Jonne und ein Füllhorn Glück

Herzinfarkt: Vierjähriger rettet mit Mutter und AWK-Ärzten seinen Vater

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Der kleine Jonne ist der Held. Mit seine Hilfe und der von Mutter Dörthe Agena konnten die Ärzte Ralf Weßel (l.) und Bernd Schwedhelm das Leben und die Gesundheit von Helge Teubert retten.

Verden - Vier Jahre ist Jonne alt und der strahlende Held in der Familie und im Verdener Krankenhaus. Die große Aufmerksamkeit genießt der kleine Verdener selbstbewusst und bescheiden. Ihm wird wohl erst in ein paar Jahren klarer werden, wie bedeutsam es für ihn war, dass er seinem Vater Helge Teubert das Leben gerettet hat. Als der kurz vor Silvester einen Herzinfarkt erlitt, war es der Vierjährige, der als erster für schnelle Hilfe sorgte und bei Mama Dörthe Agena Alarm schlug.

„Jede Sekunde ist wichtig“, betont Chefarzt Ralf Weßel. Und als Helge Teuberts Herz still stand, kam gleich ein Füllhorn von glücklichen Umständen zusammen. Das fing schon beim Notruf an. „In der Leitstelle sind die Disponenten jetzt auf ,Telefonanimation’ vorbereitet“, erklärt Dr. Peter Ahrens beim Gespräch in der Klinik. So konnte Dörthe Agena die wertvolle Zeit bis zum Eintreffen der Helfer nutzen. Unter der Anleitung des Disponenten brachte sie mit Herzdruckmassage das Blut ihres bewusstlosen Mannes in Bewegung.

Es waren nur wenige Minuten, bis die Helfer übernehmen konnten, aber die junge Frau war froh, in den bangen Minuten sinnvoll helfen zu können.

Die Rettungssanitäter brachten den 47-Jährigen direkt ins neue Herzkatheter-labor der Aller-Weser-Klinik. Ein weiterer günstiger Umstand für Helge Teubert war, dass das neue Labor überhaupt so nah und damit schnell erreichbar war. Von der Ankunft im Krankenhaus bis zur wirksamen Hilfe habe es gerade einmal 20 Minuten gedauert, erinnert sich Bernd Schwedhelm, einer der behandelnden Ärzte. Früher sei in Fällen wie dem von Helge Teubert ein sehr langer Weg nach Bremen nötig gewesen. Von Verden-Eitze bis zur Klinik eine Sache von Minuten.

Helge Teubert hatte ein Vorderwand-Infarkt aus dem Verkehr gezogen, war die Diagnose im Labor. Die Ärzte sorgten mit einem Stent wieder für die gute Versorgung von Teuberts Herz mit Blut und hatten so das eigentliche Übel beseitigt. Und das ging so schnell, dass der Patient nach zwei Tagen schon wieder aufstehen konnte und am 5. Januar nach Hause zurückkehren konnte.

Jetzt braucht die Familie in Verden-Eitze erst einmal Zeit, um das Ereignis zu verdauen, berichtet Helge Teubert. „Mir ist bewusst, dass es ziemlich knapp war.“ 

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Regeln für die Wiederbelebung

Der einzige Fehler, den man als Augenzeuge machen kann, ist nichts zu tun.  Bei Verdacht auf Herzstillstand sofort 112 anrufen. Bei beobachtetem Kollaps: Wer bewusstlos ist und nicht richtig atmet, der muss wiederbelebt werden. Drücken Sie schnell und kräftig in der Mitte des Brustkorbs - Frequenz: Mindestens 100-mal pro Minute. Faustregel: Summen Sie im Geiste „Stayin’ alive” von den Bee Gees mit, das sind 103 Beats per minute. - Kraftaufwand: Bei einem Erwachsenen Brustkorb mindestens fünf Zentimeter eindrücken und zwischen zwei Kompressionen wieder vollständig entlasten, aber den Druckpunkt nicht verlieren. Arme gestreckt, Druck direkt von oben - Beatmung: Wenn Sie es als Ersthelfer sich zutrauen, dann sollen auf 30 Herzdruckmassagen zwei Beatmungen (Mund-zu-Nase oder Mund-zu-Mund) erfolgen. Der Brustkorb soll sich hierbei sichtbar heben, ein Atemzug etwa eine Sekunde dauern. Wenn Sie sich als Ersthelfer die Beatmung nicht zutrauen, ist das nicht entscheidend: Im Blut des Patienten befindet sich in der Regel noch eine Sauerstoff-Reserve, um ihn bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes am Leben zu erhalten. Hauptsache, Sie machen die Herzdruckmassage, damit der Sauerstoff auch zirkulieren kann! Weitermachen, bis der Rettungsdienst eintrifft - bei mehreren Helfern alle zwei Minuten abwechseln (Wiederbelebung ist anstrengender, als man denkt).

Quelle: AWK

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