50 Jahre wechselvolle Taubenzucht-Geschichte der RTZV Aller-Land

Visionen und Widrigkeiten

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Die Züchter des RTZV mit ihren Frauen hatten bei den Vorbereitungen und der Schau selbst alle Hände voll zu tun und unterbrachen kurz ihre Arbeit für den Fotografen.

Verden - „Es waren 50 bewegende Jahre mit Höhen und Tiefen sowie einigen Endzeitvorstellungen. Aber mit viel Teamgeist und starkem Zusammenhalt gelang es, unsere selbst gesteckten Ziele zu erreichen.“ Mit diesen Worten umriss Edmund Schmidt, Vorsitzender der Rassetaubenzucht-Vereinigung (RTZV) Aller-Land, in einem emotionalen Grußwort die wechselvolle Geschichte des Zusammenschlusses von Taubenzüchtern.

Die Feierstunde zum 50-jährigen Bestehen bestimmte am Sonnabend in den Hallen der Lebenshilfe den Auftakt zur 50. Allerland-Rassetaubenschau, die diesmal mit der 9. Niedersächsischen Taubenschau verbunden war. Neben Mitgliedern, Züchtern und weiteren Gästen aus ganz Deutschland sowie aus dem benachbarten europäischen Ausland hieß Schmidt auch Bürgermeister Lutz Brockmann willkommen. In einem Rundgang informierte der sich zunächst mit dem Ausstellungsleiter und stellvertretenden Vorsitzenden, Hermann Grashoff, über die Taubenzucht und würdigte im Grußwort das Engagement der Züchter.

Von den Mitgliedern der RTZV als dem „kleinem unbeugsamen Volk im Norden“, das allen Schwierigkeiten trotzt und dabei wie Asterix, Obelix und die anderen Gallier viele Prüfungen meisterte, sprach der Vorsitzende selbst. Schmidt zeigte sich stolz, dass das Lebenswerk seines 2009 verstorbenen Vaters Wilhelm und seines 2005 verstorbenen Bruders Klaus am Leben gehalten werden konnte. Damals habe niemand mehr viel darauf gegeben.

Neue Zugpferde hätten sich jedoch gefunden und mit Erfolg gekämpft, so Schmidt. Mit immer neuen Ideen sei 2005 ein Zehn-Jahresplan aufgestellt und trotz Widrigkeiten umgesetzt worden.

Visionen habe es auch schon 1965 gegeben, als sich einige Taubenzüchter in Verden trauten, ihren Verein zu gründen. Auf der Kreisversammlung mit Kinderschuhen bedacht und mit der Aufnahme in den Verband im Gepäck hätten sich die Gründungsmitglieder ans Werk gemacht.

Regelmäßige Ausstellungen wurden organisiert und in den 70er-Jahren wuchs die Zahl der Mitglieder, so Schmidt. Mitte des Jahrzehnts sei die Vision eines Mitglieds dann, in Verden eine Deutsche Taubenschau auszurichten, zunächst mit Spott und wenig Vertrauen bedacht worden. Aber daraus sei ein dreifacher Erfolg mit bis zu 8000 Tieren in einer Schau geworden. Viele Gäste aus dem Ausland wurden in Verden begrüßt und der RTZV wurde in ganz Deutschland bekannt.

Seit den 90er-Jahren seien die Zahlen bei Ausstellungen rückläufig gewesen, erläuterte Schmidt. Die Wende kam dann 2006 und der Verein fand zu alter Stärke zurück. Mit neuen und bewährten Kräften hätten die Visionen Form angenommen, etwa bei der 2006 erstmals ausgetragenen Niedersachsen-Meisterschaft. Die Wesermarschhalle in Döhlbergen wurde zum „Wohnzimmer“ des Vereins.

Einen weiteren Rückschlag habe der Verein 2011 erlebt, erinnerte sich Schmidt. Ein Brand habe das Materiallager mit dem gesamten Inventar vernichtet. Zügig habe die Stadt reagiert, Flächen zur Verfügung gestellt und sofort habe der Neuaufbau begonnen. Ein Jahr später war der Verein wieder auf der Erfolgsspur. Schließlich ehrten Edmund Schmidt und der Vorsitzende des Sondervereins der Züchter „Schweizer Taubenrassen“, Wolfgang Pfeiffer, den Mitgründer der RTZV Karl Kastendieck für 50-jährige Mitgliedschaft.

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