Verdener Non-Profit-Organsation „Campact“ berichtet über Ziele und Erfolge

Jeder Einzelne kann einen Unterschied machen

„Ärzte gegen Glyphosat“ – 6 775 Unterschriften wurden im Rahmen eines Online-Appells gesammelt. Übergeben wurde die Liste in Fulda. - Foto: Philip Eichler

Verden - 1,8 Millionen Menschen hat die Non-Profit-Organisation „Campact“ mit Sitz in Verden bereits hinter sich. Doch was macht „Campact“ überhaupt und was sind die Ziele der NPO? Gestern gaben der geschäftsführende Vorstand Dr. Felix Kolb und Pressesprecherin Svenja Koch Auskunft über Ziele, Missionen und Erfolge.

Politiker machen doch eh, was sie wollen – so lautet oft der Tenor aus der Mitte der Gesellschaft. Die Bürgerbewegung „Campact“ will den Menchen zeigen, dass dies keinesfalls so ist und sie zum Mitmischen bewegen. „Wir wollen Demokratie lebendig machen und die Menschen in den Mittelpunkt rücken. Das ist unsere Mission. Jeder kann einen Unterschied machen und Einfluss auf politische Entscheidungen haben“, behauptet Campact-Geschäftsführer Dr. Sven Kolb.

Wie das funktioniert? Wenn wichtige Entscheidungen anstehen, wendet sich die Organsation mit Online-Appellen an die Veranwortlichen in den Parlamenten und Konzernen. Jeder kann diese Appelle, die sich meistens um Gerechtigkeitsthemen drehen, unterschreiben – im Schnitt erreicht ein Aufruf bis zu 250 000 Unterschriften.

Neben den Appellen ruft Campact zu Demonstrationen auf, die von der Bürgerbewegung zusammen mit Kooperationspartnern organisiert werden. Im vergangenen Jahr nahmen insgesamt 365 000 Sympathisanten an sechs Großdemos teil.

Daneben gab es 21 000 dezentrale Aktionen, die von Aktiven selbst organisiert wurden. Zudem bietet die Organisation auch „Wegweiser“ an, wenn sich Menschen für einen Zweck engagieren wollen: So wurde eine Deutschlandkarte erstellt, auf der über 1 000 Intitiativen verzeichnet sind, wo sich Aktive für Flüchtlinge einsetzen können.

Ein weiteres Thema, für das sich viele Aktive engagieren, ist der Ausstieg aus dem Braun- und Steinkohleabbau, der für die geplanten Klimaziele wichtig ist. „Wir wollen einen Einstieg in den Ausstieg erreichen“, betont Dr. Sven Kolb.

„Campact“ finanziert sich über Spenden, jedoch nicht aus dem wirtschaftlichen Bereich. Förderer sind meistens Privatpersonen, die eher geringe Summen spenden. Die Finanzierung erfolgt somit aus der Breite der Gesellschaft. 2015 konnte eine Summe von 7,02 Millionen Euro erreicht werden. Sven Kolb erklärt, dass es für die Ziele und Missionen von „Campact“ wichtig sei, unabhängig zu bleiben und selbst entscheiden zu können, welche finanziellen Mittel wofür einsetzt werden. Die Non-Profit-Organisation wurde bereits 2004 gegründet – aus der Idee heraus, dass es vielen politisch interessierten Menschen an einfachen Möglichkeiten fehlt, sich aktiv einzubringen. Die gute Online-Vernetzung sowie einfache Beteiligungsmöglichkeiten bilden dafür die Basis.

Zukünftige Themen und Ziele sind unter anderem TTIP und CETA. Im September sind Demos in sieben Städten in Deutschland geplant, an denen sich Gegner der Handelsabkommen beteiligen. In Planung ist zudem eine Verfassungsbeschwerde, falls dem CETA stattgegeben wird. 80 000 Menschen haben sich der Beschwerde bereits angeschlossen. „Campact“ beschäftigt 55 Mitarbeiter, die nicht nur in Verden, sondern auch in Hamburg oder Köln, oder aus dem Home-Office arbeiten. Darunter sind Campaigner, Organizer Social-Media-Manager, Online-Redakteure und Mitarbeiter in der Verwaltung, Technik und Buchhaltung. Dr. Sven Kolb und sein Team sei stolz, dass „Campact“ mit Erfolg bewiesen habe, dass jeder Einzelne dafür sorgen kann, eine lebendige Demokratie zu gestalten. - mas

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