So professionell wie möglich

Julia Nehus verantwortet für einige Szenen der Domfestspiele die Choreografie

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Julia Nehus mit den Badedamen – Hilke Rumpf, Petra Pehling, Mareike Hehl und Uta Sieber.

Verden - Nach fünf erfolgreichen Produktionen haben die Verdener Domfestspiele längst auch überregional einen sehr guten Ruf erlangt. In diesem Jahr wird vom 14. bis 29. Juli „Der brennende Mönch“, eine „historische Untat“ nach einer Idee von Gabriele Müller, auf der Freilichtbühne am Dom aufgeführt. Inszeniert wird die vielschichtige Geschichte von Hans König, der bei den Freilichtspielen bereits zum dritten Mal Regie führt.

Bis zur Premiere sind es zwar noch einige Monate, doch die Proben der rund 80-köpfigen Theatercrew aus Profis und Laiendarstellern laufen längst auf Hochtouren. Julia Nehus verantwortet für einige Szenen die Choreografie.

„Sie setzen meine Vorstellungen wunderbar um.“

Lachend im Holzzuber, im Hintergrund die Ansagen von Julia Nehus, ansonsten volle Konzentration: „Von Mal zu Mal wird die Szene perfekter. Die Frauen sind klasse. Sie setzen meine Vorstellungen wunderbar um, sie fressen mir quasi aus der Hand“, sagt die Tanzlehrerin und Schauspielerin.

So auch bei der Badehausszene, in der sechs ganz spezielle Damen mit zwei Herren in die Badezuber steigen. Nehus: „Alle haben eine gute Auffassungsgabe und super schnell verstanden, wie ich mir die Szene vorstelle und was ich von ihnen will. Inzwischen setzen sie das schon fast perfekt um.“ Auch zu tänzerischen Leistungen werden sie von Nehus angespornt, wobei hier die eigentliche Schwierigkeit nicht das Erlernen einzelner Schritte ist, sondern mehr darin liegt, Harmonie zwischen Musik und Bewegung zu bringen. Trockenübungen können folglich perfekt klappen, und mit Musik kommen die Tänzer dann trotzdem aus dem Takt.

Üben und Aufführen muss Spaß machen

Das bislang Geschaffene, die gesamte Choreografie der Bade- und Tanzszenen, wirkt aber bereits heiter und leicht, und es macht eine wahre Freude, bei der Probe zuzusehen. Doch die scheinbare Leichtigkeit war ein mühevoller Weg, denn gerade für Laien ist eine mehrwöchige Inszenierung vor großem, teils weither angereisten Publikum immer mit Genuss als auch Aufwand verbunden.

Daran ändern auch die zahlreichen erfahreneren Mimen, die schon seit vielen Jahren mit dabei sind, nichts. „Die meisten Darsteller sind ja tagsüber berufstätig, sodass man die Ressourcen bewusst einteilen muss, damit sie den Spaß nicht verlieren.“ Denn der Aufwand für eine Produktion mit den vielen Proben sei aufwendig, sodass kaum Zeit bleibe, noch etwas anderes zu tun“, so Nehus. Sie selbst hat 2003 – damals hochschwanger – erstmals an einer Produktion der Domfestspiele mitgewirkt. Längst ist sie zweifache Mutter, wobei ihre Leidenschaft für die Schauspielerei und fürs Tanzen ungebrochen ist. Dabei ist die Verdenerin rundum professionell. Sie absolvierte ihre Ausbildung an der Berufsfachschule für Bühnentanz Hannover und bildete sich im Bereich der Tanzpädagogik und des Musicals in New York weiter. 2003 schloss sie neben ihrem Fernstudium als Diplom-Gesundheitstrainerin auch ihre Ausbildung als A. E. R. O. Ballett-Trainerin ab.

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