Serie Frauen in der Feuerwehr (Teil 4):

Tami Penner mag die Gemeinschaft in der Feuerwehr

Vor fünf Jahren wechselte Tami Penner von der Jugendfeuerwehr zu den Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Dauelsen. In der Abteilung ist sie eine von vier Frauen.
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Vor fünf Jahren wechselte Tami Penner von der Jugendfeuerwehr zu den Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Dauelsen. In der Abteilung ist sie eine von vier Frauen.

Tami Penner aus Dauelsen ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Dauelsen. Die 21-Jährige ist auf dem besten Weg, das Hobby, für das sie so brennt, auch zum Beruf zu machen.

Verden-Dauelsen – Kaum fünf Minuten gesprochen und – Zack! – taucht auch bei Tami Penner dieser Begriff auf: Gemeinschaft.

Als „eine überschaubare soziale Gruppe ..., deren Mitglieder durch ein starkes ,Wir-Gefühl’ .... eng miteinander verbunden sind – oftmals über Generationen“, so definiert Wikipedia „Gemeinschaft“. Gut, seit Generationen stellt Familie Penner nicht Mitglieder in der Feuerwehr. Tami ist vielmehr die Erste.

Tochter vom Nachbarn hat sie mitgenommen

Aber Gemeinschaft, die habe sie sofort gespürt, als sie mit neun Jahren mal schnuppern durfte bei der Jugendwehr in Dauelsen, berichtet sie. „Mich hat damals die Tochter von unseren Nachbarn mitgenommen“, sagt sie und fügt lächelnd hinzu: „Und seitdem war ich am Start.“

Für sie sei es „das absolute Highlight“ gewesen, als sie an ihrem zehnten Geburtstag die Anmeldung für den Brandschützer-Nachwuchs in den Postkasten werfen durfte. Endlich richtig dazugehören, zu dieser Gemeinschaft.

Es sind die Menschen, die es ausmachen.

Tami Penner

„Meine Freunde sind fast alle in der Feuerwehr“, sagt sie heute und lobt den Zusammenhalt gerade in Dauelsen. „Da steht jeder für den anderen ein.“

„Ich glaube, es gibt kaum ein Hobby, das einem so einen großen Kick geben kann“, gibt die 21-Jährige zu. „Bei einem Kellerbrand gibt es sicher einen anderen Adrenalinausstoß als auf dem Fußballplatz.“ Aber es ist nicht der Nervenkitzel, der sie an der Feuerwehr reizt. „Es sind die Menschen, die es ausmachen.“

Elf Jahre ist ihr Beitritt her. Tami Penner ist mittlerweile 21 und auf dem besten Weg, das Hobby, für das sie so brennt, auch zum Beruf zu machen.

Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr in Delmenhorst

Seit August vergangenen Jahres erlernt die Abiturientin den Beruf der Elektronikerin für Informations- und Telekommunikationstechnik. Offiziell ist die Stadt Delmenhorst die Arbeitgeberin, die Ausbildung absolviert die Dauelserin jedoch bei der dortigen Berufsfeuerwehr.

Wer hier einsteigen will, benötigt vorab eine abgeschlossene sogenannte feuerwehrdienliche Lehre. Daran schließen sich zwei Jahre als Brandmeister-Anwärterin an. „Ich hab noch einen weiten Weg vor mir“, stellt sie fest.

Dass beide Ausbildungen im Paket angeboten würden, gebe es noch nicht so häufig, erklärt die 21-Jährige, warum es sie nach Delmenhorst verschlagen hat. Beruflich wohlgemerkt. Ihr Privatleben spielt in Verden, und da vor allem in Dauelsen, bei „ihrer“ Ortsfeuerwehr.

Mit 16 Jahren wechselte Tami von der Jugendwehr zu den Aktiven, ist dort zurzeit eine von vier Frauen. 2016 absolviert sie die Truppmannausbildung, quasi den Grundkurs, den alle durchlaufen müssen, seit 2019 ist sie Atemschutzgeräteträgerin, seit 2020 Truppführerin. Außerdem vertritt sie Kinderfeuerwehrwart Volker Schluznus.

Schon bei zahlreichen Einsätzen war sie dabei

In den fünf Jahren bei den Aktiven war Tami Penner schon bei zahlreichen Einsätzen dabei. Das Abstreuen von Ölspuren war genauso dabei wie das Löschen von Bränden und das Retten von Verletzten oder gar das Bergen von Toten bei schweren Verkehrsunfällen. Als im Mai 2018 entlang der Bahnstrecke nach Hannover gleich über mehrere Kilometer das trockene Grün brannte, stand sie mit am Bahndamm, um zu löschen.

Sie mag es, dass kein Einsatz wie der andere ist, findet es gut, flexibel sein und sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen zu müssen. Es ist diese Mixtur aus Leidenschaft, Pflichtgefühl und Verantwortung, die sie antreibt. Danach gefragt, ist da aber keine Alarmierung, die ihr besonders in Erinnerung geblieben ist. Aber es scheint, als habe die Summe aller Einsätze sie geprägt.

Tami Penner ist eine quirlige junge Frau, lebhaft, aufgeschlossen, fröhlich, jemand, mit dem man Pferde stehlen und sicher auch auf den Tischen tanzen kann. Typisch 21 eben, aber doch auch gereift.

Sie hat schon in ihren jungen Jahren erfahren, wie nah Leben und Tod beieinanderliegen, und begriffen, dass das Leben ein Geschenk ist, das man schätzen sollte. Als sich nach einem Unfall ein Stau gebildet hatte und sich die Ungeduld breitmachte, hätte sie manch nörgelndem, Autofahrer gerne gesagt: „Sei froh, dass deine Frau nicht zu Hause sitzt und auf dich wartet – und du kommst nicht mehr.“

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