Wechselbetrieb für alle Schulen: Neue Allgemeinverfügung des Landkreises

Jetzt wieder halbierte Klassen

Aktuell zählt das Gesundheitsamt 475 Covid-19-Patienten: Die Zahl der Erkrankten im Landkreis ist deutlich zurückgegangen.
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Aktuell zählt das Gesundheitsamt 475 Covid-19-Patienten: Die Zahl der Erkrankten im Landkreis ist deutlich zurückgegangen.

Verden – Alle allgemein- und berufsbildenden Schulen im Landkreis Verden gehen von Montag kommender Woche an für zwei Wochen in das sogenannte Szenario B, dem Wechsel von Präsenzunterricht in halbierten Klassen und dem verpflichtenden Lernen zu Hause. Das legt der Landkreis in einer neuen Allgemeinverfügung fest, die am Freitag im Amtsblatt veröffentlicht wird und vom 23. November bis 4. Dezember gültig ist. Unterdessen meldete das Gesundheitsamt gestern nur vier neuinfizierte Personen und 32 genesene Patienten. Damit fiel der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz auf 180,8.

Besonders intensiv, so die Pressemitteilung des Landkreises, entwickele sich das Infektionsgeschehen in den Berufsbildenden Schulen in Verden. Deshalb sehe die Verfügung dort für die Azubis in der Dualen Ausbildung für zwei Wochen das Szenario C vor. Danach lernen Schülerinnen und Schüler unter Anleitung der Lehrkräfte komplett von zuhause aus. Dieses Szenario betrifft auch einzelne soziale, medizinische und pflegerische Bildungsgänge der BBS, teilt der Landkreis mit.

Das Wechselmodell sieht einen Präsenzunterricht von gleichzeitig maximal 16 Schülern pro Klasse vor. Innerhalb der Lerngruppen muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern gewährleistet sein. Das Tragen einer Alltagsmaske im Unterricht entfalle, außerhalb der Unterrichtsräume müssten die Schüler im Schulgebäude und auf dem Gelände aber weiterhin eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

„Der Landkreis hat sich zu diesem Schritt entschlossen, weil die Sieben-Tage-Inzidenz immer noch überdurchschnittlich ist und allein am Wochenende für 300 Schülerinnen und Schüler die Quarantäne angeordnet werden musste. Dazu kamen drei weitere Schulen, und damit mittlerweile mehr als die Hälfte aller Schulen, die in das Wechselmodell überführt wurden“, erklärt Landrat Peter Bohlmann.

Das Wechselmodell habe sich aufgrund des drastischen Fallzahlenanstiegs im Landkreis bereits zum Standard entwickelt, so Bohlmann. Mit den Gymnasien und den Berufsbildenden Schulen befänden sich bereits 43 Prozent aller Schülerinnen und Schüler im Landkreis (7 350 von 17 200) in diesem Modell. Zudem sei auch nur noch eine von acht Schulen der Sekundarstufe I im Szenario A, sodass hier weitere 23 Prozent der Schüler im Landkreis (3 850) im Wechselbetrieb lernen. Zusammen mit den im Wechselmodell befindlichen Grundschulen würden schon jetzt 75 Prozent aller Schüler im Szenario B beschult.

„Wir haben trotz der geringeren Betroffenheit des Primarbereichs keine Sonderregelung für die Grundschulen getroffen, weil sich auch hier Fallzahlensteigerungen abzeichnen und eine hohe Zahl an Quarantäneanordnungen zu treffen ist“, erläutert Bohlmann.

Für die Berufsbildenden Schulen sieht die Allgemeinverfügung einen Wechsel für die betriebliche Ausbildung ins Homeschooling vor. Lediglich Unterrichte in Blockform in festen Gruppen und über einen längeren Zeitraum bleiben davon unberührt. Das Szenario C gilt auch für die Bildungsgänge Sozialpädagogik und sozialpädagogische Assistenz, für medizinische und zahnmedizinische Fachangestellte sowie für die Bildungsgänge Altenpflege, Pflegekraft und Pflegeassistenz. Ein Großteil der Vollzeitschülerinnen und -schüler an der BBS verbleibt jedoch im Wechselmodell.

„Wir beobachten an den Berufsbildenden Schulen ein wesentlich höheres Infektionsgeschehen“, so Bohlmann. Diese Schülergruppe habe durch ihre Verortung in den verschiedenen Betrieben aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern und aufgrund des Kreisgrenzen übergreifenden Einzugsbereichs viele Außenkontakte. Hier gelte es potenzielle Übertragungspunkte zu reduzieren. Auch stelle die Herausnahme dieser Berufsgruppen einen weiteren Schutz für die Kinderbetreuung und die Gesundheitseinrichtungen dar.

475 Personen, so meldet das Gesundheitsamt, seien derzeit erkrankt. Gestern kamen vier Infizierte hinzu. Im Landkreis Verden hätten sich damit bislang 1 443 Personen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 angesteckt. 954 von ihnen sind bereits genesen. Gestern wurden allein 32 Patienten gesund aus der Quarantäne entlassen. Noch seien aber 729 Kontaktpersonen in Quarantäne. 15 Patienten würden aktuell stationär behandelt und 14 infizierte Personen sind verstorben.  kle

Rückkehr zum Homeschooling: Wegen des Infektionsgeschehens an den BBS Verden lernt ein Teil der Schüler wieder zuhause.

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