Jäger wehren sich gegen mögliche Änderungen / „Sind bestens vorbereitet“

Kein Bedarf für eine Novellierung des Gesetzes

Im Gespräch: Martin Meyer-Lührmann (r.), Vorsitzender der Jägerschaft des Bezirks Osnabrück-Emsland, und Kreisjägermeister Hilmer Kruse beim Fachsimpeln im Niedersachsenhof in Verden.
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Im Gespräch: Martin Meyer-Lührmann (r.), Vorsitzender der Jägerschaft des Bezirks Osnabrück-Emsland, und Kreisjägermeister Hilmer Kruse beim Fachsimpeln im Niedersachsenhof in Verden.

Verden - Es waren klare Worte, die Martin Meyer-Lührmann, Vorsitzender der Jägerschaft des Bezirks Osnabrück-Emsland, an seine Zuhörer richtetet: „Sollte es zu einer Novellierung des Landesjagdgesetzes kommen, sind wir vorbereitet und werden kämpfen“, so der Referent auf dem Kreisjägertag im Niedersachsenhof in Verden.

In seinem Vortrag machte Meyer-Lührmann weiter deutlich: „Die Jägerinnen und Jäger gerade in Niedersachsen, dem Jägerland Nummer eins in Deutschland, sind die Mitte der Gesellschaft. Wir treten entschieden den Versuchen wie in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen entgegen, uns als gesellschaftliche Randgruppe darzustellen.“ Meyer-Lührmann nahm die Versammlung zum Anlass, neben dem Thema seines Referats „Fasanen – weg was nun?“ die Position der Landesjägerschaft Niedersachsen (LSN) zu erläutern.

Er kritisierte die seit Oktober 2014 geltende Jagdzeitenverordnung, die wildbiologisch weder nachvollziehbar noch notwendig gewesen sei. Meyer-Lührmann sprach von einem massiven und unzulässigen Eingriff in das Eigentumsrecht. Der Hinweis der LJN, dass sich die 2008 geschaffene Regelung nach fachwissenschaftlichen Kriterien bewährt habe, scheine dabei nicht ins Gewicht zu fallen. Weder die Argumente der Jäger noch die der hauptbetroffenen Grundeigentümer und Landwirte seien berücksichtigt worden.

Für die angekündigte Novellierung des Landesjagdgesetzes sehe die LJN keinen Bedarf, so Meyer Lührmann, da sich das 2002 von der damaligen SPD-Landesregierung grundsätzlich überarbeitete Gesetz mehr als bewährt habe. Er erwarte, dass die Landesregierung bei der Novellierung nicht die gleichen Fehler wie in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mache und Änderungen an den Hauptbetroffenen, den Grundeigentümern, Landwirten und den Jägern, vorbei beschließe. „Wir sind bestens vorbereitet und werden kämpfen, denn wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

Eines der wichtigen Themen im Jahresbericht des Vorsitzenden der Jägerschaft des Landkreises, Jürgen Luttmann, war der Wolf. „Er ist mit Sicherheit kein Kuscheltier, aber auch nicht der böse Wolf aus den Märchen“, so Luttmann. Wenn gesagt werde, der Wolf müsse wieder bejagt werden, sofern er sich verstärkt ausbreite, ändere das nichts daran, dass er streng geschützt bleibe. Die Jäger forderte er auf, achtsam zu sein und wenn ein Wolf gesichtet werde, die LFN zu informieren.

Außerdem teilte Luttmann mit, dass der Kreistag über die Reduzierung der Jagdsteuer debattieren werde. Eines der wichtigen Projekte bleibe der Verdener Hegefonds, das Natur- und Artenschutzprogramm des Landkreises und der Jägerschaft. Im Rahmen der nachhaltigen Öffentlichkeitsarbeit hätten sich in den zehn Jahren die Zahlen der Teilnehmer erfreulich entwickelt.

Wichtige Arbeit leisteten Aktive beim jagdlichen Schießen sowie die für die Jagdgebrauchshunde zuständige Gruppe, so Luttmann. Aber auch die Jagdhornbläser seien ein Aushängeschild. Fundament für die Zunft sei zudem die Jungjägerausbildung. Luttmann wies noch auf die Ausstellungen der weiteren Naturschutzverbände sowie den Fotowettbewerb hin.

Kreisjägermeister Hilmer Kruse stellte den Streckenbericht vor und sein Stellvertreter, Christian Meier, erläuterte einige markante Gehörne. Landrat Peter Bohlmann würdigte die vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit zwischen der Kreisverwaltung und der Jägerschaft.

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