Jubel, Dank und Misstöne

AWK-Bettenhaus: Ausschuss kritisiert Stadt Verden

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Im Sommer geht es los: Das Erweiterungsprojekt Bettenhaus beim Verdener Haus der Aller-Weser-Klinik wird an der Straße Burgberg entlang errichtet.

Verden - Mitte des kommenden Jahres soll der Bau des Bettenhauses am Verdener Standort der Aller-Weser-Klinik beginnen. Als die Finanzpolitiker des Kreistags letzte Weichen für das 37,3-Millionen-Vorhaben stellten, mischten sich in Dankbarkeit und Zufriedenheit auch Misstöne. Mit einer ausdrücklichen Missbilligung registrierte Wilhelm Hogrefe (CDU) ein allzu sparsames Verhalten beim Beitrag der Stadt Verden, das zu Engpässen führen könnte.

„Es ist legal, aber nicht legitim“, kommentierte der Fraktionsvorsitzende die Entscheidung im Verdener Rathaus. Für den kommunalen Anteil an dem Großprojekt fällt der Stadt, ebenso wie dem Landkreis ein Beitrag von 3,65 Millionen Euro zu. Zusammen würden sie mit den 30 Millionen Euro Landesförderung den veranschlagten Kostenrahmen abdecken. Was die Mitglieder des Finanzausschusses in der Beratung irritierte, war der Plan der Stadt, ihren Anteil mit einem älteren Liquiditätskredit zu verrechnen.

Zumindest verständnislos reagierte auch Landrat Peter Bohlmann, dass hier eine Finanzlücke von 1,5 Millionen Euro entstehe. Wenn der Landkreis auch die von ihm gegebenen Liquiditätskredite auf diese Art zurückfordern würde, wäre das auf jeden Fall nicht mehr zu kompensieren. Auch Wilhelm Hogrefe fehlte das Verständnis, wo doch nach neueren Erhebungen Verden die auf die Einwohnerzahl berechnet reichste Stadt Niedersachsens sei.

Mehrstöckiger Komplex soll entstehen

Klinik-Geschäftsführerin Marianne Baehr hofft, dass die Lücke mit einem rigiden Ausgabencontrolling nicht so sehr ins Gewicht fallen werde. Allerdings habe sich die Stadt bisher auch immer geprächsbereit gezeigt, wenn etwas anlag. Für die Projektsteuerung habe die Aller-Weser-Klinik eigens eine fachkundige Kraft verpflichtet, „Der Baubereich ist nicht meine Kernkompetenz“, gab die Klinikchefin unumwunden zu. Gerade, wenn es um die Ausschreibungen und die rechtzeitige Abwicklung der Baumaßnahme gehe, seien die Fachkenntnisse wichtig.

Baehr gab den Abgeordneten einen Überblick, was da ab Sommer entstehen soll. Ein mehrstöckiger Komplex, der vor dem jetzigen Eingangsbereich an die Ecke Burgberg/Sedanstraße anschließt. Zwei Stockwerke mit je 60 Betten, eines mit OP-Sälen und zusätzlichen Intensiv-Betten und eine Etage, der moderne Krankenhaustechnik konzentriert wird, sollen errichtet werden. 

Zu wenig Platz für Ärzte und Patienten

„Die bestehende Bausubstanz bleibt komplett erhalten“, berichtete Baehr. Allerdings sei bei der Projektplanung auch schon einmal der gesamte Krankenhauskomplex in den Blick genommen worden. Mit dem Neubau ergebe sich auch die Chance, sinnvolle Umstrukturierungen oder Anpassungen vorzunehmen. „Wir haben nicht nur einer Raumnot bei der Unterbringung der Patienten, sondern auch in Bezug auf die Mediziner.“

Ein Anliegen war Marianne Baehr, das fraktionsübergreifende Engagement aus der Politik und des Landrats zu würdigen. „Der erste Antrag wurde 2009 gestellt und jetzt kann es losgehen“, dankte sie den Anwesenden. Und die empfahlen dem Kreistag einstimmig, den Zuschuss von 3,65 Millionen haushaltstechnisch abzusichern. Bis 2022 sollen die Mittel nach und nach abfließen. - kle

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