Ort feiert Jubiläum

Scharnhorst: Vor 750 Jahren erstmals urkundlich erwähnt

Für den besseren Überblick: Hobbypilot Erich Schwinge (l.) überreicht Ortsbürgermeister Gerard-Otto Dyck ein Luftbild von der Ortschaft Scharnhorst.

Verden-Scharnhorst - Im Jahr 1267 wurde Scharnhorst zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Grund genug, dieses Ereignis gebührend zu feiern. Zum 750-Jahr-Fest am Sonnabend begrüßte Ortsbürgermeister Gerard-Otto Dyck viele Bürgerinnen und Bürger aus Scharnhorst, Neumühlen und dem Osterkrug. Auch zahlreiche Gäste aus Politik, von Vereinen und Institutionen waren gekommen. Die Grußworte sprachen Landrat Peter Bohlmann, Bürgermeister Lutz Brockmann und Pastor Dieter Sogorski.

Zum Auftakt spielte das Bläsercorps der Kreisjägerschaft Verden. Gerard-Otto Dyck würdigte dann den großen Einsatz der Scharnhorster bei der Organisation des Festes. „Bevölkerung und Vereine, jeder hat sich engagiert“, lobte Dyck. Eigens zum Jubiläum ist eine 128 Seiten starke Festschrift erschienen. Auch die Ortschronik, die bislang nur bis 1980 reichte, wurde fortgeschrieben.

Peter Bohlmann überbrachte die Glückwünsche des Landkreises. Scharnhorst gehöre seit der Gebietsreform 1972 zu den flächenreichsten Ortschaften im Landkreis. Als Besonderheiten nannte der Landrat den Flugplatz, den Freizeitpark und die Verdener Dünen. Scharnhorst sei getragen von einer lebendigen und aktiven dörflichen Gemeinschaft“, sagte Bohlmann und sprach zudem seine guten Wünsche für die Zukunft aus.

„Scharnhorst ist seit vielen Jahren ein Teil von Verden“, sagte Lutz Brockmann. Die Scharnhorster seien aufgeschlossen und hielten zusammen. „Gemeinsam schaffen wir es auch, dass irgendwann wieder Wasser in der Halse fließt“, war sein Wunsch für die Zukunft.

Viele Gäste waren zu dem Festvortrag gekommen.

Im Festvortrag von Dr. Adolf Hofmeister ging es um die Frage, ob Scharnhorst wirklich erst 750 Jahre alt ist. „Wir feiern die erste Erwähnung von Scharnhorst in einer Urkunde von 1267, in der es um einen Rechtsstreit ging“, stellte Hofmeister klar.

Am 14. Dezember 1267 einigten sich in Lüneburg die Brüder und Ritter Alverich, Gebhard und Gerhard Schucke mit dem Verdener Bischof Gerhard I. über das Erbe ihres Onkels Hermann dahingehend, dass ihnen der Besitz, den Hermann und sein Sohn vom Bischof zu Lehen hatten, in Aussicht gestellt wird. Mit Ausnahme des Besitzes in „Scarnhorst apud Verdam“ und in Döhlbergen.

Das bedeutet, dass Scharnhorst 1267 aus dem Besitz der Ritter Schucke wieder in das Eigentum des Bischofs von Verden gelangte. „Die Urkunde ist also keine Geburtsurkunde“, machte Hofmeister deutlich.

Wie alt ist Scharnhorst nun wirklich? Der Name Scarnhorst ist eine altsächsische Form. Die Namen auf -horst, die schon von den alten Sachsen mit nach England genommen wurden, bedeuten Gebüsch oder Gestrüpp. Scharn bedeutet Mist. In Verbindung mit -horst also das Gelände mit Gestrüpp, auf dem Vieh weidete. Darauf entstand die Siedlung.

Sehenswert: die Fotoausstellung im Dorfgemeinschaftshaus.

„Vorgeschichtliche Funde, die die Anwesenheit des Menschen in der Gemarkung Scharnhorst bezeugen, gibt es schon aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit“, so Hofmeister. Funde aus dem Dorf, die auf eine kontinuierlich ortsfeste Siedlung schließen lassen, gebe es etwa seit dem 9. Jahrhundert. „Damit lässt sich behaupten, dass Scharnhorst schon um 800 gegründet wurde, also schon vor rund 1 200 Jahren“, erklärte Hofmeister. Aber Scharnhorst habe Konkurrenz in seinen eigenen Grenzen, in Neumühlen. Eine Siedlungsgrabung deckten ein frühmittelalterliches Gehöft, zwei Lagerhäuser und mehrere Grubenhäuser auf. Damit könne für Neumühlen ein ebenso hohes Alter behauptet werden, schloss Hofmeister.

750 Jahre Scharnhorst

Anschließend hatten die Gäste die Gelegenheit, die große Fotoausstellung im Dorfgemeinschaftshaus zu besichtigen. Hier gaben auch die Table-Top-Spieler einen Einblick in das Strategiespiel, das mit unterschiedlichen Themen selbst gestaltet wird. Ein Segelflugzeug konnte besichtigt werden und es gab Rundflüge. Die Gäste konnten sich im Lichtpunktschießen probieren und die Feuerwehr zeigte Löschübungen. Die Kinder hatten Spaß auf der Hüpfburg oder beim Schminken. Das Fest endete mit einer großen Party mit DJ „Ralle“ Schmalfuß. 

ahk

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