Jägerschaft sehr besorgt über die Entwicklung

In elf Jahren gibt es landesweit 2800 Wölfe

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Auch dieser Waschbär gehörte zu den Ausstellungsstücken.

Verden - „Wir Menschen haben in den Naturkreislauf eingegriffen und dabei eine Kulturlandschaft geschaffen, von der einige Arten profitieren und in der andere Arten ums Überleben kämpfen. Jetzt ist es unsere Pflicht, die Schwachen zu unterstützen und vor den Starken zu schützen.“ Das betonte Jürgen Luttmann, Vorsitzender der Jägerschaft des Landkreises, bei der Jahreshauptversammlung der Jägerschaft.

Mit großer Sorge werde die ungebremste Ausbreitung des Wolfes und deren Auswirkung beobachtet, gerade im Blick vor allem auf die extensive Tierhaltung, die für den Erhalt der offenen Landschaft so dringend benötigt werde. Notwendige Zäune für einen akzeptablen Schutz seien von den Tierhaltern nicht zu finanzieren und mit noch mehr Zäunen würde die Landschaft in einen Hochsicherheitstrakt verwandelt werden.

„Die Tierhalter erwarten unsere Hilfe, die wir ihnen auf Basis der heutigen Gesetzeslage nicht geben können“, stellte Luttmann fest. Für die erforderlichen gesetzlichen Änderungen müsse fundiert argumentiert werden. Benötigt würden wissenschaftlich belastbare Daten über die Entwicklung des Wolfsbestandes. Er forderte alle auf, jede Wolfsbeobachtung der Landesjägerschaft zu melden, damit die von dort prognostizierte Bestandsentwicklung von 30 Prozent im Jahr weiter untermauert werde.

Die Wolfsproblematik bestimmte auch die Grußworte des stellvertretenden Landrats Axel Rott und des Landtagsabgeordneten Adrian Mohr. In einer Hochrechnung befürchtete Rott eine Zunahme der Population in den kommenden elf Jahren auf 2800 Wölfe landesweit. Wenn die gesetzlichen Grundlagen geändert würden, werde es nicht ohne die Jäger gehen. Adrian Mohr stellte fest, dass in einer doch ruhigen und sachlichen Atmosphäre über den Wolf diskutiert werde, die Argumente aber eindeutig auf Seiten der Jägerschaft seien.

In seinem Grußwort wies Rott außerdem noch darauf hin, dass der Kreistag einmütig hinter der Arbeit der Jägerschaft als anerkannter Naturschutzverband sowie auch dem Hegefonds stehe, der 2007 ins Leben gerufen worden sei. Luttmann sprach im Jahresbericht von einer tollen Entwicklung des Hegefonds, bei dem von den Jägern in den vergangenen acht Jahren mehr als 750000 Euro zum Wohle der Artenvielfalt in der intensiv genutzten Kulturlandschaft eingesetzt worden seien. 2015 seien mit der Unterstützung der Bingo-Umweltstiftung drei neue Feuchtbiotope angelegt worden und diese Zahl somit auf 42 gestiegen.

Kreisjägertag im "Niedersachsenhof" in Verden

Ein Schwerpunkt bleibe im Hegefonds die Anlage von Huder- und Blühstreifen. Dort, wo sie angelegt würden, gäben sie gefährdeten Arten deutliche Unterstützung. Aber knapp 60 Hektar bei einer bejagbaren Fläche von 72000 Hektar seien zu wenig. Hier müsse die Politik deutlich mehr unternehmen, wenn sie den Erhalt der Artenvielfalt ernst nehme. Dazu gehöre es auch, die Anzahl der Beutegreifer (Prädatoren) zum Schutz der Wiesenbrüter zu begrenzen.

Die Jägerausbildung laufe beispielhaft, sagte Luttmann, ebenso werde aktiv die zunehmende Bedeutung der Schießfertigkeit unterstützt – im Sinne einer waidgerechten Jagd sei der sichere Umgang mit der Waffe unerlässlich. Dazu gehörten auch gut ausgebildete und geprüfte Jagdhunde. Im Herbst stehe die internationale Hegewald-Zuchtprüfung mit etwa 200 Hunden und über 1000 Gästen auf dem Programm.

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