Jeder Zweite gab den Schnaps raus

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Jeder zweite Verkäufer ignorierte in Verden das Jugendschutzgesetz zum Verkauf von Alkohol

Verden - „Alarmierend“ nannte Jürgen Menzel das Ergebnis der Alkoholtestkäufe in Verden . Wirklich überrascht zeigte sich der Polizeipressesprecher aber nicht von der Tatsache, dass jeder zweite Verkäufer die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes ignoriert hatte. Damit liege Verden im Bundestrend.

Drei Jugendliche waren in der vergangenen Woche im Auftrag von Stadtverwaltung und Polizei Verden unterwegs gewesen, um Verkäufern von hochprozentigem Alkohol auf den Zahn zu fühlen. Die minderjährigen Testkäufer versuchten, in Tankstellen und Supermärkten neben Kartoffelchips und Süßigkeiten auch branntweinhaltige Getränke zu bekommen.

Das Ergebnis, das sie dabei zu Tage förderten, ist erschreckend: Beinahe jeder zweite Verkäufer rückte den Alkohol an die Jugendlichen bedenkenlos heraus. Entweder waren ihnen die entsprechenden Bestimmungen des Jugendrechts gar nicht bekannt, oder sie ignorierten sie komplett. In vier Fällen ließen sich die Verkäufer zwar erst den Ausweis der 17-jährigen Käufer vorlegen, gaben die Alkoholika dann aber trotzdem heraus. Sofort nach den erfolgreichen Beutezügen stellten Behördenvertreter die Verkäufer zur Rede. „Manche haben sich ganz überrascht gezeigt“, so Jürgen Menzel. Auch der Satz „Der sah aber älter aus“ sei gefallen. Polizei und Stadtverwaltung beließen es dennoch bei ermahnenden Gesprächen.

In der Zukunft müssen sich die Betreffenden aber auf eine härtere Gangart einstellen und sogar Bußgelder in Kauf nehmen. Wie der Beauftragte für Jugendsachen bei der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, Hauptkommissar Eberhard Block, erklärte, werde man solche Aktionen wiederholen.Gleichwohl haben er und der Fachbereichsleiter für Sicherheit und Ordnung der Stadt Verden , Rüdiger Nodorp , auch einen gewissen Lerneffekt ausgemacht. Immerhin hatten einige (wenige) Konzerne ihr Personal schon sensibilisiert oder im günstigsten Fall sogar gegen Unterschrift unterwiesen. Manche hatten sogar die technischen Voraussetzungen geschaffen, die ihr Personal bei dem Verkauf von Hochprozentigem akustisch vorwarnt und zur besonderen Umsicht mahnt.

15 Verkaufsstellen wurden überprüft, sieben Mal kam es dabei zu Verstößen. So ist das Fazit, das die beiden Behördenvertreter nach Abschluss der Aktion zogen, auch eindeutig: „Nach wie vor wird es den Jugendlichen zu leicht gemacht, an hochprozentigem Alkohol zu kommen. Testkäufe sind ein geeignetes Mittel, um das Verkaufspersonal zu sensibilisieren und den Teens den Erwerb von Alkohol zu erschweren.“ Die Jugendlichen kamen mit hochprozentiger Beute von ihren Testkäufen zurück.

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