90 Jahre Brieftaubenreisevereinigung: Jubiläumsfeier mit Ehrung der Meister

Rückblick auf primitive Anfänge

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Jubiläum und Meister: Die traditionsreiche Brieftaubenreisevereinigung Verden hatte einiges zu feiern.

Verden - Die Brieftaubenreisevereinigung Verden feiert ihr 90-jähriges Bestehen. „Sie wurde 1925 ins Vereinsregister eingetragen“, hat der Vorsitzende Bernd Heimsoth nachgeprüft. Eine kleine Jubiläumsfeier auf dem Vereinsgelände in Scharnhorst nutzte er, um die Meister und die Gewinner eines Derby-Flugs zu ehren.

„Bereits seit 1914 wird der Brieftaubensport in Verden betrieben“, berichtet Vereinsmitglied Gretel Frieg. Entstanden sei die Reisevereinigung aus den Vereinen „Verdenia“, „Kehre wieder“ und „Domfalke“, die bis dahin in einer Bremer Vereinigung reisen mussten. Aus dem Verdener Verein seien später weitere in Hoya, Rotenburg und Martfeld entstanden.

Während des Zweiten Weltkriegs ruhte der Sport, wurde aber bereits 1946 wieder aufgenommen. „Die Einsatzstelle befand sich im Gasthaus Toonen in der Brückstraße in einem ziemlich primitiven Schuppen“, berichtet sie.

Die Vögel seien damals noch per Bahn zum jeweiligen Auflassort befördert worden. Die Züchter zogen die Transportkörbe mit den Vögeln auf Handkarren quer durch die Stadt zum Bahnhof. In den 1950er Jahren sei damit begonnen worden, die Tauben mittels Pferdewagen zum Bahnhof zu transportieren.

Zwischen Einsetzen und Auflassen vergingen mehrere Tage, somit brauchte es Reisebegleiter, welche die Vögel mit Futter und Wasser versorgten. „Am Auflass-ort standen ortsansässige Taubenzüchter bereit, die gemeinsam mit den Bahnbediensteten die gefiederten Athleten von der Rampe aus zum Start aufließen.“ Erst Anfang der 1960er Jahre konnte die Idee des Transports mit einem speziellen Lkw einer Transportgemeinschaft mit Reisevereinigungen aus der Region umgesetzt werden.

Mittlerweile tragen die Tauben bei Wettbewerben nicht mehr nur den einfachen nummerierten Gummiring, der früher für die Auswertung abgezogen und mit einer speziellen Uhr in der Einsatzstelle ausgelesen wurde. Die Ringe beinhalten heute einen Chip und mittels einer computergesteuerten Anlage des Züchters wird sofort registriert, wenn die Taube bei ihm in den Schlag springt, erklärt die Züchterin.

Stark rückläufig ist die Anzahl der Reiseschläge. Waren es in den 1950er Jahren im Stadtgebiet noch 50, seien es heute nur noch fünf. Die weiteren zirka 30 Züchter, die der Brieftaubenreisevereinigung Verden aktuell angehören, verteilen sich auf den Landkreis Verden.

wb

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