Alte Führerscheine verlieren Gültigkeit

Jeder wird im Landkreis Verden seinen Lappen los

Das kommt auf alle Führerscheininhaber zu: Der Umtausch zur neuen EU-Variante.

Werden nach Jahrgängen eingesammelt: Der Führerschein schrumpft auf Scheckkartengröße.

Alt gegen neu. „Im Landkreis Verden haben bereits 1 593 Frauen und Männer ihren Führerschein getauscht“, sagt Pressesprecher Ulf Neumann auf Anfrage. Aber, keine Angst: So ganz muss man sich vom liebgewordenen „Lappen“ nicht trennen.

Abgabe richtet sich nach Jahrgängen

Das Programm ist durchaus amtlich und hat es in sich: Circa 100 000 Frauen und Männer sind auf den Straßen des Landkreises mit einem Führerschein unterwegs. Ob mehr Frauen oder Männer hinter dem Steuer sitzen, lässt sich nicht ermitteln, ist allerdings in diesem Falle auch eher unerheblich. Alle, deren Führerschein vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurde, so der Plan, müssen ihn auf jeden Fall auf lange Sicht abgeben. Das Datum für den jeweiligen letztmöglichen Abgabetermin ist nach Jahrgängen zugeordnet. Wer noch einen Papierführerschein besitzt, bei dem richtet sich die Umtauschfrist nach dem Geburtsjahr.

• Start war mit den Jahrgängen 1953 bis 1958. Ihnen bleibt noch bis zum 19. Januar 2022 Zeit, den Umtausch abzuwickeln.

• Es folgen die Jahrgänge 1959 bis 1964 (bis zum 19. Januar 2023).

• 1965 bis 1970 (bis zum 19. Januar 2024).

• 1971 oder später (bis zum 19. Januar 2025).

Wer einen Kartenführerschein besitzt, der vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurde, muss sich bei der Umtauschfrist nach dem Ausstellungsjahr richten. Das Ausstellungsdatum steht auf der Vorderseite der Karte im Feld 4a.

• 1999 bis 2001 (19. Januar 2026)

• 2002 bis 2004 (19. Januar 2027)

• 2005 bis 2007 (19. Januar 2028)

• 2008 (19. Janur 2029)

• 2009 (19. Januar 2030)

• 2010 ( 19. Januar 2031)

• 2011 (19. Januar 2032)

• 2012/2013 (19. Januar 2033)

Alle Personen, deren Geburtsjahr vor 1953 liegt, können sich Zeit lassen: Sie müssen den Führerschein erst bis zum 19. Januar 2033 umtauschen, unabhängig vom Ausstellungsjahr.

Der Tausch des Führerscheins ist vom Ablauf her klar geregelt. Notwendig dadfür ist ein Termin mit der Führerscheinstelle. Das geht auch online auf der Homepage des Landkreises Verden. Dort gibt es auch weitere Infos, welche Unterlagen mitgebracht werden müssen. Dazu gehören der Antrag auf Umstellung der Fahrerlaubnis (pdf-Formular), der Personalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung, ein aktuelles Lichtbild, Größe 45 mal 35 Millimeter (biometrisch). Mitzubringen ist zudem der alte Führerschein und, wichtig für alle, deren Fahrerlaubnis nicht vom Landkreis Verden ausgestellt wurde, eine Karteiabschrift. „Angefordert werden muss die Abschrift bei der Behörde, die den letzten Führerschein ausgestellt hat“, erklärt Neumann. Möglich sei das per E-Mail, in der der Betroffene um eine Übersendung des Dokuments an den Landkreis Verden bitten könne. Die Führerscheinstelle arbeitet momentan an der Möglichkeit die Anträge auch online zu stellen. Ein Startermin ist jedoch momentan noch nicht bekannt.

Beim Besuch in der Führerscheinstelle wird der Antrag aufgenommen und die Unterlagen werden auf Vollständigkeit geprüft. Die Gebühr in Höhe von 30,15 Euro ist vor Ort zu zahlen. Dafür schickt die Behörde den neuen Führerschein per Post direkt ins Haus.

Und was ist nun mit dem „Lappen“ samt jugendlichem Erscheinungsbild? „Der alte Führerschein bekommt einen Eintrag, der die Gültigkeit auf drei Monate begrenzt und ihn dann automatisch ungültig werden lässt“, so Neumann. Danach kann er gerahmt an die Wand gehängt oder wie auch immer im Kasten der Erinnerungen verstaut werden.

Die Führerscheinstelle arbeitet die Anträge derweil zügig ab. „Aufgrund des Pflichtumtausches wurde das Personal für diesen Aufgabenbereich um eine Vollzeitstelle von zwei auf drei aufgestockt“, so Neumann. Wer es übrigens gar nicht abwarten kann, seinen abgewetzten alten Schein unbedingt loswerden möchte, braucht nicht warten, bis sein Jahrgang offiziell dran ist: „Getauscht werden kann jederzeit“, sagt Neumann.

Aussitzen, das heißt nicht umtauschen, ist allerdings ausgeschlossen. Aber es gibt eine Schonzeit: „Weil viele Führerscheinstellen die Bearbeitung nicht rechtzeitig schaffen oder auch nicht ausreichend Termine zur Verfügung stehen, passiert momentan nichts, wenn ich nicht tausche“, erklärt Neumann. „Aus diesen Gründen sind auch die Polizeidienststellen darüber informiert worden, den fehlenden Umtausch zunächst nicht zu ahnden, sondern die Inhaber lediglich darauf hinzuweisen“, sagt Neumann. Aber die Geduld gilt nicht unbegrenzt: Nach Ablauf einer entsprechenden Übergangszeit wird voraussichtlich ein Verwarngeld in Höhe von zehn Euro fällig.

Von Markus Wienken

Rubriklistenbild: © landkreis verden

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