Jungen dürfen einen Tag lang schnitzen, bolzen und mit Pfeil und Bogen schießen

Mädchen bleiben draußen

Einen Tag lang durften auf der Stadtwaldfarm klassische „Jungssachen“ ausprobiert werden.
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Einen Tag lang durften auf der Stadtwaldfarm klassische „Jungssachen“ ausprobiert werden.

Verden - Lennard, Julian, Manuel oder Torben hatten ganz schön mit den Holzstöcken zu kämpfen. Die Acht- bis Zwölfjährigen bearbeiteten das Naturmaterial mit Schnitzmesser und Schmirgelpapier. Am Ende sollten schöne Grillstöcke fürs finale Stockbrotbacken am Lagerfeuer dabei herauskommen.

Mit 30 anderen Kindern und Jugendlichen haben die Genannten ihr handwerkliches Geschick beim Verdener Jungentag auf die Probe gestellt.

Aber nicht nur schnitzen durften die Jungs aus Verden und den umliegenden Ortschaften. Sie konnten auch Bogenschießen, einen Geschicklichkeitsparcours absolvieren, mithilfe von Feuersteinen ein Feuer entfachen oder sich in kreativen Dingen ausprobieren. „Wir wollen die Jungen dort abholen wo sie sind“, sagte Fred Pielsch, Erzieher im Bürgertreff.

Beim ersten, gemeinsam von Mitarbeitern von Bürgertreff, Stadtwaldfarm, Spielbus und Jugendzentrum organisierten Jungentag auf dem Gelände der Stadtwaldfarm ging es um gegenseitiges Kräftemessen, Selbstakzeptanz und um Teamwork nur unter Jungen.

Dass die Förderung von Jungen ebenso wichtig ist, wie die der Mädchen, wollten die Veranstalter mit dem Jungentag deutlich machen. „Es gibt Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen. Auch sind die Rollenerwartungen an Jungen hoch“, so die Erfahrungen von Pielsch und den Kollegen. Daher sei so ein Angebot wie der Jungentag gut und wichtig. Soll heißen: „Man muss den Jungen das anbieten, was sie wirklich interessiert.“

Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern müsse man sehen und anerkennen. Beispielsweise seien Jungen in ihrem Verhalten viel körperbezogener als Mädchen. „Die haben mehr Power, sind lauter und haben mehr Energie. Das alles will rausgelassen werden“, so Pielsch. Und genau das wollte der Jungentag bieten. Beim Bolzen, Rangeln oder beim Klettern.

Aber auch um die Jungen für „ruhigere“ Dinge zu interessieren, sei diese Arbeit wichtig. „Wenn sie sich ausgepowert haben, sind sie durchaus auch für andere Dinge bereit.“

Und die Jungen selbst fanden es gut, dass weit und breit kein Mädchen in Sicht war. „Ich habe eine ältere Schwester, das reicht“, meinte etwa Sebastian. Er fand den mädchenfreien Aktionstag einfach nur cool, während es den achtjährigen Torben störte, dass Mädchen nicht Fußball spielen können und sie schon deshalb auf dem Jungentag nichts zu suchen hätten. Der zwölfjährige Julian sagte: „Mädchen gehören nicht hierher. Ich interessiere mich nicht für Mädchen – noch nicht.“

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