Start im September

Vorträge im doz20: Jüdisches Leben und Kriegsende

Planen die nächsten Veranstaltungen: Joachim Woock, Ulrich Hennies, Jochen Benner, Ruth Kahlke-Kuipers, Kathrein Goldbach und Andrea Lutter (v.l.).
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Planen die nächsten Veranstaltungen: Joachim Woock, Ulrich Hennies, Jochen Benner, Ruth Kahlke-Kuipers, Kathrein Goldbach und Andrea Lutter (v.l.).

Verden – Corona hat in den letzten Monaten auch dem Verein „Dokumentationszentrum Verden im 20. Jahrhundert“ (doz20) einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Viele Veranstaltungen mussten ausfallen. Nun geht es endlich wieder los. Im September startet die Vortragsreihe „Jüdisches Leben in Verden II“. Ebenfalls noch im September wird die ursprünglich schon für April letzten Jahres geplante Veranstaltung „War is over, am Tag als der Frieden nach Verden kam“, nachgeholt.

Der erste Vortrag der Reihe „Jüdisches Leben in Verden“ findet schon am Donnerstag, 9. September, im Historischen Museum – Domherrenhaus statt. Prof. Dr. Inge Hansen-Schaberg, Vorsitzende des jüdischen Museums Cohn-Scheune in Rotenburg, referiert ab 18 Uhr über jüdisches Leben in Rotenburg im 20. Jahrhundert. Seit 1803, so die Referentin, sei Rotenburg ein Zentrum jüdischer Ansiedlung gewesen. Die Familie Cohn war in das Leben der Stadt integriert. Mit ihrer Deportation in der NS-Zeit endete auch die Geschichte der jüdischen Gemeinde in der benachbarten Stadt.

Zur gleichen Uhrzeit und am selben Veranstaltungsort hält Dr. Peter Schulze aus Hannover am 15. September seinen Vortrag über Siegmund Seligmann „Ich bin ein einfacher Mann gewesen“. Der 1853 in Verden geborene Seligmann war seit 1879 im Vorstand der Continental AG. Er leitete das Unternehmen so erfolgreich, dass er 1923 zum ersten jüdischen Ehrenbürger Hannovers ernannt wurde. Die Villa Seligmann ist heute Sitz des europäischen Zentrums für jüdische Musik.

„Sühneleistung“ für die Reichsprogromnacht

Ebenfalls im Domherrenhaus referiert Andrea Kampen vom Finanzamt Nordenham am 30. September um 18 Uhr über „Reichsfluchtsteuer und Judenvermögensabgabe“. Das Instrument der bereits 1931 und ab 1933 wesentlich verschärften Reichsfluchtsteuer ermöglichte es der nationalsozialistischen Finanzverwaltung, bis Kriegsende etwa 941 Millionen Reichsmark einzuziehen. Mit der „Judenvermögensabgabe“ verlangte der Staat von den Juden eine „Sühneleistung“ von einer Milliarde Reichsmark für die Schäden der antisemitischen Ausschreitungen in der Progromnacht am 9. November 1938. Erst jetzt zugängliche Akten und Daten machen den Vortrag besonders interessant.

Die Reihe endet am 14. Oktober im Alten Schulhaus Dauelsen mit dem Vortrag von Dr. Peter Christoffersen „Auf den Spuren der 1941 deportierten Bremer und Verdener Juden“. Am 18. November 1941 wurden 570 Juden aus Norddeutschland von Bremen aus ins Ghetto Minsk deportiert. 442 von ihnen stammten aus Bremen, 21 aus Verden. Von den Bremer Juden kehrten sechs zurück, von den Verdenern überlebte nur Martin Spanier das Mordprogramm. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr.

Überleben nach dem Krieg

Bereits zum 75. Jahrestag des Kriegsendes in Verden am 17. April 1945 war die Veranstaltung „War is over – am Tag, als der Frieden nach Verden kam“ geplant. Die Präsentation und der Vortrag soll nun am 23. September um 19 Uhr im Domgymnasium nachgeholt werden. Andrea Lutter und Martin Drichel zeigen, was wirklich im April 1945 in Verden geschah. „Wir geben mit vielen, zum Teil unveröffentlichten, Zeitzeugenberichten einen Rückblick auf die letzten Kriegstage. Auch britische Soldaten, die 1945 oder 1946 in Verden waren, kommen zu Wort“, sagt Andrea Lutter. Fotos und Dokumente zeugen vom Überlebenskampf, Mangel an Wohnraum und der Suche nach Angehörigen, die in den Kriegswirren verschollen waren.

Die Veranstalter weisen darauf hin, dass bei allen Veranstaltungen die 3G-Regel gilt, das heißt Zutritt haben nur geimpfte, getestete und genesene Personen.

Von Antje Haubrock-kriedel

Zur Veranstaltung „War is over“ laden Ruth Kahlke-Kuipers (l.) und Andrea Lutter am 23. September ein.

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