Jahreswechsel im Rettungsdienst

Weihnachten ist Oper und Silvester ist Heavy-Metal

Die Heiligabend-Besatzung des Rettungsdienstes berichtet von ihren Diensten (v.l.): Kristin Schneider, Dominik Bohling, Niklas Diering und Tamara Ude. - Foto: DRK Kreisverband Verden
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Die Heiligabend-Besatzung des Rettungsdienstes berichtet von ihren Diensten (v.l.): Kristin Schneider, Dominik Bohling, Niklas Diering und Tamara Ude.

Verden - „Weihnachten eher die Oper und Silvester das Heavy-Metal-Konzert“, so vergleicht Tamara Ude, was die Arbeit im Rettungsdienst an den Feiertagen ausmacht. Alle Jahre wieder verbringen die Mitarbeiter diese besonderen Tage auf der Rettungswache. Bei der Besetzung haben sie eine faire Rotation gefunden, so dass jedes Jahr eine andere Schicht Dienst hat. Aber es gibt auch Ausnahmen. Mitarbeiter, die es für sich zur Tradition gemacht haben, jedes Jahr am gleichen Feiertag zu arbeiten. Das gilt ganz speziell für den Heiligabend, wenn die Familie das unterstützt.

„Ein Heiligabend-Dienst beginnt bereits ein paar Wochen vor dem Fest. Abgesehen vom routinemäßigen Dienstbetrieb geht es darum, dass wir es uns auf der Wache nett machen möchten, solange wir nicht auf dem Rettungswagen im Einsatz sind. Wir sprechen uns ab, wer etwas backt, kocht und dekoriert. Heiligabend ohne Weihnachtsdeko und gutes Essen geht auf einer Rettungswache nicht. Schließlich beruht unsere Arbeit auf extrem hohem gegenseitigen Vertrauen und wo so viel Vertrauen ist, ist Familie“, erklärt Kristin Schneider. In einer Pressemitteilung des DRK-Kreisverbandes berichtet sie und ihre Kollegen von den Diensten an diesen besonderen Tagen.

„Auf der Rettungswache ist eine ganz besondere Stimmung. Das beginnt bereits morgens bei Dienstbeginn, wenn man die Kollegen mit einem ,Frohe Weihnachten' oder ,Guten Rutsch' in den Feierabend verabschiedet. Es geht sehr viel gemütlicher zu. Die Kollegen der Vorschicht bleiben noch auf einen Kaffee und man spricht darüber, wer wie mit welcher Familientradition feiert, Kirche ja, Kirche nein, Kartoffelsalat mit Würstchen oder Gans.

Trotz der gleichen Arbeit, wie in jedem anderen Dienst, geht es viel besinnlicher zu“, so Dominik Bohling.

„Diese Feiertags-Dienste sind auch außerhalb der Rettungswache etwas ganz Besonderes. Überall sind die Menschen viel ruhiger und ausgeglichener. Morgens beginnt es noch nahezu in dergewohnten Alltagshektik, wenn die Leute ihre Einkäufe auf den letzten Drücker machen und dabei Dinge passieren, die unseren Einsatz erfordern. Ab Mittag dreht sich die Welt dann immer mehr in Zeitlupe und spätestens mit Einbruch der Dunkelheit ist das Fest überall angekommen. Egal wohin man mit dem Rettungswagen kommt, sind die Menschen auffallend sehr viel höflicher miteinander als an anderen Tagen“, hat Niklas Diering erlebt.

„Es kommt sogar vor, dass sich Patienten oder deren Angehörige ernsthaft bei uns entschuldigen, weil sie der Meinung sind, dass wir an so einem Tag extra nur für sie arbeiten müssen, anstatt mit unseren Familien feiern zu können. In unserer heutigen Zeit ist es sehr schön, zu sehen, wie ein traditioneller Feiertag die Menschen emotionalisiert und die Gesellschaft in einen entschleunigenden Takt bringt. Das zeigt sich im Rettungsdienst vielleicht besonders intensiv, weil Notfälle immer eine plötzliche emotionale Ausnahmesituation für die Betroffenen darstellen und sich die Emotionen an so einem Tag noch sehr viel ausgeprägter zeigen als im Alltag“, meint Tamara Ude.

Alle vier Mitarbeiter des DRK-Kreisverbandes sind sich einig, dass die Dienste an den Festtagen, vor allem am Heiligabend, mit der einzigartigen Stimmung etwas sehr Positives sind und die Arbeit aufgrund des respektvollen Umgangs mit den Diensthabenden angenehm sei. Ähnlich sei es an anderen Feiertagen. Auf die Frage, was die Kollegen heute für eine Art von Dienst erwartet, schmunzeln sie: „Weihnachten ist Familie und Besinnung. Silvester ist dann eher Freunde und besinnungslos. Danach richtet sich dann auch ein wenig der Arbeitsaufwand des Rettungsdienstes und die Art der Notfälle“, so Tamara Ude.

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