Das hat es in 147 Jahren nicht gegeben / Tschen Fung Wang bricht die Tradition

Ein Auszubildender bei Beuss

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Der neue Auszubildende Tschen Fung Wang mit Sigrid, Cathrin und Jürgen Beuss.

Verden - „In der Regel sind Tanzschulen eher kleine Betriebe“, erklärt Sigrid Beuss, Lehrerin in der gleichnamigen Verdener Tanzschule. In diesen kleinen Kreis reiht sich seit Anfang September Tschen Fung Wang ein. Zwei Monate lang hatte er bei Beuss ein Praktikum absolviert, dann war klar, dass man zueinander passt – der junge Mann ist jetzt in der Ausbildung zum Tanzlehrer.

Das sei in gewisser Weise ein Novum, da alle Tanzlehrer seit 147 Jahren aus der eigenen Familie kamen, erklärt die Seniorchefin. Der 22 Jahre alte Wang verfügt mit viel Talent über die nötigen tänzerischen Grundlagen. Immerhin tanzt er in der Lateinformation des TSC Walsrode im November bei der deutschen Meisterschaft in Bremen. „Ich tanze seit meinem 16. Lebensjahr. Mein bester Freund hat mich damals einfach mal mitgenommen“, erzählt er. Trotzdem müsse er noch viel lernen, sagt der frisch gebackene Azubi.

Das bestätigt Juniorchefin Cathrin Beuss: „Tschens Ausbildung unterliegt dem Rahmenplan des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrer Verbandes (ADTV). Er wird hier als Assistent im Unterricht fungieren und sich auch mit der Organisation und Planung von Kursen und Events beschäftigen.“ Das beinhalte unter anderem einmal pro Woche einen achtstündigen theoretischen Unterricht im ADTV- Ausbildungszentrum Nord in Burgdorf.

Der gebürtige Walsroder wohnt zurzeit in Bad Fallingbostel und pendelt zwischen den Tanzschulen in Soltau und Verden. „Nachdem ich eine Weile Wirtschaftsinformatik studiert hatte, wurde mir klar, dass ich beruflich etwas ganz anderes machen wollte; etwas, das mir mehr Spaß macht. Wer möchte sein Hobby nicht zum Beruf machen?“, fragt sich Tschen Fung Wang.

Sigrid Beuss: „Ein Tanzlehrer muss viele Fähigkeiten und Tätigkeiten über das Tanzen hinaus mitbringen, erlernen und beherrschen. Das Aufgabengebiet ist sehr groß. Wir müssen außerdem aufgeschlossen sein, die Menschen motivieren können, anatomische und psychologische Kenntnisse und auch Entertainerqualitäten mitbringen.“

Cathrin Beuss ergänzt: „In gewisser Weise bedienen wir hier alles.“ Das Wichtigste aber sei, dass die Chemie stimme. „Man muss sich verstehen“, sagt Sigrid Beuss. „Und mit Tschen haben wir unglaubliches Glück gehabt.“

sb

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