soll die Arbeit verrichten.

„In den letzten Tagen wurde ein Damm aufgeschüttet, der den darunter liegenden Boden zusammendrückt“, sagt Andritzki, „vor dem eigentlichen Bau muss der Damm mehrere Monate auf dem vorhandenen Boden liegen. Mit diesem Verfahren werden größere Setzungen der neuen Straße und des Widerlagers auf dem hier etwas weicheren Untergrund verhindert.“

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