Helma Koch feiert ihren 90. Geburtstag

Mit 80 Jahren noch die Zeitung ausgetragen

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Helma Koch mit ihrem jüngsten Enkel Sinan (11). 

Verden - Heute feiert Helma Koch im Kreise ihrer großen Familie den 90. Geburtstag. Das extra im Garten aufgestellte Zelt hat zwar der Orkan gestern umgeweht, aber das kann die Stimmung nicht trüben. Dann wir eben im Haus gefeiert.

„Ich bin eine waschechte Verdenerin“, betont sie. Geboren wurde sie als Helma Moje in der Kleinen Fischerstraße. Ihre Schulzeit absolvierte sie in der Pestalozzi-Schule. Allerdings habe sie damals oft zu Hause im Haushalt helfen müssen, sodass die Schule manchmal zu kurz gekommen sei. Danach ging die junge Frau bei der Buchhandlung Siems in Stellung und wurde Haushaltshilfe. Wann sie ihren Mann kennengelernt habe, wisse sie gar nicht so genau, auch er sei ein echter Verdener gewesen. Nach der Hochzeit wohnte das Paar im Scharfrichterhaus am Piepenbrink. Hier wurde auch die älteste Tochter Angelika geboren. Als die anderen sechs Kinder zur Welt kamen, wohnte die Familie bereits in dem Haus an der Carl-Hesse-Straße, wo die Jubilarin noch heute mit ihrer jüngsten Tochter Andrea und deren Familie lebt.

Als ihr Mann 1972 mit nur 44 Jahren verstarb, blieb sie mittellos mit sieben kleinen Kindern zurück. Doch mit unermüdlicher Tatkraft schaffte sie es, alle durchzubringen. „Mein Mann hat immer gesagt, Kinder müssen einen Beruf erlernen und dafür habe ich gesorgt. Aus allen ist etwas geworden“, erzählt sie stolz. Gearbeitet hat sie nachts, wenn die Kinder schliefen. Zusätzlich half sie bei der Ernte und putzte 25 Jahre lang in der Sparkasse. Besonders gern denkt sie an ihren Job als Austrägerin der Verdener Aller-Zeitung: „Fast 40 Jahre lang habe ich das gemacht.“ Bis sie 80 Jahre alt war. „Krank war ich nie“, versichert Helma Koch.

Noch heute erledigt die rüstige Seniorin ihre Wege mit dem Rad. „Das ist der Grund, warum ich mich so gut gehalten habe“, ist sie sicher. Die 90-jährige ist politisch interessiert und geht immer zur Wahl. Auch die Lektüre der Zeitung ist Pflicht. „Damit bin ich schließlich groß geworden“, sagt sie. Ihr Herz schlägt für Werder Bremen. Sogar Topflappen in den Werderfarben häkelt sie.

Koch freut sich, dass alle ihre Kinder in der Nähe wohnen: Zu Feiertagen und Familienfesten kommt die ganze Familie. Mittlerweile gehören elf Enkel und zwei Urenkel dazu. Nur über eins ärgert sie sich. „Ich kann mit keinem meiner Kinder Platt schnacken.“ 

ahk

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