Roberto Legnani begeistert mit Gitarrenklängen im Deutschen Pferdemuseum

Jeder Ton ein Genuss für das Publikum

Die Gäste genossen jeden Ton des Konzerts. - Foto: Niemann

Verden - Der Name Roberto Legnani versprach einen außergewöhnlichen Konzertabend im Deutsches Pferdemuseum. Der international bekannte Gitarrenvirtuose hat die Erwartungen auch in vollem Umfang erfüllt. Kaum ein Mucks war während des Konzerts zu hören, statt dessen wurde intensiv zugehört und jeder Ton genossen.

Für Museumsmitarbeiterin Ina Rohlfing war es eine große Freude, Roberto Legnani begrüßen zu dürfen. „Es ist schön, Sie erneut hier zu haben“, sagte sie. Im Winter war Legnani bereits mit seiner Partnerin, der Cellistin Ariana Burstein, am gleichen Ort zu Gast gewesen. Doch diesmal gab es die Gitarre pur und ein Solokonzert, für das er Werke von Augustin Barrios Mangoré, Francisco Tárrega, Isaac Albéniz, Dietrich Buxtehude, Mauro Giuliani sowie eigene Kompostionen und seine legendäre Hopf-Gitarre „La Portentosa“ mit in die Stallgasse des Deutschen Pferdemuseums gebracht hatte. Er überzeugte von Beginn an mit absoluter Präsenz und großer Spielfreude. Denn dass Legnani seine Musik in jeder Sekunde seines Spiels quasi ‘lebt‘, war vom ersten Takt an deutlich.

Jeder Ton saß perfekt dort, wo er hin sollte und mit seiner Musizierweise und entrückten Bühnenpräsenz hat sich der Künstler ohnehin bereits Alleinstellungsansprüche erworben. Stilsicher wie musikalisch zutiefst bewegt, spielte sich Legnani durch sein Programm, das ihn vor unterschiedliche Anforderungen stellte. Mit zwei bekannten Stücken für Sologitarre, der Romanza Española und Asturias von Isaac Albéniz, hat Legnani das Konzert eröffnet und damit gleich deutlich gemacht, dass seine konzertante Stärke in der melancholischen Musiksprache liegt. Besonders deutlich wurde diese Intention bei Allemande-Sarabande von Dietrich Buxtehude, wo sich die Gitarre wie eine Laute gespielt anhörte.

Und selbst die Partien aus Mauro Guilianis „Le Rossiniane“ spielte Legnani zwar temporeich, aber nicht um des eigenen virtuosen Könnens willen, sondern um die an Rossinis Opern angelehnte Kompositionen mit dem ihnen zugedachten Temperament zu interpretieren. Einfach fantastisch, dieses so unangestrengt wirkende Werk, das so leicht aus den Fingern des Gitarristen zu strömen schien, selbst wenn es mit den ganz feinen tönernen Zwischenstufungen angefüllt war. Unerwähnt darf auch die sehr gute Akustik nicht bleiben, durch die die Stallgasse zu einem idealen Konzertort wurde.

Am Ende dankte das Auditorium dem Gitarristen mit viel Applaus. Natürlich durfte es sich auch über eine Zugabe freuen, aber die meisten hätten dem Gitarristen am liebsten noch viel länger zugehört.

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